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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 10.07.2018

Sandstrand mitten auf dem Marktplatz

Weil der Stadt: City-Managerin Marion Beck und Bürgermeister Thilo Schreiber eröffnen den ersten Strandsommer in der Keplerstadt / Vereine machen mit

Das Strandfeeling auf dem Marktplatz von Weil der Stadt genießen Bürgermeister Thilo Schreiber und Citymanagerin Marion Beck. Bild: Richter

Warum noch in den Urlaub fliegen? Jetzt kommt jeder ohne Flug mit dem Auto in kurzer Zeit an den Sandstrand, wenn er in der Nähe von Weil der Stadt wohnt. Dort wurde der Strandsommer eröffnet.

Direkt vor dem Rathaus mit einem Cocktail in einem Liegestuhl am Sandstrand liegen, kein Problem. Bis zum 31. August bleibt ein Teil des Marktplatzes in einen Sandstrand verwandelt. „Über 422 Quadratmeter Sand, Liegestühle und Sonnenschirme bringen ein karibisches Flair in die Stadt“, heißt es in einer Ankündigung.

Die Idee für diesen Sandstrand mitten in Weil der Stadt hatte City-Managerin Marion Beck. Zur Eröffnung des Strandsommers erzählte Bürgermeister Thilo Schreiber, wie es zu dem Urlaubsfeeling in der Stadt gekommen war. Ende vergangenen Jahres sei die Citymanagerin auf ihn zukommen mit einer neuen Idee. Man könne doch im Städtle etwas Sand auf den Marktplatz kippen. Marion Beck brachte die Idee aus Vaihingen an der Enz mit. Da gibt es das schon.

Der Bürgermeister fand die Idee gut und ging damit in den Gemeinderat. Auch dort Lob für die Initiative. Aber die Räte bekamen Sorgenfalten auf die Stirn, als sie fragten, was denn das koste. Unter zwei Bedingungen stimmten sie zu: Der Gewerbeverein müsse mit ins Boot geholt werden und möglichst die Hälfte solle durch Sponsorengelder finanziert werden. Der Gewerbeverein machte mit und die Sponsoren konnten gefunden werden.

Der Bürgermeister bedankte sich vor allem bei der örtlichen Baufirma Stäbler, weil die den Sand beschafft und angefahren hat. „210 Tonnen Sand“, ergänzte Citymanagerin Marion Beck.

„Sieben 28-Tonner-Lkws und ein Sattelzug begannen um 7.30 Uhr damit den Sand anzufahren. Um 17 Uhr war der benötige Sand komplett auf dem Marktplatz“, erzählt Roland Fenchel vom Weil der Städter Bauhof. Die etwa 30 Mitarbeiter von Ralf Wöschler hatten eine Woche lang bis zur Eröffnung alle Hände voll zu tun mit der Vorbereitung. Aber auch einzelne Bürger haben bei der Ausstattung mitgeholfen. Der ehemalige Flaschnermeister und Nachtwächter Gerd Diebold stellte die frühere Familienbadewanne zur Verfügung. Fand eine alte Handpumpe auf dem Bauhof und brachte alles auf Hochglanz. „Die Badewanne war das Gesellenstück meines Vaters vor fast 80 Jahren. Die ganze Familie Diebold hat in dieser Wanne gebadet“, erzählt Gerd Diebold und fügt lachend dazu: „Am Schluss war das Wasser so dick, dass es nicht mehr aus der Wanne lief“.

Margret Bothner stellte einen Strandkorb zur Verfügung. Den hatte die gebürtige Bremerin, der längst Weil der Stadt zur neuen Heimat geworden ist, zu ihrem 50. Geburtstag geschenkt bekommen.

Wer Erholung in der bunten Hängematte im Sand sucht, der darf sich wie in Guatemala fühlen. „Daher kommt die Hängematte“, erzählt Hildegard Hornung vom Weltladen in Weil der Stadt.

Bürgermeister Schreiber hat am Wochenende schon die ersten Besucher im Sand mit Eimer und Schaufel gesehen. Mit Rücksicht auf die Nachbarn, soll die Sandbar um 22 Uhr täglich schließen. Die wird vom Gasthaus „Blauer Engel“ aus Leonberg bewirtschaftet. „Wir sind jeden Tag ab elf Uhr da und bieten auch Essen und Crêpes“, erzählt Gastwirt Wolfgang Wendorf. Er hat regelmäßig den Stand auf dem Leonberger Pferdemarkt beim Hirschbrunnen.

Programm

Auch die Weil der Städter Vereine nutzen die Möglichkeit, sich während des Strandsommers zu präsentieren. Gestern Abend gab es schon die erste Veranstaltung im Sand: Zumba im Sand. Am 13. Juli tritt der Kinderchor der Chorvereinigung auf und am 15. Juli dürfte der erste ökumenische Gottesdienst in Weil der Stadt am Sandstrand stattfinden. Der Heimatverein lädt am 15. Juli zu Strand- und Sandgeschichten ein und am 19. Juli spielt die Band Coolisse. Die Riquewihrer Weintage finden erstmals am 20. und 21. Juli im Sand statt. Relax bei Blasmusik und Fetz bietet der Musikverein Merklingen am 27. Juli und einen Sommermarkt gibt es am 4. August. Einen Tag darauf am 5. August werden Traktoren beim Schleppertreffen die Flächen um den Sand beanspruchen. Am 11. und 12. August lädt die Bürgergarde zum Badezuberpaarbadebar ein. Die DLRG bietet vom 17. bis 19. August ein karibisches Wochenende im Sand an.