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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 08.05.2014

Pläne an den Ufern des Planbachs

Magstadt: Die Gemeinde würde gerne Grundstücke entlang des Wasserlaufs kaufen / Hochwasserschutz kommt vor einem Geh- und Radweg

Der Planbach ist im Magstadter Ortskern in manchen Abschnitten kein Bach, sondern ein Kanal. Sein Bett ist eingezwängt zwischen Mauern und Hauswänden. „Wenn jemand weiß, dass ein Anlieger ein Grundstück verkaufen will, bitte melden“, sagt Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Merz.

Das gelte nicht nur da, wo die Mauern das Gewässer begrenzen. Auch sonst reichen die privaten Grundstücke oft bis ans Wasser. Mehr noch: Bei Hochwasser raubt der Bach an unbefestigten Abschnitten immer mal wieder ein Stück privates Land.

Hochwasser ist ein Problem in Magstadt: Mal schießt es von den die Gemeinde umgebenden Hügeln hinab ins Tal, mal können die Kanäle nicht schlucken, was auf Straßen und Plätze niederprasselt und mal ist das Bett des Planbaches verstopft. Und manchmal kommt auch alles zusammen.

Im Hölzertal soll mit der Osttangente ein Auffangbecken angelegt werden. Das soll erst das Oberflächenwasser aus dem bebauten Gebiet auffangen, dieses dosiert abgeben und danach das Wasser aus dem Außenbereich aufnehmen.

Ungelöst bleibt damit das Problemfeld Bachbett. Zwischen Hutwiesenstraße und Eisweiher hat die Gemeinde dazu keinen einzigen Zugang.

An mehreren Stellen münden Kanäle in den Planbach. Nicht nur bei Hochwasser wird das jeweils gegenüber liegende Ufer angegriffen, unabhängig davon, ob es natürlich oder betoniert ist. Der größte Zufluss des Planbachs ist der verdolte Erbach. Dessen Kanal ist bei Hochwasser ein Engpass. Für Entlastung könnte ein Parallelkanal unter der Maichinger Straße sorgen.

Diesen zu bauen, ist jedoch ebenso Zukunftsmusik wie ein Geh- und Radweg entlang des Planbachs. Dass die Gemeinde entlang des Baches alle Grundstücke erwerben kann, davon geht der Schultes nicht aus. Dennoch wolle die Kommune etwas unternehmen. Vor allem da, wo Grundstücke bei Hochwasser voll laufen wie eine Wanne und das Wasser später den Weg nicht zurück findet, weil es keinen Auslass gibt. „Aber auch das ist ein ganz langwieriges, zähes Geschäft“, sagte der Bürgermeister am Dienstagabend, als sich der Gemeinderat den Verlauf des Baches durch den Ort ansah. Teilweise seien da in der Vergangenheit auch von Seiten der Gemeinde Fehler gemacht worden: „Im Bereich Auenweg hat die Gemeinde Grundstücke verkauft, die sie nie hätte verkaufen dürfen.“

Unterhalb des Ortes, zwischen Talmühle und Kläranlage, mäandriert der Planbach. Gemeinderat Walter Moser hat versucht, den Bach mit Felsblöcken im Zaum zu halten, musste seine Uferbefestigung aber wieder abbauen. Während Moser sein Land, das dem Nachbarn auf der anderen Seite des Baches zugewachsen ist, zurückhaben will, möchte der Schultes einen Uferstreifen für die Gemeinde kaufen und mit Pflanzen verhindern, dass sich der Bach sein Bett weiterhin selbst verlegt.

Offensichtlich hat das Thema Planbach nicht nur innerorts seine Tücken.

Der Magstadter Gemeinderat bei der Besichtigung des Planbaches. In der Trockenzeit ist dieser ein harmloses Bächlein. Nach einem starken Regen wie Ende Juli 2013 überschwemmt er das halbe Dorf. Bild: Reichert