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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 25.09.2017

Sonne satt über dem Schützenbühlring

Motocross: Rund 11 000 Zuschauer pilgerten am Wochenende nach Holzgerlingen / Großer Andrang bei der Autogrammstunde am Zelt des ADAC

Das hat der KFV Kalteneck verdient: Drei Tage lang von Freitag bis Sonntag scheint die Sonne über dem Holzgerlinger Schützenbühlring, der Motocross-Strecke des Holzgerlinger Klubs. Es herrschen bei den ADAC MX Masters beste Bedingungen für die Fahrer, die Strecke ist optimal präpariert. Kein Vergleich zum vergangenen Jahr, als sich die Piste im sonntäglichen Dauerregen Minute um Minute mehr und mehr in eine Schlammpiste verwandelte.

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„Die Bedingungen sind optimal“, sagt denn auch Dennis Ullrich, alter und neuer Titelträger der MX Masters. Der 24-Jährige ist Mitglied des KFV Kalteneck, den Schützenbühlring kennt er wie seine Westentasche. Nach dem Qualifikationstraining am Samstag saß er zufrieden in seinem Stuhl im Fahrerlager, er fuhr mit seiner leistungsschwächeren 250-Kubikzentimeter-Maschine die sechstbeste Startzeit. „Das war absolut in Ordnung“, sagt Ullrich, allerdings fehlen ihm etwas die Spurrillen. „Ich muss da noch mal mit den Veranstaltern sprechen. Vielleicht wird die Strecke noch etwas gegrubbert“, sagt Ullrich mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich wird die Piste mit schwerem Gerät nochmals präpariert. Dies aber nicht auf Wunsch Ullrichs, diese Maßnahme wird grundsätzlich ergriffen, um beste Streckenverhältnisse zu schaffen.

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Großer Andrang herrscht in der Mittagspause bei der Autogrammstunde am Zelt des ADAC. Dennis Ullrich, Jeremy Seewer, Max Nagl oder Henry Jacobi schreiben ihren Namen auf Poster, Plakate oder auch Shirts. Die Schlange ist lang, die sich vor den Tischen der Fahrer bildet. Einmal mehr zeigt sich, dass die Motocrosser Sportler zum Anfassen sind. Die Besucher können ungehindert durchs Fahrerlager schlendern, die Fahrer haben, wenn sie sich nicht gerade in der Konzentrationsphase vor einem Rennen befinden, Zeit für Selfies oder auch dafür Fragen zu beantworten.

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Mittagspause bedeutet nicht etwa, dass auf der Strecke nichts los wäre. Vielmehr sind Planierraupen, Traktoren und Bagger im Einsatz. „Wir schauen uns kurz vor der Pause die Strecke an und entschärfen gefährliche Stellen“, sagt Alexander Brodbeck aus Weil im Schönbuch, er ist Rennleiter der MX Masters. Swen Blümer übernimmt diesen Part beim Junior Cup und beim Youngster Cup. Hauptsächlich auf der Startgeraden ist eine Planierraupe im Einsatz, da dort an einer Stelle die Strecke gekreuzt wird und die Spuren und Rillen wieder eingeebnet werden. Auf der Wiesenschleife dreht ein Traktor seine Runde, er reißt die Strecke auf. „Die Fahrer haben dadurch einen optimalen Grip“, sagt Brodbeck.

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Die schweren Maschinen werden dem KFV Kalteneck zur Verfügung gestellt, die Fahrer sind Mitglieder des Vereins. Sie haben allesamt die notwendigen Führerscheine, um die Baugeräte bewegen zu dürfen. Federführend ist Jürgen Mauer für den Streckendienst verantwortlich. Er teilt seine Helfer ein und sitzt selbst in einer Planierraupe.

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Dieter Berner, Markus Schäfer und Patrick Stricker teilen sich die Leitung des Rote-Kreuz-Teams auf. Etwa 65 Helfer sind am Rennsonntag im Einsatz. Dazu kommen vier Notärzte. Der weit überwiegende Teil der Rot-Kreuzler stammt vom Ortsverein Holzgerlingen/Altdorf, aber auch von befreundeten Ortsvereinen sind Sanitäter vor Ort. Die Helfer sind so aufgestellt, dass sie die komplette Strecke einsehen.

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Im Vorfeld der Veranstaltung trifft sich das Rettungsteam mit dem Veranstalter und einem Fahrer, um verschiedene Unfallszenarien zu simulieren. „Wir lernen dabei auch die Kleidung der Fahrer kennen“, erklärt Markus Schäfer. Die Motocross-Veranstaltung sei für den Ortsverein „der Höhepunkt des Jahres“, sagt Berner. Es sei unproblematisch, ausreichend Helfer für diese Veranstaltung zu finden. Die Wege auf die Strecke sind kurz für das Rote Kreuz aufgrund der strategischen Verteilung der Helferteams rund um die Piste. Zum einen ist dadurch schnelle Hilfe gewährleistet, zum anderen wird die Veranstaltung somit nur kurzzeitig unterbrochen. Eine schnelle Rettung dient auch der Sicherheit der Helfer, die sich so wenig wie möglich auf der Strecke aufhalten. „Die Sicherheit ist das höchste Gut“, sagt Dieter Berner.

Im letzten Jahr noch Schlammwüste und nun eine staubige Angelegenheit: der Schützenbühlring. Bilder: Photo 5