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Von Jürgen Haar und Werner Eberhardt · 06.07.2018

Smart-Fans feiern den kleinen Flitzer

Böblingen/Hambach: Vor 20 Jahren läuft der erste Smart in Lothringen vom Band / Kompletter Umstieg auf den Elektroantrieb

  • Der Smart der ersten Generation.

  • Der Smart Jeremy mit Flügeln.

  • Ein Smart für die Polizei.

  • Auf der Bühne in Hambach: Britta Seeger, im Daimler-Vorstand zuständig für den Vertrieb, Smart-Chefin Dr. Annette Winkler und der ehemalige Mercedes-Chef Prof. Jürgen Hubbert (von links). Bild: z

Es waren radikale Ideen, die in den 1970er Jahren in den Köpfen von Mercedes-Entwicklern reiften. Ihr „Auto der Zukunft“ stellte das traditionelle Automobil auf den Prüfstand. Skizzen des Mercedes-Ingenieurs Johann Tomforde waren die Grundlage für eine Erfolgsgeschichte, die erst viele Jahre später begann. Vor 20 Jahren, im Juli 1998, lief der erste Smart vom Band.

Ein Smart mit Anhänger, ein Smart Roadster in Knallorange oder ein Smart als Kommandowagen für die Feuerwehr – was da am letzten Samstag im lothringischen Hambach in Reih’ und Glied aufgestellt wurde, lässt die Herzen der Smart-Fans höher schlagen. Mehrere Tausend Smart-Mitarbeiter und ihre Familien, Smart-Fahrer sowie ehemalige und aktuelle Verantwortliche von Daimler feierten vor und auf dem Werksgelände das Smart-Jubiläum.

Vor 20 Jahren kommt eines der ungewöhnlichsten Serienfahrzeuge auf den Markt. Es ist erkennbar anders als herkömmliche Autos – das Smart City Coupé, das heute Smart Fortwo heißt und seit 2014 in der dritten Generation auf dem Markt ist. Knapp über zweieinhalb Meter lang, passt der Zweisitzer auch quer in Parklücken und begründet eine eigene Klasse. Damit nimmt Smart schon auf der IAA 1997 Antworten auf Fragen der urbanen individuellen Mobilität vorweg, die sich heute mehr denn je stellen.

2,2 Millionen Fahrzeuge

Die Fertigung beginnt im Juli 1998 und nach 20 Jahren Bauzeit steht fest: Die Idee hat sich durchgesetzt, über 2,2 Millionen Smart wurden bis jetzt verkauft. Der Smart ist dank technischer Neuerungen und einem Design, das Funktionalität mit Lebensfreude verbindet, zum Kultauto geworden.

„Smart ist seit seiner Gründung ein Pionier der Automobilindustrie, und das allumfassend: vom revolutionären Fahrzeugkonzept über die zukunftsweisende Werksarchitektur in Hambach bis hin zum aktuellsten Schritt, der Ausrichtung der Marke auf rein elektrische Antriebe“, sagt die langjährige Smart-Chefin Dr. Annette Winkler.

In 46 Ländern

Nachdem der Smart Fortwo zunächst nur in Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern angeboten wurde, ist er heute in 46 Ländern weltweit erhältlich.

2014 kam die aktuelle, dritte Generation auf den Markt. Der Smart Fortwo wurde in nahezu allen Bereichen verbessert und deutlich komfortabler. Das Smart-typische Heckmotorkonzept wird erstmals auch im viersitzigen Smart Forfour angeboten. Smart Fortwo und Smart Forfour sind als Mitglied der gleichen Familie zu erkennen. So sind viele Designmerkmale, wie die Scheinwerfer, Kühlluftgitter im Frontbereich und die Sicherheitszelle identisch.

2016 folgt das Smart Fortwo Cabrio. Sein Faltverdeck ermöglicht eine besondere Flexibilität: Auf Knopfdruck verwandelt sich das Fahrzeug vom geschlossenen Zweisitzer zu einem Auto mit großem Faltschiebedach bis hin zum Cabriolet mit komplett geöffnetem Verdeck. So lässt sich das Frischluftvergnügen an das Wetter, die Lust und die Laune anpassen.

Nur noch mit Elektroantrieb

Als erste Automobilmarke peilt Smart den konsequenten Umstieg vom Verbrenner auf den Elektroantrieb an: Seit 2017 ist Smart in den USA, Kanada und Norwegen ausschließlich elektrisch unterwegs, ab 2020 soll es auch in Deutschland und Westeuropa ausschließlich Smart mit batterieelektrischem Antrieb geben. Der Rest der Welt soll kurz darauf folgen.

Nach Smart Fortwo Coupé und Smart Forfour ist im Sommer 2017 auch das Smart Fortwo Cabrio mit batterieelektrischem Antrieb gestartet.

Der Smart Fortwo wird bis heute in einem eigens für ihn errichteten Werk im französischen Hambach gebaut. Zum Produktionsstart 1998 kamen der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige französische Präsident Jacques Chirac.

Das Smart Werk, auch Smartville genannt, nahm 1997 seine Produktion auf. Systempartner, die auf dem Gelände angesiedelt sind, liefern zum Teil vorgefertigte Module direkt an das Montageband. Teilweise bauen sie ihre vorgefertigten Baugruppen selbst in den Smart ein. Der Transport- und Logistikaufwand wurde so auf ein Minimum reduziert. Flexibilität, just in time und minimale Lieferfristen auf allen Ebenen zählen zu den Faktoren, die bis heute beispielhaft sind.