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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 22.07.2019

Streit um Geld und Zigaretten im Flüchtlingsheim

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Ein 34-Jähriger aus Afghanistan hat einem 20 Jahre alten Iraner zweimal mit dem Messer in Po und Unterschenkel gestochen, zudem packte er ihn am Hals. Der 34 Jahre alte Angeklagte hatte am 20. Februar diesen Jahres offenbar das Bedürfnis, zu rauchen. Er verlangte von einem 20-Jährigen Zigaretten und Geld. Beide wohnen in einem Flüchtlingswohnheim in Holzgerlingen , haben dort aber getrennte Räume.


„Er kam ohne anzuklopfen in mein Zimmer“, sagte der 20-Jährige in der Hauptverhandlung gegen den 34-Jährigen vor dem Böblinger Amtsgericht. Der Angeklagte sei sehr aggressiv aufgetreten. Er packte den 20-Jährigen am Hals, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Der 20-Jährige konnte sich aus diesem Griff befreien, ging aus seinem Zimmer und schloss ab.


Der Angeklagte öffnete gewaltsam die Tür und verfolgte den 20-Jährigen – nun mit einem Messer in der Hand. „Ich kann nicht sagen, woher er das hatte“, sagte der 20-Jährige, der inzwischen die Polizei angerufen hatte. „Ich bin die Treppe herunter gelaufen und habe auf die Polizei gewartet“, schilderte der 20-Jährige, „der Angeklagte ist mir nachgelaufen und kam mit dem Messer auf mich zu. Er stach in meine Richtung und hat mich zweimal getroffen.“


„Man bleibt fassungslos zurück, wie man wegen so einer Forderung nach Geld und Zigaretten zu solchen Mitteln greifen kann“, sagte der Vorsitzende Richter Kömpf in seiner Urteilsbegründung, „die Tat ist schwer begreifbar, aus nichtigem Anlass kam es zu roher Gewalt.“ Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu der Gefängnisstrafe von zwei Jahren und einem Monat. Bei Strafen über zwei Jahren schließt sich von Gesetzeswegen eine Bewährung aus. „Es hätte aber auch keine Bewährung gegeben, wäre die Strafe niedriger ausgefallen“, sagte der Vorsitzende.