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Bernd Heiden · 13.11.2018

"Sicherheit ist ein totalitärer Begriff"

Sindelfingen: Prof. Dr. Thomas Fischer im Gespräch mit SZ/BZ-Chefredakteur Jürgen Haar bei Röhms Literaturtribüne auf dem Marktplatz

Bild: ra2 studio / Adobe Stock

Großer Andrang beim vierten Literaturtribüne-Abend der Buchhandlung Röhm. Die Neugier gilt Prof. Dr. Thomas Fischer, ehemals Vorsitzernder Richter am Bundesgerichtshof und deutschlandweit bekannter Kolumnist. Im Gespräch mit SZ/BZ Chefredakteur Jürgen Haar erklärt er mal hochabstrakt, mal köstlich konkret, wovon sein Buch „Über das Strafen“ handelt.

Kein Lehrbuch für Anfänger oder ‘Strafrecht leicht gemacht’ sei sein Werk. Auch keine Fallschilderung à la ‘Meine schönsten Morde’, sagt Thomas Fischer. Dabei besteht kaum Zweifel: Er hätte mühelos das eine wie das andere schreiben können. Unter Juristen firmiert sein jährlich erscheinender Kommentar zum Strafgesetzbuch schlicht als „Der Fischer“. Und mit langjähriger Praxis als Strafrichter bis zum Vorsitzenden der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Leipzig, bevor er in sächsische Staatsministerium der Justiz und 2000 an den Bundesgerichtshof wechselte, hätte er genügend Storys auf Lager, die Spannungs- und Blutflussbedürfnis eines breiten Publikums befriedigen würden.
Nein, in seinem Buch unternehme er den Versuch, grundlegende Begriffe des Strafrechts von Schuld über Wahrheit bis zum freien Willen zu erklären und auch Einblicke zu vermitteln, wie das Strafrecht funktioniere, sagt Thomas Fischer. Der Untertitel des Buches „Recht und Sicherheit in der demokratischen Gesellschaft“ deutet an, worauf Buchhändler Ulrich Röhm zur Begrüßung hinweist. Das vordergründig juristische Thema reiche bis in philosophische und soziologische Kategorien.
Mit anderen Worten: Es geht auch um sehr fundemantela Fragen wie Verantwortung, Schuld, Gerechtigkeit. Fragen, die auch Jürgen Haar, selbst sechs Jahre Schöffe am Amtsgericht, an den Strafrechtler richtet. Etwa die: Wie macht man sich als Richter von Scheinwahrheiten frei?


Der komplette Artikel samt Kommentar steht am Mittwoch in der SZ/BZ und auf www.szbz.de