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Von unserem Mitarbeiter Ronald Lars · 08.08.2014

Schumis erster Weltmeisterwagen

Böblingen: Motorworld ersteigert Michael Schumachers legendären Rennwagen / Aus Rücksicht bis jetzt geheim gehalten

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ong>Aus Rücksichtnahme auf den bei einem Skiunfall verunglückten Michael Schumacher wurde die Nachricht bislang geheim gehalten, doch jetzt ist es raus: Die Motorworld hat den ersten Weltmeisterwagen des Rennfahrers ersteigert und wird ihn auf dem Flugfeld ausstellen.

Kaum ein Schicksalsschlag, der mehr Motosport-Fans berührt hätte, als der tragische Skiunfall von Michael Schumacher am 29. Dezember 2013. Anteilnahme und Genesungswünsche aus der ganzen Welt bezeugen Größe und Bekanntheitsgrad des Ausnahmesportlers. Schumacher ist der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte. Sieben Weltmeistertitel, 91 Siege, 68 Pole Positions, 77 schnellste Rennrunden, 1566 WM-Punkte, 155 Podestplätze, 5111 Führungsrunden auf über 24 109 Kilometern. Rund 32,5 Millionen Treffer ergeben sich in weniger als 24 Sekunden bei der Eingabe seines Namens. Superlative, die sich anscheinend endlos fortführen lassen.

Einige Wochen vor dem tragischen Unglück wurde sein erster und damit bedeutendster Weltmeister-Rennwagen, der 1994er Benetton Ford B194-5, vom Auktionshaus Bonhams London zur Versteigerung angeboten. Das Kraftpaket wartete komplett funktionsfähig und rennbereit auf einen neuen Besitzer.

Kaum eine Formel-1-Saison war so aufregend wie die des Jahres 1994, das erste von insgesamt sieben Weltmeisterjahren. Die tragischen Todesfälle von Roland Ratzenberger am 30. April 1994 und Ayrton Senna am 1. Mai 1994 beim Großen Preis von San Marino, massive Regeländerungen, Wiedereinführung der Tankstopps, einige Disqualifikationen und Startverbote für Michael Schumacher und vieles mehr sorgte für Spannung.

Der Benetton B194 versprach schon bei Testfahrten viel, und dominierte tatsächlich die ersten Rennen der 94er-Saison. Doch bis zuletzt war alles offen. Beim letzten Rennen der Saison, dem Großen Preis von Australien in Adelaide, schieden Schumachers Titelkontrahenten, Damon Hill und Jos Verstappen, nach einem umstrittenen Zusammenstoß aus. Michael Schumacher und das Team „Mild Seven Benetton Ford“ gewann damit am 13. November 1994 den ersten WM-Titel.

Selbst das weltweit für seine historische Rennwagen und Klassiker bekannte Auktionshaus Bonhams hat selten ein Ausnahmefahrzeug wie den Benetton Ford B194 im Angebot. Ein echter Schatz der Rennsport-Szene wurde gehoben. Denn der Motor des Boliden ist voll funktionsfähig und in Original-Zustand mit Ersatzteilen und kompletter Boxenausstattung. Im Klartext – das Auto ist startklar.

Das war eine einmalige Chance für Andreas Dünkel, den Besitzer der Motorworld Region Stuttgart, auf dem Flugfeld in Böblingen. Der passionierte Motorsport-Fan und Oldtimer-Sammler ersteigerte die Rarität. Der Zuschlag erging spätabends am Sonntag, 1. Dezember 2013.

Die anonyme Auktion beschäftigte die Medien. Wo war der spektakuläre Schumacher-Weltmeister-Bolide gelandet? Die Präsentation wurde von der Motorworld für Januar 2014 vorgesehen. Doch es kam anders. Der dramatische Unfall von Michael Schumacher am 29. Dezember 2013 änderte alles. Tiefe Betroffenheit weltweit. Eine euphorische Performance wäre absolut unpassend, unangebracht und respektlos gewesen. Die Zeit nahm ihren Lauf. Wochen und Monate vergingen. Die zuletzt gute Nachricht über den Genesungsverlauf von Michael Schumacher war der Auslöser, den Weltmeister-Boliden jetzt zu präsentieren.

Am Samstag, 9. und Sonntag, 10. August kann der Rennwagen beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix als Hommage an Michael Schumacher auf dem Nürburgring bestaunt werden. Im Fahrerlager der Motorworld ist der Benetton Ford B194-5 für jedermann zugänglich. „Keep fighting Michael“ lautet der Gruß an den Rekord-Weltmeister.

Wohin geht die Fahrt des Weltmeister-Rennwagens nach dem Ooldtimer-Grand-Prix? Andreas Dünkel: „Es ist eine Ehre und auch eine Verpflichtung, das Fahrzeug von Michael Schumacher zu präsentieren. Es kann in Zukunft von jedermann besichtigt werden.“ Der genaue Zeitpunkt stehe allerdings noch nicht fest, sagt Motorworld-Leiter Claudio Bergfeld. „Aber es wird sichtbar sein. Entweder in einer Glasbox oder hinter einer Kordel, das müssen wir noch sehen.“

Die Fotos von Schumachers 1994er Weltmeister-Ford entstanden im Rahmen eines Fotoshootings im ehemaligen Eisenbahnreparaturwerk in München-Freimann. So ähnlich hat es in der Motorworld auch ausge- sehen, bevor sie 2009 als „Meilenwerk“ erstmals eröffnet hat.

Bild: Bildermeister