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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 13.08.2018

Ostelsheim wird zum Käfer-Mekka

Ostelsheim: Das 17. Internationale Käfertreffen lockte gleichermaßen Besitzer und Fans des legendären Kult-Autos an / Madeline Hanert reist mit ihrem Käfer 1302 aus Bremen an

Über 150 Käfer auf dem Gelände und 66 Kultautos auf der traditionellen Ausfahrt am Samstag: Das dreitägige Käfertreffen des Käfer-Club Ostelsheim (KCO) zog übers Wochenende Oldtimer-Besitzer und Auto-Fans aus ganz Deutschland an.

Wen das Fieber einmal gepackt hat, der kommt selten wieder davon los. Alle zwei Jahre sind so viele VW-Käfer in Ostelsheim unterwegs, wie sonst nie beim Käfer-Club Ostelsheim. Mehr als 150 Käferfreunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen in diesem Jahr zum 17. Internationalen Käfertreffen in die Heckengäugemeinde.

Die meisten der Käfer-Liebhaber reisen schon am Freitagabend zu dem alle zwei Jahre stattfindenden dreitägigen Treffen in Ostelsheim an. Der VfL stellt dazu das Sportgelände zur Verfügung. Und damit der Fassanstich durch den Käfer-Club-Vorsitzenden Martin Bisplinghoff stilecht erfolgen kann, haben die Narrenfreunde Heckenbeerlesgäu, die bei diesem Treffen die Bewirtschaftung übernehmen, dem befreundeten Käfer-Verein vor ein paar Jahren einen original 1200er-Käfer-Motor, umgebaut zu einer Bierzapfanlage mit Kühler, geschenkt.

Es war in den achtziger Jahren, der letzte Golf war vom Band in Wolfsburg gelaufen, und in Ostelsheim bildete sich ein Stammtisch von VW-Käfer-Fahrern, die gerne an ihren Fahrzeugen herumschraubten. 1986 wurde daraus ein Verein, und im September 1988 gab es das erste Käfertreffen. Damals kamen rund 100 Käfer und VW-Busse in den Heckengäuort. Ein Jahr später waren es schon 400. Aktuell hat der Verein 32 aktive, passive und Ehrenmitglieder. Fünf Mitglieder gehören seit Gründung dazu.

Beim Treffen in diesem Jahr stand wie sonst auch das gemütliche Beisammensein mit Fachsimpeln im Vordergrund. Am Freitag- und am Samstagabend spielten dazu Livebands. Am Freitag die Band Stockweckle und am Samstag die Cover-Rock-Band „Elefant in a Pitcher“. Als es dunkel wurde, erleuchtete zudem ein buntes Feuerwerk den Himmel über Ostelsheim.

Jahrelange Käfer-Treue

„Ich habe noch nie ein anderes Auto als den Käfer gefahren“, sagt Petra Kilz aus Dagersheim. Ihr gehört ein VW-Käfer, Baujahr 1975 mit 40 PS. Das weiße Cabrio ist ihr inzwischen vierter Käfer. „Der Tacho zeigt rund 30 000 Kilometer an, aber wahrscheinlich sind es eher 130 000 Kilometer“, fügt ihr Freund Murammer Yazici hinzu.

Ohne Pannen kommt auch kein Käfer durchs Autoleben. „Ich war mit einer Freundin irgendwo zwischen Frankreich und Italien unterwegs, als der Gaszug riss und wir vom kleinen Sankt Bernhard das Auto bis in die Werkstatt runterrollen lassen mussten. Die letzten Meter mussten meine Freundin und ich das Auto schieben“, erinnert sich die Dagersheimerin.

