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Von Martha Kohley und Rebekka Groß · 22.02.2019

Parken in Böblingen? Wir machen den Test

Böblingen: Angespannte Parksituation in der unteren Poststraße / Mögliche Alternativen in der Innenstadt und ihre Vor- und Nachteile

  • Ein Sonntag in der unteren Poststraße: Wo keine Frankfurter Hüte installiert wurden, ist alles zugeparkt. (Bild: Oberdorfer/A)

„Ja wo soll man denn sonst parken?“ oder „So versucht die Stadt weniger Autos in der Stadt zu haben“ – das sind nur zwei Auszüge aus den Facebook-Kommentaren zum Thema Falschparker im Bereich Untere Poststraße in Böblingen und den Frankfurter Hüten (die SZ/BZ berichtete).

Doch ist es wirklich so schlimm, in der Böblinger Innenstadt einen Parkplatz zu finden? Wo kann man als Autofahrer im Bereich um die Poststraße und den Postplatz parken, wie lange braucht man, um die Läden zu erreichen, und sind die Parkplätze wirklich so ausgelastet? Die SZ/BZ hat den Parktest gemacht.

Der Test beginnt

Es ist 12 Uhr. Sprich, die Mittagspause steht an. Wer hier den Weg in die Böblinger Innenstadt wählt, um sich beispielsweise einen Döner zu kaufen, muss sich ein wenig auskennen, um den idealen Parkplatz zu finden. Denn mit rund 2000 Parkplätzen in der Innenstadt gibt es zwar vermeintlich genügend Möglichkeiten, doch die sind nicht immer so leicht zu finden.

Die einfachste Lösung wäre ja, direkt vor dem Ziel, auf einem der ausgewiesenen Parkplätze in der nteren Poststraße, sein Auto abzustellen. Doch um hier eine Parklücke zu finden, muss man schon ein Glückskeks sein. Wie an einer Perlenschnur fädeln sich die Autos entlang der Straße. Freie Parkplätze am rechten Straßenrand? Fehlanzeige.

Qual der Wahl

Damit steht man nun vor der Qual der Wahl – und ohne Ortskenntnisse auch ziemlich ratlos da. Ein schmales Schild weist kurz vor dem Bärenkino auf die Kongresshallen-Tiefgarage hin (Laufzeit zur Poststraße: 2:19 Minuten). Doch verpasst man die Abbiegung oder spekuliert, im weiteren Verlauf der Poststraße einen Parkplatz zu bekommen, dann muss man, um später die Kongresshalle zu erreichen, eine Schleife fahren.

Wer nicht den Weg zur Kongresshalle sucht, wird stattdessen am Ende der unteren Poststraße vor die Wahl gestellt. Biegt man rechts oder links ab? Keine einfache Entscheidung, denn eine klare Information wo nahe gelegene und vor allen Dingen freie Parkplätze warten, gibt es nicht.

Der Döner bleibt warm

Für den Test biegen wir zuerst rechts ab und stellen das Auto auf dem Parkplatz in der Schafgasse ab. Der Parkplatz ist schon recht gut gefüllt, jedoch gibt es noch etwa drei bis vier freie Plätze. 30 Minuten Parken kosten dank Brezeltarif 10 Cent. Jetzt ist Fußarbeit gefragt. Ziel des Parktests ist ein Dönerladen in der Poststraße. Ebenfalls direkt in der Nähe sind Kino, Optiker, Eisdiele und mehr. Nach 3:30 Minuten Gehzeit sind wir vor Ort. Der Döner ist in 2 Minuten gekauft. Es vergehen noch etwas mehr als 3 Minuten und schon haben wir unser Auto wieder erreicht. Und wie geht es dem Döner? Die Sorge ist unbegründet, das Mittagessen ist noch warm. Die erste Bilanz: 7 Minuten Fußweg, 10 Cent Parkgebühren und ein warmer Döner.

Wer nochmal 1:30 Minuten pro Wegstrecke sparen möchte, der parkt am besten „Im Höfle“ in der Pestalozzistraße. Hier sind wie in den anderen städtischen Tiefgaragen die ersten 30 Minuten Parken sogar kostenlos.

Unklares Parkleitsystem

Entscheidet man sich stattdessen am Ende der unteren Poststraße fürs Linksabbiegen, kann man entweder in der Marktplatz-Tiefgarage oder auf dem Schlossberg das Auto abstellen. Auch hier sind die Test-Ergebnisse zumutbar: Knappe zweieinhalb Minuten ist man vom Marktplatz bis zur Poststraße unterwegs.

In der Tiefgarage sind noch viele Plätze frei. Die Bilanz: 0 Euro Parkkosten und ebenfalls bleibt der Döner warm. Der Haken: Sucht man vom Postplatz aus kommend die Marktplatz-Tiefgarage, weist zwar ein Schild in der Sindelfinger Straße auf die Parkmöglichkeit hin, weitere Hinweise, wie man die Tiefgarage erreicht, bleiben in der Stadtgrabenstraße allerdings aus.

Und wie sieht es mit der Auslastung der Innenstadt-Parkmöglichkeiten aus? „Eine Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass die oberirdischen Parkplätze in der Innenstadt ausreichen – außer zu vereinzelten Spitzenzeiten. Den Auslastungszahlen der technischen Betriebe zufolge sind insbesondere in den Tiefgaragen Kongresshalle und Marktplatz/Schlossberg immer freie Parkplätze vorhanden, die sich direkt in der Innenstadt befinden“, sagt Fabian Strauch, Pressesprecher der Stadt Böblingen. Fabian Strauch weiter: „Die Aspekte Parkleitsystem und Parkierungskonzept werden im Zuge des Masterplans Schlossbergring mitbehandelt und auch in der AG Mobilität aufgegriffen.“


Test-Ergebnisse
Laufzeit bis zur unteren Poststraße:
• Parkhaus „Im Höfle“: 2 Minuten
• Tiefgarage Kongresshalle: 2:19 Minuten
• Tiefgarage Marktplatz: 2:22 Minuten
• Parkplatz Schafgasse: 3:30 Minuten
• Parkplatz Schlossberg: 3:33 Minuten
• Tiefgarage „Kreissparkasse“: 4:58 Minuten (davon 1:20 Minuten Warten an der Ampel)

Laufzeit bis zum Postplatz:
• Tiefgarage „Postplatz“: 0:50 Minuten
• Parkplatz Schlossberg: 1:11 Minuten
• Parkplatz „Am Käppele“: 1:12 Minuten
• Tiefgarage Marktplatz: 2:11 Minuten

 

Böblingen: Parken in der Innenstadt

Parkhäuser Marktplatz, Schlossberg,
Kongresshalle, Postplatz und Im Höfle:
• 30 Minuten kostenlos parken
• 1 Stunde kostet 1 Euro
• Dinnertarif (18 - 23 Uhr) für pauschal 1 Euro
Parkhaus Kreissparkasse
• 1,50 Euro für jede angefangene Stunde

Parkautomaten Innenstadt:
• Brezeltarif: 10 Cent für die ersten 30 Minuten
• 10 Cent für jede weiteren 3 Minuten• 1 Stunde kostet 1,10 Euro
• die Maximalparkzeit von 2 Stunden kostet 3,10 Euro
• mit einem gültigen Parkschein kann auf allen öffentlichen Parkplätzen mit Parkscheinautomat in der Innenstadt geparkt werden
• ist der Parkscheinautomat defekt, dann muss eine Parkscheibe ausgelegt werden

 

Weitere Infos und ein Kommentar stehen am Samstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de

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