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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 31.03.2018

Schönaich freut sich auf den Radklassiker

Radsport: Der Amateur-Klassiker Rund um Schönaich wird am Ostermontag zum 44. Mal ausgefahren

Am Wolfenberg trennt sich beim Radrennen „Rund um Schönaich“ die Spreu vom Weizen. Bild: Photo 5/A

Rund um Schönaich ist das älteste Straßenradrennen im Bereich des Württembergischen Radsportverbands (WRSV). Es findet am Ostermontag zum 44. Mal statt. Ein Klassiker für die Radamateure. „Die Organisation steht“, sagt Timo Dreher, Präsident des veranstaltenden RSC Schönaich, schon Tage vorher. Ruhig schlafen kann er dennoch nicht.

Das liegt am Geld. „Das Rennen ist nicht gefährdet“, sagt Timo Dreher. Noch nicht. In den letzten Jahren deckten Sponsoren und die Startgelder der Rennfahrer die Kosten des Renntages meist ab. Was von der Bewirtung von Besuchern und Sportlern übrig blieb – abhängig vom Wetter mal mehr, mal weniger –, wurde übers Jahr in die Finanzierung des Vereins gesteckt. Jetzt ist die LBS nach vielen Jahren abgesprungen. Deren Rennserie durch die gesamte Saison, die zuletzt über das Land hinausreichte, wurde regelmäßig in Schönaich gestartet. Jetzt gibt es die Serie nicht mehr.

Dafür erlebt der Heuer-Cup seinen Auftakt. Namensgeber ist ein Stuttgarter Hersteller von Präzisionsteilen, der unter anderem Naben für Laufräder produziert und online vertreibt. Inhaber Joachim Heuer und etliche seiner Mitarbeiter sind nicht nur Radsportfans, sondern treten auch selbst gerne in die Pedale.

Weniger Einnahmen, mehr Ausgaben

„Wir müssen froh sein, dass es solche Leute gibt“, sagt Timo Dreher. Auch wenn diese nicht die Finanzkraft einer Bausparkasse haben. So bringt der Heuer-Cup dem RSC Schönaich weniger Geld in die Kasse als seither der LBS-Cup. Auf der anderen Seite hat das Landratsamt die Auflagen verschärft und damit verteuert. Die Absperrung der Rennstrecke wird aufwendiger.

„Weniger Einnahmen, mehr Ausgaben, da fehlt uns von vornherein ein vierstelliger Betrag“, sagt Timo Dreher. Damit die Rechnung am Ende für seinen Verein doch aufgeht, hofft er auf gutes Wetter mit vielen Zuschauern, die nicht nur an der Strecke für Stimmung sorgen, sondern nebenan auch noch ihren Hunger und ihren Durst stillen.

Die Strecke selbst ist so traditionell wie das Rennen selbst. 9 Kilometer misst die Runde von Schönaich über Breitenstein und Neuweiler zurück nach Schönaich. Start und Ziel befinden sich mitten im Ort (Wettgasse). Mindestens die Vorentscheidung fällt aber am Wolfenberg. Wer in der letzten Runde die rund 15 Prozent steile Rampe am schnellsten meistert, hat den Sieg schon halb in der Tasche, auch wenn der letzte Kilometer bis ins Ziel genauso anstrengend werden kann.

Der Berg als Chance

Der Berg eröffnet starken Außenseitern, die keine Mannschaft zur Unterstützung haben, eine Siegchance. Im Rennen der Frauen etwa Lokalmatadorin Lisa Brandau. Gegen die Schweizerinnen oder die Bundesligateams hätte die Schönaicher Geländespezialistin auf einem flachen Rundkurs keine Chance. Wenn’s so steil bergauf geht, werden die ungeschriebenen Gesetze des Radsports zum Thema Mannschaftsarbeit auch mal außer Kraft gesetzt. Davon könnte Franziska Brauße (RSV Öschelbronn) profitieren. Die Deutsche Meisterin auf der Bahn hat vor eineinhalb Jahren als Juniorin mit Platz 6 (Einzelzeitfahren) und 7 (Massenstart) bei der WM bewiesen, dass sie ihr Handwerk auch auf der Straße versteht.

Bei der Männer-Elite treffen gleich mehrere große Mannschaften mit starken Fahrern aufeinander: Krostitzer mit Mathias Wiele, die Tschechen mit Martin Boubal (2013 und 2014 jeweils 4. in Schönaich) oder die Thüringer mit Philipp Walsleben. In deren Konzert dürfte es dem Magstadter Crosser Jonas Hablitzel schwer fallen, eine große Rolle zu spielen.

Fragezeichen stehen hinter den Lokalmatadoren. Bei Simon Laib ist nicht geklärt, ob sein Team vom Verband die Lizenz erhält, und Mario Vogt könnte nach seinem starken Auftritt in der Türkei (Sieg im Prolog) von seiner Mannschaft noch kurzfristig zur Thailand-Rundfahrt beordert werden.

Bei den Senioren sind mit Matze Lang, Alex Mohr und Sven Hartmann (alle RSC Schönaich) sowie Jürgen Wörn und Frank Düll (beide RSV Öschelbronn) Starter aus zwei Kreisvereinen vertreten.

Info

Der Renntag beginnt am Ostermontag um 9 Uhr mit dem Rennen der Männer C-Klasse. Die beiden wichtigsten Wettbewerbe sind die Rennen der Frauen-Elite (Start 13.45 Uhr) und der Männer-Elite (Start 12.10 Uhr). Die Männer werden nach 144 Kilometer gegen 15.30 Uhr als Letzte im Ziel erwartet.