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Von unserer Redakteurin 
Rebekka Groß · 06.04.2020

Sindelfinger Tafel: Erst fehlte die Ware, dann die Kunden

Sindelfingen: Der Tafelladen „Martinslädle“ versorgt die Bedürftigen auch zu Zeiten der Corona-Krise – doch weil in letzter Zeit viele Kunden wegbleiben, fehlt es an Geld

Martinslädle-Leiter Thomas Ehret beim morgendlichen Befüllen der Regale. Bild: Groß

Leicht ist die Arbeit der Tafelläden zu Zeiten der Corona-Krise nicht. „In der ersten Woche, als das Virus hier in Deutschland ankam, ist bei uns alles zusammengebrochen“, berichtet Thomas Ehret. Da es vielerorts zu Hamsterkäufen kam, waren die Märkte, bei denen er seine Ware bezieht, mit dem Auffüllen der Regale beschäftigt. Zeit, Produkte als Spende für den Tafelladen abzuschreiben, blieb da nicht. „Da wir so wenig Ware hatten, mussten wir diese reglementieren“, so Ehret.

 

Im Verkaufsraum wurden Vorkehrungen getroffen, um den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten. So dürfen nur noch bis zu fünf Personen gleichzeitig einkaufen. Auf dem Boden wurden Abstandsmarkierungen angebracht. Außerdem bekommt jeder Kunde beim Betreten des Ladens ein Paar Handschuhe. Zum Schutz der Mitarbeiter ist der Kassenbereich mit einer Plexiglas-Holz-Konstruktion abgegrenzt.

 

 

Das Absurde: Nach der Ausnahmewoche, funktionierten die Lieferwege wieder. Die Regale des Martinslädle und auch das Kühllager in Maichingen, das als zentrale Sammelstelle für die Auslieferung an die kooperierenden Tafeln dient, waren wieder gut gefüllt. Doch dann blieben plötzlich die Kunden weg. Viele der Waren, die Thomas Ehret und sein Team abgeholt und zwischengelagert hatten, konnten sie nicht verkaufen. „Das tut richtig weh, wenn man die Ware entsorgen muss“, sagt der 57-Jährige. An normalen Tagen versorgt die Sindelfinger Tafel rund 200 bedürftige Haushalte, was ungefähr 800 Personen entspricht. In den letzten Wochen kamen nur knapp die Hälfte der Kundschaft.

 

 

Tafelläden im Kreis Böblingen

 

 

- Sindelfingen: Das Martinslädle hat wie gewohnt immer montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr geöffnet. 
- Böblingen: Nach fast vier Wochen Schließung wegen fehlender Helfer, ist die Tafel Böblingen ab Mittwoch, den 15. April mit geänderten Öffnungszeiten für die Kunden da: Immer Mittwoch und Donnerstag von 10.30 bis 14 Uhr und freitags von 10.30 bis 13 Uhr.
- Weil der Stadt: Nach zwei Wochen andauernder Schließung öffnet der Tafelladen ab dem heutigen Dienstag wieder. Immer dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr findet der Verkauf im Hof des Spitals mit einem eingeschränkten Warenangebot statt.
- Leonberg: Der Tafelladen hat wegen fehlender Helfer mit geänderten Öffnungszeiten immer montags und donnerstags von 12 bis 15 Uhr geöffnet.
- Herrenberg: Der Tafelladen hat zu den üblichen Zeiten, immer montags von 11 bis 14.30 Uhr, dienstags von 14 bis 16.30 Uhr und mittwochs bis freitags von 10.30 bis 13 Uhr, geöffnet.

 

 

Der komplette Artikel steht am Dienstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de