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Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel · 13.11.2017

Schlammschlacht mit Gladiator und Co.

Ausdauersport: Beim Extreme-Run in Magstadt machen sich beim Hauptlauf 415 Hartgesottene und 135 weitere beim Schülerlauf so richtig schön schmutzig

Von oben bis unten voller Schlamm, manch einer nur mit einem Schuh und auf Socken – so kamen die Starter des Extreme-Runs ins Ziel. Rund 414 Starter wagten sich auf die 10,4 Kilometer lange Strecke und stellten sich am Magstadter Sportplatz nicht nur Wind, Regen und Dreck.

Für die meisten Teilnehmer waren Zeiten und Platzierungen sekundär, musste man doch bei der Fülle der Hindernisse erst einmal unbeschadet das Ziel erreichen.

„Für die Teilnehmer sind die Bedingungen natürlich optimal. Der Wald ist voller Matsch, die haben Spaß“, sagt Karen Stahl vom Veranstaltungsteam. Damit die Duschen an den Buchen in Magstadt von dem schlimmsten Dreck verschont blieben, wurde nach großen Matschhäufen im Vorjahr die Strecke kurzerhand gedreht. Nach der Wasserplane mit Schlamm-Auffangbecken und dem Matschcontainer folgt der Wassergraben, der zumindest die meisten Schuhe wieder zum Vorschein treten lies.

Doppelt mühsam war die Strecke für Lutz Petyo. Der Maichinger hatte sich entschieden, im Gladiator-Kostüm anzutreten. Mit einem großen Helm und sonst nicht allzu viel, was gegen Matsch schützt, schlug er sich durch die Hindernisse. Für das witzigste Kostüm des Tages war er schon im Vorfeld ausgezeichnet worden und hatte sich gegen Batman, Super Mario und drei Sportler mit einem Lauch in der Hand durchgesetzt.

Gekämpft wurde bis zum Schluss, ob gegen den rutschigen Untergrund und den Matschcontainer oder den Gegner. Kopf an Kopf kam das Führungsduo bei den Männern, Nico Seitter und Florian Gall auf die letzte Hindernis-Runde. Beide meisterten das vier Meter hohe Gerüst, Seitter mutiger als Gall. Anschließend warf er sich wagemutig die rutschige Plane hinunter und schlitterte noch mehrere Meter auf schlammigem Boden weiter, Gall schaffte es auf den Beinen zu bleiben und blieb seinem Konkurrenten um den Sieg auf den Fersen.

Das Rennen entschied sich erst am vorletzten Hindernis. Unter einem tiefen Netz mussten die beiden durchkriechen. Mit dem Kopf voran stürzte sich Seitter in den Schlamm, Gall war zögerlicher und verlor die entscheidenden Meter. „Ich wollte heute unbedingt gewinnen und habe mich voll reingeworfen. Besonders die Rutsche war heute ein riesen Spaß für mich“, sagt Sieger Seitter, der nach 40:02 Minuten die Ziellinie überquerte, zehn Sekunden später folgte Florian Gall. Auf Platz drei landete Robin Siegel, ein früherer Triathlet, der sich nun auf Extremläufe spezialisiert hat. „Das war heute Generalprobe und Materialcheck für ‚Gettingtough – The Race‘, ein Extremhindernislauf, an dem ich in drei Wochen teilnehmen will.“

Bei den Frauen war eine Debütantin nicht zu schlagen. Lisa Straßberger war am Samstag zum ersten Mal dabei und hatte bei der Schlammschlacht mächtig Spaß. „Ich bin dreckig und voller Adrenalin, das ist einfach geil“, sagt die Sanwald-Läuferin. Die Herausforderungen auf der Strecke meisterte sie mit Bravour in 51:31 Minuten. „Am Schlammcontainer hatte ich wohl einen Vorteil, weil ich so leicht bin, deswegen bin ich kaum stecken geblieben, den Wassergraben fand ich dafür ganz schön kalt.“ Die weiteren Podestplätze bei den Frauen belegten Sophie Scheck und Ann-Kathrin Rieger.

Auf Socken, mit dem verbliebenen Schuh in der Hand lief Filipe Gonzales über den Zielteppich. „Ich habe meinen Schuh im Matsch verloren und muss ihn gleich mal suchen gehen. Ich wollte es aber hinter mich bringen.“

Info

Auf eventservice-stahl.de gibt es den Link zu allen Ergebnissen.

Bei Saskia Drechsel hat dieses Mal der innere Schweinehund gesiegt. Eine eingebildete Erkältung bewahrte sie davor, sich in den Matsch zu stürzen.

Gefunden: Jutta Zeko hat ihre Schuhe wieder. Diese gingen im Schlammcontainer massenhaft verloren. Bild: Photo 5

Harter Typ: Ein Gladiator wie Lutz Petyo scheut weder Feuer noch Wasser.