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Von unserem Mitarbeiter Edip Zvizdiç · 27.12.2018

Sportkreis-Team lässt die Muskeln spielen

Fußball: 16. AH-Städtecup im Rahmen der Hallenfußball-Gala im Sindelfinger Glaspalast / GSV Maichingen wird Zweiter aufgrund des schlechteren Torverhältnisses

Lieferten sich packende Duelle: die Teams beim 16. AH-Städtecup im Sindelfinger Glaspalast. Bild: automotorart

Den 16. AH-Städtecup im Rahmen der Hallenfußball-Gala im Sindelfinger Glaspalast hat erstmals der Sportkreis Böblingen gewonnen. Den zweiten Platz bei den Alten Herren sicherte sich der GSV Maichingen (Sieger 2011), gefolgt vom TV Darmsheim (2006, 2007, 2010 und 2014), der SV Böblingen (2004, 2013 und 2016, 2017), dem TSV Dagersheim (2005 und 2009) und dem VfL Sindelfingen (2003, 2008, 2012, 2015).

Mit fast komplett neuem Team hat sich der Sportkreis Böblingen verdientermaßen den Titel beim AH-Städtecup geholt. Erstmals hütete Halil Atay das Tor. Davor sorgten Karlheinz „Charly“ Mayer, Mehmet Özkoyuncu und Christos „Kiwi“ Kiwranoglou für Ordnung. Für die Tore sorgten die beiden noch aktiven Fatih Halil (TSV Kuppingen) und Steffen Reutter (TV Gültstein). Ruhender Pol beim erstmaligen Turniersieger war Kurt Kremm. Der ehemalige Spieler des FC Bayern München (zwei Bundesligaspiele) war begeistert vom Geschehen im Glaspalast. „Kiwi hat mich angerufen und gefragt, ob ich mitspielen könnte. Ich wusste gar nichts von diesem überragenden AH-Turnier.“

Erfolg an alter Wirkungsstätte

Das letzte Mal war Kurt Kremm vor 20 Jahren im Glaspalast am Ball – auch damals mit dem größtmöglichen Erfolg. Mit dem 1. FC Pforzheim gewann der mittlerweile 55-Jährige, der sich ein Mal in der Woche bei den Alten Herren des TSV Kuppingen fit hält, 1998 die Hallenfußball-Gala. „Ich glaube, dass ich seit damals auch gar nicht mehr hier war“, musste Kurt Kremm nach dem Turnier grinsen. „Umso schöner, wenn man erneut den Siegerpokal mit nach Hause nehmen kann.“ Fast mehr als über den Titelgewinn freute sich Kurt Kremm über das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. „Das ist eine ganz tolle Sache hier, im nächsten Jahr bin ich wieder am Start.“

Mit drei Siegen und zwei Unentschieden beendete der Sportkreis Böblingen mit elf Zählern den AH-Wettbewerb – genauso wie der GSV Maichingen. Während der Sportkreis aber eine Tordifferenz von 9:3 aufwies, hatten die Maichinger am Ende 4:1 Tore auf dem Konto. Überragend agierten dabei Torwart Andreas Müller sowie Kresimir Lukic, der 2009 die Gala mit dem SGV Freiberg gewinnen konnte. Entsprechend hatte AH-Leiter Andreas Schrempf nach dem Turnier ein lachendes und ein weinendes Auge. „Wir waren richtig gut, haben kein Spiel verloren und hätten auch gerne diesen Wettbewerb gewonnen. Aber der Sportkreis hat sich den Titel verdient. Sie waren in den vergangenen Jahren mehrmals nah dran am Turniersieg. Für uns war es trotzdem ein tolles Jahr. Wir haben alle sechs Feldspiele gewonnen und auch den Städtecup ohne Niederlage beendet.“

Ein ordentliches Turnier spielte auch Rekordsieger TV Darmsheim. Letztlich reichte es der Mannschaft um Torhüter Matthias Gann und Spielmacher Tobias Lindner mit sieben Zählern aber nur zum dritten Platz. „Das geht in Ordnung, da uns in diesem Jahr einige Akteure gefehlt haben“, sagte der Coach der Landesliga-Mannschaft. Vor allem Bruder Marcel Lindner und Faruk Tekin, der dieses Mal im Dress des VfL Sindelfingen auflief, fehlten als Anspielstationen in der Offensive.

Enttäuschend hingegen war der Auftritt der SV Böblingen. Mit etlichen ehemaligen Drittligaspielern am Start, reichte es für den Sieger der beiden letzten Jahre dieses Mal mit sieben Punkten nur zu Rang vier. Jorge Calderon, Denis Tuksar, Egbert Schwartz, Frank Sieber und erstmals auch Klaus Breidinger versprachen AH-Fußball der Extraklasse. Den zeigten die Böblinger durchaus, aber nur bis vor dem gegnerischen Tor. Es fehlte der von Roland „Brauni“ Braun gecoachten SVB schlichtweg ein Knipser. „Ich allein stand fünf Mal vor dem gegnerischen Torwart und habe nichts reingebracht. Das war nichts“, fasste Mario Estasi den dürftigen Auftritt seiner Mannschaft zusammen, die damit den angestrebten Titel-Hattrick verpasste.

Mit fünf Zählern nach drei Spielen befand sich auch der TSV Dagersheim lange auf Kurs „dritter Titel“ beim AH-Städtecup. Dann folgte allerdings im besten Spiel des Abends eine 2:3-Niederlage gegen den Sportkreis Böblingen, ehe durch die abschließende 1:2-Pleite gegen die SV Böblingen auch noch Rang drei verspielt war. So stand am Ende nur der fünfte Platz für die Mannschaft um Rainer Kuppinger, Massimo Magrini und Michele Zottoli zu Buche. „Schade, da war deutlich mehr drin“, kommentierte Salvatore Magrini den Auftritt seines Teams. „Für mich war es eine gute Gelegenheit, den Rasen im Hinblick auf das Gala-Hauptturnier kennenzulernen“, sagte Salvatore Magrini.

Das einzig Gute aus Sicht des VfL Sindelfingen: Durch den erstmaligen Erfolg des Sportkreises Böblingen bleibt der Turniergastgeber gemeinsam mit dem TV Darmsheim und der SV Böblingen (je vier Titel) Rekordsieger des AH-Städtecups. Ansonsten könnte man geflissentlich den Mantel des Schweigens über den Auftritt des von Ausfällen geplagten Teams um Luis Almeida legen. Nach fünf Niederlagen beendete der VfL den Städtecup erstmals als Letzter. Ohne Torwart Andreas Schnaufer, der nach zwei Spielen verletzt aufhören musste, war nicht mehr viel zu holen. Enttäuschend war vor allem die Leistung von Denis Gonsior, der mit dem TV Darmsheim am Freitag noch das Aktiventurnier in Deufringen gewonnen hatte. Der ehemalige VfL-Verbandsligaspieler zeigte sich nach dem AH-Turnier zumindest selbstkritisch: „Ich glaube nicht, dass ich jemals in meinem Leben schlechter gespielt habe als heute.“

SZ/BZ-Mitarbeiter Edip Zvizdiç ist als Hallenfußball-Experte der SZ/BZ zwischen den Jahren besonders beschäftigt.