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Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Bilaniuk · 13.10.2017

Tatort: Eine Magstadterin entdeckt die Leiche

Kreis Böblingen: Alexandra Zähringer bringt am Sonntagabend den Stuttgarter ARD-Krimi in Schwung: Sie entdeckt auf einer Landstraße bei Waldenbuch einen Toten

Eine Magstadterin eröffnet den Stuttgarter Tatort – genau das ist am kommenden Sonntagabend um 20.15 Uhr in der ARD der Fall. „Die Dreharbeiten in Waldenbuch gingen bis 3 Uhr nachts“, sagt Schauspielerin Alexandra Zähringer.

Ein verunglücktes Auto, ein blutüberströmter Mann und eine Leiche, die von einer schreienden Frau entdeckt wird –der Anfang des Stuttgarter Tatorts „Der rote Schatten“ wird es am Sonntagabend in sich haben. Das findet auch die schreiende Frau aus den ersten Tatort-Minuten. „Das war schon gruselig. Ich fahre mit meinem Mann von einem Abendessen nach Hause. Als wir nachts an einer Unfallstelle vorbeikommen, wollen wir helfen. Dabei entdecke ich eine Leiche im Auto“, sagt die Magstadter Schauspielerin Alexandra Zähringer.

Bis nachts um drei Uhr mussten Zähringer und ihre Schauspielkollegen Ende März damals auf der eigens für die Dreharbeiten abgesperrten Straße zwischen Waldenbuch und Steinenbronn ausharren, erst dann war die Anfangsszene des neuen Stuttgarter Tatorts im Kasten. „Ich habe meinen kurzen Text bestimmt 50-mal aufsagen müssen, bis unser Regisseur Dominik Graf zufrieden war. In meinem Abendkleid war es mir ziemlich kalt, immerhin hat es nicht geregnet“, erinnert sich die 39-Jährige.

Das emotionale Schreien beim Fund der Leiche war für Alexandra Zähringer kein Problem. „Damit habe ich schon beim Tatort-Casting in Ludwigsburg überzeugt, wo ich mich gegen 20 andere Bewerberinnen durchgesetzt habe“, sagt sie. Als dann wenige Wochen nach dem Casting die Zusage für die Rolle kommt, ist Alexandra Zähringer ein wenig stolz auf sich. „In einem deutschen Kulturgut wie dem Tatort mitzuwirken, ist schon etwas Besonderes. Mich stört es dabei auch nicht, dass meine Rolle nur eine kleine ist.“

Zur Schauspielerei kam Alexandra Zähringer, die bis zu ihrem 23. Lebensjahr in Magstadt wohnte und vor Kurzem nach Pforzheim gezogen ist, durch ihre beiden Töchter Soraya (9 Jahre) und Salome (6). Über ein Facebook-Familienbild wurde damals eine Kinderagentur auf die beiden aufmerksam. Es folgten kleinere Rollen in Werbefilmen und schließlich vor rund zwei Jahren auch ein Angebot an die Mama.

„Ein Regisseur sagte mir damals, dass für Werbedrehs Frauen mittleren Alters gesucht werden und ob ich nicht Lust hätte, auch mal vor der Kamera zu stehen. Nachdem ich kurz über das ‚mittlere Alter‘ nachdenken musste, habe ich beschlossen, das zu machen“, sagt die selbstständige Praxismanagerin für Zahnärzte und lacht.

Es folgen unter anderem Auftritte in Werbefilmen für Bosch, Mercedes und Porsche. Auch beim Videodreh für das Lied „Zuhause ist die Welt noch in Ordnung“ der Musiker Sido und Adel Tawil ist Alexandra Zähringer gemeinsam mit ihrer Tochter Soraya zu sehen. „Am besten gefällt mir, dass man bei den verschiedenen Drehs neue Leute kennenlernt und interessante Gespräche führen kann. Mit vielen der Schauspieler-Kollegen bleibt man auch in Kontakt und nicht wenige sieht man bei einem anderen Dreh dann plötzlich wieder“, sagt die 39-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne an ihrem Golf-Handicap (23) arbeitet, Crosseinrad fährt oder tauchen geht.

Zu viele Rollen möchte die zweifache Mutter in nächster Zeit nicht annehmen. „Ich mache das, was interessant klingt. Jedes Angebot werde ich nicht wahrnehmen“. Besonders gut gefallen haben Alexandra Zähringer vor einigen Wochen die Dreharbeiten für einen Lidl-Werbespot in einer alten Augsburger Villa. „Das waren zwei schöne Tage, bei denen unter den Kollegen und der Dreh-Crew viel gelacht wurde“, sagt Alexandra Zähringer, die in dem Kurzfilm die Mutter eines jungen Mannes spielt. Mittlerweile ist der Spott „LIDL-Land“ auch online zu sehen.

Außer im Tatort ist Alexandra Zähringer, die portugiesische Eltern hat, im nächsten Jahr auch in der ZDF-Krimiserie „Soko Stuttgart“ zu sehen. Dann allerdings als Leiche. „Ich kann also nicht nur Leichen finden, sondern habe auch schon eine gespielt. Jetzt fehlt mir praktisch nur noch die Rolle der Mörderin“, sagt die in Magstadt aufgewachsene Blondine lachend.

Zunächst einmal ist sie jetzt allerdings im Tatort-Fieber. Am Sonntagabend wird sie sich gemeinsam mit den Schauspielerkollegen in der Ludwigsburger Scala den Tatort „Der rote Schatten“, dessen Handlung bis in die RAF-Zeit von vor 40 Jahren zurückreicht, anschauen. „Ich sehe den Film dann auch zum ersten Mal und bin sehr gespannt, was von unserem zwölfstündigen Dreh letztlich übrig geblieben ist“, sagt Alexandra Zähringer.

Für Daniel Bilaniuk gehört der Tatort am Sonntagabend zum Abschluss der Woche einfach dazu.

Die Magstadterin Alexandra Zähringer und ihre Tochter Soraya beim Dreh für das Musikvideo „Zuhause ist die Welt noch in Ordnung“ von den Sängern Sido und Adel Tawil.

Bild: z