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Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch · 29.09.2011

Rampe in den Foto-Himmel

Sindelfingen: Das Schauwerk eröffnet am Freitag die neue Ausstellung „Lichtempfindlich“

Knap

p zehntausend Besucher haben in den letzten 15 Monaten das Privatmuseum der Familie Schaufler auf dem Sindelfinger Goldberg besichtigt. Jetzt legt die Stiftung den zweiten Gang ein und eröffnet im strahlend weiß gestrichenen alten Lager für Kompressoren-Teile eine Ausstellung mit 73 Fotografien von 28 Künstlern. Der Raum ist mit zwei frei stehenden, 15 Meter hohen Wänden, um die sich eine Rampe nach oben windet, tauglich für die Kunst gemacht.

Beim Tag der Architektur im Juni hat das Schauwerk erstmals die Schatztruhe geöffnet, allerdings ohne Inhalt. Museumsdirektorin Barbara Bergmann hat aus dem Fundus der Schaufler-Stiftung eine erste Auswahl getroffen: „Es ist eine Herausforderung, die Wände zu bespielen, die durch die Rampe keine rechtwinkligen Boden- oder Deckenlinien haben.“

Als Spaziergang von den Ursprüngen bis in den Himmel sieht der Sammler die Ausstellung: „Fotografie ist meistens unbarmherzig und vielleicht manchmal schwer zu verstehen. Ich erwarte, dass wir Sindelfingen genug Stoff für Diskussionen liefern“, sagt Peter Schaufler, der sich in den letzten 15 Jahren bei den bekanntesten deutschen Fotografen wie Thomas Demand, Andreas Gursky, Candida Höfer oder Thomas Ruff, aber auch bei internationalen Größen wie Nobuyoshi Araki, Bettina Rheims oder Vanessa Beecroft bedient hat, um seine Sammlung auszubauen.

Ausgangspunkt im Erdgeschoss des früheren Lagers sind über 5500 Fotos des Bildhauers Imi Knoebel, dem bis zum Sonntag noch die Sonderschau im schon bekannten Teil des Museums gewidmet ist. Das Archiv ist in einem schwarzen Schrank untergebracht, der bei Führungen mit weißen Handschuhen geöffnet wird. Sachlichkeit ohne bunte Farben dominiert die ersten Meter auf der Rampe, wenn zwei Einzelbilder des für seine Serien bekannten Duos Bernd und Hilla Becher für die Fotografie stehen, die sich als künstlerische Dokumentation versteht, in deren Tradition sich Vera Lutter mit ihrem vierteiligen Berlin-Bild stellt.

Mit Thomas Ruffs Serie „Blaue Augen“ präsentiert das Schauwerk einen alten Bekannten in Sindelfingen, den Ingrid Burgbacher-Krupka vor 20 Jahren mit seinen Porträts im Oberlichtsaal ausstellte. Nicht mehr allein, sondern am neuen Platz im Regal ist das Bild des korsischen Models Laetitia Casta aus der Serie „Héroïnes“ der Französin Bettina Rheims, die jetzt Diana Dondoe und Irina Lazareanu an ihrer Seite hat. Nie allein sind die Modelle von Vanessa Beecoft, die mit zwei Performances an den Stellwänden im Lager vertreten ist.

Ebenfalls nicht mehr als Einzelbild, sondern als Serie zeigt das Schauwerk jetzt die Fotos von Wim Wenders, der im November 2001 den „Ground Zero“ in New York aufgenommen hat. Als Zugabe im neu komponierten Erdgeschoss-Raum gibt es Arbeiten von Doug Aitken und Michael Wesely.

Unter www.schauwerk-sindelfingen.de gibt es weitere Informationen im Netz.

Die Rampe im ehemaligen Hochregallager der Firma Bitzer beherbergt jetzt einen Teil der Foto-Sammlung der Schaufler-Stiftung im Sindelfinger Schauwerk. Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2011/z

Vanessa Beecoft: „VB50-Performance“ aus dem Jahr 2002. Bild: Schauwerk/z