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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 30.04.2018

OB wirbt für gesunden Mobilitätsmix

Böblingen: Beim ersten Mobilitätstag auf dem Elbenplatz informieren 30 Vereine und Organisationen über klimafreundliche Fortbewegung / Das Auto soll nicht verteufelt werden

Beim ersten Böblinger Mobilitätstag haben am Samstag rund 30 Vereine und Verbände zusammen mit KlimaManagerin Anja Kruppa auf dem Elbenplatz das Thema klimafreundliche Fortbewegung bespielt. „Es hätten mehr Besucher sein können, doch für den Auftakt bin ich zufrieden“, lautet das Fazit von Kruppa, die seit März 2016 im Rathaus angestellt ist.

Die Idee eines Veranstaltungstages, an dem die Bürger für das Thema klimafreundliche Mobilität sensibilisiert werden sollen, gehe auf eine Initiative mehrerer Vereine und Verbände zurück, sagt Anja Kruppa über die Konzeption des Böblinger Mobilitätstages. So hätten im Herbst 2017 unter anderem Greenpeace, der „ökologische Verkehrsclub VCD“, der Fahrrad-Club ADVC und der Verein „Stadtmobil“ entsprechende Ideen vorgelegt. „Daraus wurde dann aber im letzten Jahr nichts“, so Anja Kruppa, „deswegen habe ich die Ideen in diesem Jahr aufgegriffen. Geplant ist ein Mobilitätstag pro Jahr.“

Auch wer zu Fuß läuft, ist klimafreundlich unterwegs. Leider würden bei der Stadtplanung die Interessen von Fußgängern allzu oft unter den Tisch fallen, sagt Peter Erben von der Stuttgarter Ortsgruppe des Berliner Vereins Fuß e.V.: „Dass alle Gehwege der Straßenverkehrsordnung entsprechen, ist unsere wichtigste Forderung“, so Erben. Denn dies sei oft nicht der Fall: „Eigentlich müssen zwei Menschen mit Rollstuhl aneinander vorbeikommen. Dazu muss ein Gehweg zwei Meter breit sein.“ Mit etwas über einem Meter Breite würden unter anderem in Stuttgart Gehwege diese Minimalanforderung nicht erfüllen.

Fußgänger-Check

In Böblingen ist es nicht anders, wie ein Fußgänger-Check ergibt, den der Fußgänger-Verein zusammen mit Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger absolviert. Vom Elbenplatz geht es die Poststraße entlang und im Rundweg einmal um den See herum. Ergebnis: Insbesondere in der Poststraße ist die Situation für Fußgänger alles andere als optimal. „Der Gehweg ist viel zu schmal“, sagt Peter Erben, „und außerdem meist zugeparkt.“ Beengende Parkautomaten würden zudem den Fußgängern den Spaß am Gehen nehmen.

„Die Trennung von Fahrradfahrern und Fußgängern ist eine weiter unsere Forderungen“, sagt Peter Erben: „Die Radfahrer gehören auf die Straße, wo ihnen mehr Platz eingeräumt werden sollte. Tempo 30 durchgehend innerorts würde diese Maßnahme unterstützen.“ Beim Böblinger Mobilitätstag werben die Mitglieder von Fuß e.V. nicht nur für ihre Ideen, sondern auch um Mitstreiter: „Es wäre toll, wenn sich eine Böblinger Ortsgruppe formieren würde“, so Erben: „Denn auch hier würde es sich lohnen, sich für die Interessen von Fußgängern einzusetzen.“

Beim Mobilitätstag gehe es nicht darum, das Auto zu verteufeln, sagt Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz in seiner Eröffnungsrede. Ziel in Böblingen müsse ein „gesunder Mobilitätsmix“ sein, so Belz.

Mit einer Virtual-Reality-Brille können sich die Besucher beim Stand der Initiative Rad-Kultur Baden-Württemberg des Landesverkehrsministeriums aufs Rad setzen. Die Technik der virtuellen Realität sei inzwischen ziemlich gut, sagt Ali Tanribuyurdu, der den Stand betreut: „Man hat wirklich das Gefühl, durch verschiedene Landschaften Baden-Württembergs zu radeln.“

Verkehrsregeln auffrischen

Über 30 Besucher nutzen das Angebot zwischen 11 und 14 Uhr. „Bis zum Ende des Mobilitätstages gegen 17 Uhr werden es wahrscheinlich noch viel mehr sein“, so Tanribuyurdu: „Vor allem Kinder haben einen Riesenspaß.“ Doch bei der Aktion geht es nicht nur um Spaß: Bei der vom Computer simulierten Fahrt mit dem Fahrrad können die Besucher ihre Kenntnisse der Verkehrsregeln auffrischen.

Großes Interesse bei den Besuchern weckt auch der Stand der historischen Radsportgruppe des RSV Wendlingen. Nachbauten von Fahrrädern aus den Jahren 1817 bis 1939 haben Vorstand Norbert Knoll und dessen Vereinskollegen nach Böblingen mitgebracht, um die historische Dimension des Fahrradfahrens vor Augen zu führen.