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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 16.12.2008

Schläge und wüste Drohungen

Böblingen/Holzgerlingen: 37-Jähriger muss wegen ausbeuterischer Zuhälterei 18 Monate ins Gefängnis

Wegen ausbeuterischer Zuhälterei ist ein 37 Jahre alter Holzgerlinger zu einem Jahr und sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Der Richter ist überzeugt, dass der Betriebsleiter einer Sindelfinger Diskothek zwei Jahre lang Gewalt auf seine ehemalige Partnerin ausübte und sie zwang, ihm ihre Einnahmen aus der Prostitution auszuhändigen.

 

Im Jahr 2003 lernten sich Helga T. (Name von der Redaktion geändert) und Mehmet R. kennen. Aus einer Bekanntschaft wurde schnell eine sexuelle Beziehung, schließlich eine Partnerschaft. Mehmet R. kam im Laufe der Zeit immer wieder darauf zu sprechen, dass durch Sex viel Geld zu verdienen sei. Die heute 25-jährige Helga T. ging schließlich in Frankfurt der Prostitution nach, Mehmet R. hatte sie an einen Bekannten vermittelt. "Sie hat als Prostituierte gearbeitet, ohne dass ich sie dazu gezwungen habe", sagte der Angeklagte Mehmet R., Betriebsleiter einer Sindelfinger Diskothek.

 

In verschiedenen Etablissements

 

Im Jahr 2004 kehrte Helga T. nach Stuttgart zurück und arbeitete in verschiedenen Etablissements. Gemeinsam mit dem Angeklagten lebte sie in einer Wohnung in Holzgerlingen. Das Geld, das sie in Frankfurt wie auch in Stuttgart verdiente, habe ihr der Angeklagte abgenommen. Dazu habe er Druck auf sie ausgeübt. Er habe gedroht, ihrer Familie zu erzählen, womit sie Geld verdiene. Zudem habe er sie geschlagen, angeblich auch mit einem Gürtel.

 

"Er sagte mir anfangs, er wolle mein Geld nur verwalten, damit ich es nicht alles ausgebe", sagte die 25-Jährige. Der Angeklagte habe es aber selber verprasst, indem er andere Frauen einlud oder sich teure Anzüge leistete. "Ich musste ihn anbetteln wie ein Kind, wenn ich selber etwas haben wollte", sagte Helga T., die 2006 die Beziehung zum Angeklagten löste.

 

Die Vorsitzende Richterin war überzeugt davon, dass sich der Angeklagte der ausbeuterischen Zuhälterei schuldig gemacht habe. "Die Zeugin hat im wahrsten Sinne des Wortes ihre Haut zu Markte getragen, während sich der Angeklagte ein angenehmes Leben gemacht hatte", sagte Richterin Dr. Quillmann. Sie verurteilte Mehmet R. zu der Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung. Der Verteidiger hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen.