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31.12.2010

PS-Dynastie ohne Pferdezucht

Im Naturschutzgebiet Mönchsloh auf Weil der Städter Gemarkung, wollte die Familie Porsche eine Dressurpferdezucht errichten. Das Hin und Her, das Für und Wider, vor allem die immer lauter werdenden Proteste, halten die Keplerstadt ab Mitte August in Atem.

 

Während sich in der Landeshauptstadt der Protest gegen Stuttgart 21 immer vernehmlicher artikuliert, wird am 21. Juli im Weil der Städter Technischen Ausschuss (TA) ein scheinbar unerheblicher Bauantrag ohne große Diskussion durchgewunken. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Antrag der Stuttgarter Sportwagen-Dynastie Porsche, im Landschaftsschutzgebiet Mönchsloh eine Dressurpferdezucht aufzubauen.

 

Nach dem Okay im TA landet der Antrag zur Prüfung beim Böblinger Landratsamt, da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet außerhalb existierender Bebauungspläne handelt. Alldieweil organisiert Grünen-Stadtrat Wolfgang Fischer den nachträglichen Protest.

 

Auch Grünen-Stadtrat Alfred Kappler hatte im TA dem Antrag grünes Licht gegeben, bemängelt nun aber, keine Unterlagen gehabt zu haben, somit habe er die Reichweite sowie Größenordnung des Projekts nicht angemessen einschätzen können. Für den 14. August laden die Mönchsloh-Gegner zur Kundgebung vor Ort ein.

 

Hinterher hat Wolfgang Fischer acht Stimmen beisammen, eine mehr als genug, um Bürgermeister Hans-Josef Straub zu zwingen, das Thema erneut zum Thema im Gemeinderat zu machen. Die Sondersitzung findet am Mittwoch, 18. August statt.

 

"Die Pferdezucht wird kommen. Die Zuständigkeit des Gemeinderats war ohnehin strittig", heißt es in einer aktuellen Meldung am 19. August in der SZ/BZ. Denn erstens hätte in der Sondersitzung nur entschieden werden können, die Aufhebung des TA-Beschlusses in einer weiteren Sitzung zum Thema zu machen. Zweitens wurde dieser Antrag der Grünen in der Sondersitzung mit 13 zu neun Stimmen abgelehnt. Drittens wurde dem Gemeinderat vonseiten des Landratsamts beschieden, die Bausache Pferdehof falle gar nicht in das Aufgabengebiet des Gemeinderats. Nicht mal in die Zuständigkeit des TA.

 

Die Grünen geben sich mit der offiziellen Auskunft nicht zufrieden und kündigen an, weitere Rechtsmittel einzulegen sowie den öffentlichen Protest fortzusetzen.

 

Bis in den Oktober hinein gibt es immer wieder Informationsstände und kleinere Protestkundgebungen in Weil der Stadt, inzwischen von einer Bürgerinitiative getragen. Bei einer großen Kundgebung Anfang Oktober kommen rund 500 Mönchsloh-Gegner zusammen. Die Prüfung der Angelegenheit ist zu diesem Zeitpunkt bereits beim Regierungspräsidium Stuttgart (RP) anhängig.

 

Am 8. Oktober teilt die Stadt Weil der Stadt mit, dass die Familie Porsche ihren Bauantrag zurückgezogen hat. Noch bevor das RP eine endgültige Entscheidung hat fällen können, ist die Angelegenheit erledigt. Roman Steiner