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07.12.2017

Parteien leiden an Fachkräftemangel

zu: „EU verlängert Glyphosat-Einsatz“ (SZ/BZ vom 28. November)

Was soll das Geschrei, die giftigen Kommentare gegen die Wiederzulassung des Pflanzenschutz-Wirkstoffes? Bei richtiger Anwendung ist es segensreich – bei falscher Anwendung kann Schaden entstehen. Aber so ist das bei jeder Bohrmaschine, bei jedem Hammer, Auto und Flugzeug. Jeder Wirkstoff wird vor seiner Zulassung ohne Rücksicht auf die Kosten bis zu 8 Jahre lang geprüft und die richtige Anwendungsempfehlung erarbeitet. So ist das auch bei Medikamenten für Menschen und Tiere.

Wenn einem weltweit wiederzugelassenen Wirkstoff im deutschen Alleingang die Zulassung verweigert wird, hätte die deutsche Landwirtschaft beträchtliche Wettbewerbsnachteile. Unsere Parteien leiden an chronischem Fachkräftemangel. Mit wenig Sachverstand, aber viel Emotion wird herumbeurteilt, weil es sich auf dem Markt der Meinungen gut verkaufen lässt. Um wie viel intelligenter muss der Hohenheimer Gelehrte Paracelsus gewesen sein, der vor 250 Jahren ausgesprochen hat: „Alle Dinge sind Gift. Entscheidend ist allein die Dosis.“

0,7 Liter Trinkwasser am falschen Ort – in der Lunge – ist tödlich. 30 Gramm Kochsalz – auf einmal eingenommen – ist tödlich. Es gibt in der Apotheke kein Medikament, das richtig angewendet nicht segensreich ist – aber in Überdosierung nicht schadet. Endlos lang ist die Liste von Stoffen, die falsch angewandt Schaden anrichten. Glyphosat hat seit 41 Jahren die Zulassung. Eine Zulassung gilt für 10 Jahre. Vor jeder Neuzulassung wird erneut geprüft, ob seit der letzten Prüfung neue Erkenntnisse aufgetaucht sind. Agrarminister Christian Schmidt hat nach sorgfältiger Erwägung sachkundig entschieden.

Sachkundiger Einsatz von Pflanzenschutzmittel ist die Regel. Er hat beträchtlich dazu beigetragen, dass die Kaufkraft der Deutschen für Lebensmittel um ein Vielfaches gestiegen ist. 1950 mussten die Deutschen die Hälfte ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Jetzt sind es noch 11 Prozent. Bei der unqualifizierten Polemik gegen Pflanzenschutz bleibt sie unbeachtet.

Walter Moser, Magstadt