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Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden · 09.02.2019

Stadt als Weide für Schafe

Sindelfingen: Jugendgemeinderat will Rainer Bonks Blauschafe haben

Mit seiner Blauschafherde zieht Rainer Bonk durch Deutschland. Bild: Bonk

Demnächst könnte Sindelfingen um eine Herde Schafe reicher sein. Zumindest vorübergehend. Als eines unter mehreren Projekten diskutierte der neue Jugendgemeinderat (JGR) in seiner ersten Sitzung darüber, eine Schafherde aus lauter blauen Plastik-Tieren in die Stadt zu holen.

Die blauen Schafe sind Geschöpfe des Aktionskünstlers Rainer Bonk, erklärt JGR-Vorstandsmitglied Martin Wenger. Dabei stelle der Künstler eine sogenannte Friedensherde auf. Einzelheiten zum Prozedere kann er zu dieser ersten Sitzung noch nicht nennen. Denn der Künstler sei derzeit noch im Urlaub.

Die Projektgruppe überlege, ob man die Schafaktion in Kooperation mit dem Europabüro der Stadt veranstalte, sagt aber Martin Wenger. Es könne auch sein, dass der JGR letztlich nur als Anstoßgeber firmiere und andere städtische Gremien oder Einrichtungen aktiv würden. Letztlich. So Martin Wenger, hänge vieles vom Künstler selbst ab.

Die Jugendbeauftragte Jana Kastner geht von zwei grundsätzlich verschiedenen Blauschaf-Modellen aus. So sei denkbar, dass die Stadt selbst blaue Schafe für rund 150 Euro pro Stück erwerbe. Oder dass man versuche, Sindelfingen zur Station für die durch ganz Europa ziehende Blauschafherde zu machen. Was mit dieser Herde passiere, entscheide aber letztlich der Künstler.

Der Vorschlag von Jugendgemeinderat Felix Koch, die Schafherde zur kommenden Biennale zu holen, führt zu Widerspruch. Der Schafauftritt sei prädestiniert für die anstehende Europawahl, sagt Vorstand Tom Klotz.

Blauschaferfinder Rainer Bonk informiert auf seiner Internetseite, dass die Tour mit seiner Blauschafherde unter Schirmherrschaft des EU-Parlaments stehe. Bei genauerem Hinsehen falle auf, dass es sich bei seiner ultramarinfarbenen, in EU-Blau gehaltenen Herde stets um dieselbe Figur handle, jeweils nur in unterschiedlicher Positionierung. Das entspreche der zentralen Herdenbotschaft: Alle sind gleich, jeder ist wichtig.

Erstwähler

Weitere geplante Projekte des JGR sind unter anderem Veranstaltungen zur Kommunalwahl, um diesmal mehr Erstwähler als zuletzt zu mobilisieren. Dazu sollen die Schulen kontaktiert werden. Weiter wird die Einrichtung einer Online-Jobbörse zur Nachbarschaftshilfe angepeilt. Gespräche sind dazu mit Jugendcafé-Leiterin Marie Schneider für den 19. Februar geplant. Auch die Einrichtung eines Parcoursparks verfolgt eine Projektgruppe. Ihr derzeitiger Standortfavorit ist der Sommerhofenpark im Bereich des Verkehrsübungsplatzes, als Standortalternative wird der Umkreis der Skateanlage am Glaspalast gehandelt.