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Von unserer Mitarbeiterin Annette Nüßle · 23.07.2018

Tollkühne Sprünge und ein Weltrekord

Splash-Diving-WM: Das Wetter machte den Springern nichts aus, kostete aber die 2. Bestmarke

  • Mit dem dreifachen Salto vom 10-Meter-Turm ging es ab ins kühle Nass.

  • 154 Teilnehmer verursachten eine große Welle, trotzdem reichte es nicht für den Eintrag im Guinessbuch der Weltrekorde für die meisten Arschbomben.

  • Auf den Absprung kommt es an, nur so gelingt der Sprung.

  • „Der Rekord steht“, sagt Monika Hopf (zweite von links) von der Organisation der Freitaucher und gratuliert gemeinsam mit Barbara Jeschke (links) dem frischgebackenen Weltrekordhalter Thomas Plum. Bilder: Nüßle

49 Teilnehmer aus drei Nationen trafen sich zur Super Dive und dem Splash-Diving World Championship 2018 am Wochenende im Sindelfinger Freibad. Was bisher unter dem Titel Splash-Diving-Weltmeisterschaft oder umgangssprachlich als „ArschbombenWeltmeisterschaft“ veranstaltet wurde, fand erstmals in einem erweiterten Rahmen statt. „Wir haben mehrere verschiedene Wettbewerbe ins Programm aufgenommen und so dem Trend in dieser Fun-Sportart Rechnung getragen“, sagt Organisator Oliver Schill und ergänzt: „Zusätzlich haben wir die Startbedingungen erhöht, damit hier wirklich die Welt-Elite an den Start geht und das Starterfeld überschaubar bleibt.“

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Wer also keinen Doppelsalto aus den jeweiligen Höhen schaffte, konnte nicht an den Start gehen. Neben den unterschiedlichen Höhen von 18, 10, 3 und 1 Meter galt es, in den Kategorien „Best Trick“, „Synchronspringen“, „Airtrack“ oder „Trampolin auf 10 Meter“ Punkte zu sammeln. Denn wer alle sieben Disziplinen erfolgreich bewältigte, war ein heißer Anwärter auf den Airman Titel, sprich, der beste Springer schlechthin.

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Splash-Diving ist eine junge Fun-Sportart und wird auch schon von ganz jungen Springern erfolgreich ausgeführt. So gingen erstmals als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der 14-jährige Benjamin Mehl und der 13-jährige Benjamin Dallwitzer, beide aus Sindelfingen, an den Start. „Ich trainiere erst seit einem halben Jahr und bin mit dem Erreichen des Finales echt super zufrieden“, sagte Benjamin Mehl, der aus der Sindelfinger Splash-Diving-Crew kommt und im Finale unter anderem einen doppelten Rückwärtssalto springt. Dami sicherte er sich vom 5-Meter-Brett den Titel in der U16-Konkurrenz. Nationaltrainer Oliver Schill: „Sie haben eine große Zukunft, sind echt fit, haben viel Talent und zeichnen sich vor allem durch einen klasse Teamgeist aus.“

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Sich unter Wasser zu bewegen und dabei auch noch einen Weltrekord aufzustellen, das hatte sich der Reutlinger Thomas Plum vorgenommen. Für den Eintrag im Guinnessbuch der Weltrekorde galt es, den aktuellen Weltrekord in „Longest underwater walk with one breath“ mit knapp 80 Metern zu überbieten. Konzentriert saß der Reutlinger am Beckenrand, atmete ruhig, um möglichst viel Sauerstoff für diesen „Spaziergang“ unter Wasser aufzunehmen, blickte noch einmal zu seiner Frau Ulrike und schaltete dann völlig ab.

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Beschwert mit je zwei Kilogramm Blei an den Beinen, zehn Kilogramm um die Hüften und vier Kilogramm um den Hals ging es hinab in die Tiefe des Schwimmerbeckens und zügigen Schrittes am Boden entlang. Wichtig ist, dass Thomas Plum richtig geht und nicht schwimmt. Nach 85 Metern und 13 Zentimetern tauchte Thomas Plum wieder auf und streckte lächelnd die Hände in die Höhe. Geschafft - der alte Weltrekord ist gebrochen und das Ziel erreicht!

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Der Guinness-World-Record-Versuch „250 Arschbomben gleichzeitig“ wurde nicht erreicht. Trotz intensivem Werben durch Moderator Sir Omme kamen keine 250 Teilnehmer für die gemeinsame Arschbombe zusammen. „Schade, aber mir hat es auch so viel Spaß gemacht“, meinte einer der Springer, nachdem er und 153 andere auf Kommando ins Springerbecken hüpften und eine kleinere Flutwelle verursacht hatten.

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Gemeinsam mit Noco van Oudtshoorn startete nach intensivem Training Simon Gosejohann vom 10-Meter-Turm in der Kategorie „Arschbombe“. „Das Training mit Jan Hempel war echt klasse, und ich freue mich auf den gemeinsamen Sprung“, so seine Aussage am Sonntag, nachdem er gemeinsam mit der Nationalmannschaft am Samstag in den Vorläufen bereits am Start war (SZ/BZ berichtete).

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Interessiert schauten die Besucher zu, als sich die Sportler aus den unterschiedlichen Höhen in die Tiefe stürzten und damit Salti an Salti drehten oder mit einer Schraube verbanden. „Man merkt schon einen Unterschied zwischen den richtigen Turmspringern und den Splash-Divern“, sagte Barbara Schuhmacher-Deetjen mit Kennerblick. Die ehemalige Vizeweltmeisterin der Senioren im Turmspringen ließ es sich nicht nehmen, an beiden Wettbewerbstagen zuzusehen. „Es macht viel Spaß und weckt viele Erinnerungen, und die Sprunganlage in Sindelfingen ist einfach klasse.“

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Im Gegensatz zu den letzten Jahren waren die Besucherränge nicht so gut besetzt. „Das liegt wohl am Wetter“, sagte Organisator Oliver Schill. Das unbeständige Wetter machte den Sportlern dagegen gar nichts aus. Frei nach dem Motto „Wir  werden ja eh nass.“

SZ/BZ-Mitarbeiterin Annette Nüßle hätte gerne ihren Beitrag zum Weltrekordversuch beigetragen, war aber mit Fotografieren beschäftigt.