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Von unserem Redakteur Jürgen Wegner · 05.04.2017

Traumtage für Nils Schwab im Pink Power

Squash: Für den 16-jährigen Magstadter Nils Schwab werden die deutschen Jugendmeisterschaften in Böblingen zum Triumphzug vor seinen Freunden und Verwandten

„Unbeschreiblich. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Nils Schwab ist immer noch von den Socken. Die deutschen Jugendmeisterschaften im Pink Power in Böblingen sind eben eine komplett andere Hausnummer als alle anderen Squash-Turniere, die der 16-Jährige bisher gespielt hat. Volle Hütte bis unters Hallendach, eine Heimspielatmosphäre fast wie im Fußballstadion, und am Ende auch noch der U17-Titel (die SZ/BZ berichtete). „Wahnsinn“, sagt er.

Dass der Magstadter echte Siegchancen hat, ist schon vorher klar. Nicht umsonst steht er auf Nummer eins der Setzliste. Auch sein Trainer Patrick Gässler traut ihm den großen Wurf zu. Aber bei dieser Kulisse scheint vom Höhenflug bis zum Absturz alles möglich. Das Kräftemessen der besten 100 Nachwuchsspieler Deutschlands quer durch alle Altersklassen wird zum Publikumsmagneten. Wenn Nils Schwab in Aktion trat, schlägt der Geräuschpegel fast über. Tante, Cousinen, Bruder, Eltern beide Omas, Kumpels und Schulkameraden: Beim kollektiven Daumendrücken geht der Anhang durchs Wechselbad.

Die kalte Dusche droht nach zwei eher einfachen Spielen im Halbfinale. Gegen Abdel-Rahman Ghait hatte Nils Schwab noch nie gespielt. Es geht ans Eingemachte: „Ich wusste, er ist gut. Aber dass er so stark ist, hatte ich nicht erwartet“, sagt der Magstadter nach dem Fünf-Satz-Krimi. Vor allem, als es mit einem klaren 6:11 im vierten Satz den Ausgleich setzte, drohen die Felle davon zu schwimmen. „Ich wusste, jetzt wird es ernst. Ich hatte das Ziel so nah vor Augen und wollte vor allem vor meinen Freunden und Verwandten auf keinen Fall verlieren.“ 11:9 in Durchgang fünf, der größere Wille setzt sich durch. „Das war schon fast ein Finale“, sagt Nils Schwab.

Die Stunde der Wahrheit schlägt aber erst jetzt. Finale gegen Simon Tietz aus Erlangen. Patrick Gässler will wissen: „Bist du nervös?“ „Na klar“, gibt Nils Schwab zu. „Zieh dein Ding durch“, rät der Trainer. Und das macht der Magstadter auch. Selbst dann, als es spitz auf Knopf zugeht. „Im zweiten Satz habe ich gemerkt, ich muss das über den Kampf entscheiden“, sagt der 16-Jährige, der dann im dritten Durchgang sogar einen Satzball abwehrt. Dann der letzte Ballwechsel, und nach dem 12:10, 13:11 und 13:11 ist die Sache geritzt.

Riesenjubel im Schwab-Lager. Die Party steigt später bei Nils’ Bruder Vincent Koch. Ein Ziel ist erreicht, andere stehen an. Wenn der Bundestrainer Oliver Pettke demnächst die Namen für die EM in einem Monat in Prag bekannt gibt, will der Magstadter auf der Liste stehe, „und dann für Deutschland alles geben“. Gut wäre Platz fünf, alles andere ein Traum. Eben so einen, denn der Schüler eben erst im Pink Power erlebte.

Info

Das Wochenende vom 26. bis 28. Mai können sich Squash-Fans im Kalender eintragen. Dann gehen im Pink Power die deutschen Mannschaftsmeisterschaften über die Bühne. Im Internet gibt es auf der Seite www.pink-power-online.de weitere Informationen.

Der große Auftritt: Nils Schwab im Finale gegen Simon Tietz aus Erlangen.

Bilder: z