Nicht nur Hobbyschrauber, auch Spezialisten sind beim Käfertreffen anzutreffen. So wie Wolfgang Sorge, Martin Acevedo und Alexander Weber von der Firma Murschel Elektriccars aus Malmsheim. Angereist sind sie mit einem elektrisch angetriebenen Käfer: Reichweite 120 bis 130 Kilometer. „Die Karosserie ist von einem Käfer 1302 aus den siebziger Jahren, sonst ist alles neu“, beschreibt Wolfgang Sorge das Auto. Der Motor leistet 90 Kilowatt, Höchstgeschwindigkeit rund 130 km/h.

In einem VW-Bus 2,0 Liter, Baujahr 1977, aber so glänzend schön, als sei er gerade vom Band gelaufen, kam Linus Kissling aus Wolfwiel in Solothurn in der Schweiz nach Ostelsheim. Vor 33 Jahren kaufte er sich den ersten Käfer. Zwischenzeitlich hat er 60 Fahrzeuge, Busse, Käfer und sogar einen Traktor mit Käfermotor. Er kam zu diesem Hobby, als seine Freundin ständig Ärger mit ihrem Fiat hatte und er ihr dann einen VW-Käfer 1300 zur Verfügung stellte. „Den bekam sie, solange sie mit mir zusammen war“. So hält es Linus auch jetzt. Seine Freundin kam mit einem seiner Käfer in violett, Baujahr 1973, in der California-Modell-Ausstattung. „Wir brauchten zweieinhalb Stunden bis Ostelsheim. Nur bei Herrenberg standen wir eine halbe Stunde im Stau“, erzählt der Schweizer.

Über diese Länge der Anreise nur müde lächeln können Madeline Hanert und Hannes Fellgut. „Wir sind bereits am Freitag die rund 750 Kilometer aus Bremen angereist“, erzählt Käferbesitzerin Madeline Hanert. „Da der Käfer 1302 mit Baujahr 1971 maximal 100 km/h schafft, waren wir gut 12 Stunden unterwegs“, ergänzt Hannes Fellgut. Am Sonntagnachmittag machten sich die beiden dann mit ihrem auf den Namen „Trudie“ getauften Käfer wieder auf den Weg zurück in den hohen Norden.

Mit dem T3-Bus nach Korsika

„Mein Mann Dirk und ich sind mit dem Käfer groß geworden“, sagt Elke Böhner aus Baltmannsweiler. Sie kam mit Tochter Lea stilecht im VW-Käfer, Baujahr 10/65 zum Treffen. „Mein Mann konnte nicht zum Käfertreffen mitkommen, der liegt mit meinem Sohn unter unserem zweiten VW, einem T3-Bus und repariert. Mit dem wollen wir in zehn Tagen nach Korsika in den Urlaub fahren“, erzählt die Käfer-Fahrerin, bei der die Liebe zum Käfer längst zur Leidenschaft geworden ist.

Frank Pfeiffer vom Käfer-Club-Vorstand, einer der Organisatoren, kam mit seinem Käfer, Baujahr 1959, einem 1200er, zum Treffen. „Ich kenne jede Schraube bei meinem Käfer“, sagt der begeisterte Hobbyschrauber. Vereinsvorstand Martin Bis-plinghoff schwört auf einen Käfer Baujahr 1985. „Den fahre ich am Wochenende gerne aus. Momentan ist er allerdings leider in der Werkstatt“, sagt Bisplinghoff. Besonders großen Spaß hat dem KCO-Vorstand in diesem Jahr die traditionelle gemeinsame Ausfahrt am Samstagnachmittag gemacht. „Wir sind mit 66 Fahrzeugen in der Kolonne vom Sportgelände in Ostelsheim zum Malmsheimer Flugplatz gefahren. Es war eine wunderbare Ausfahrt bei strahlendem Sonnenschein und ohne jeglichen technischen Ausfall bei einem der Fahrzeuge“, freut sich Martin Bisplinghoff.

Info

Bilder und Videos vom 17. Internationalen Käfertreffen werden in den nächsten Tagen auf der Homepage des Käfer-Clubs unter www-käferclub-ostelsheim.de sowie auf der Facebook-Seite des Vereins eingestellt.