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Von unserem Redakteur Hansjörg Jung · 20.09.2017

„Nicht 08/15 und nicht Luxus“

Kreis Böblingen: Gemeinschaft aus Düsseldorfer und Stuttgarter Architekten wird Flugfeldklinik planen

Der nächste Schritt für die Flugfeld-Klinik ist eingeleitet. Für knapp 15,4 Millionen Euro Honorar wird die Planung des neuen Krankenhauses an die Bietergemeinschaft HDR GmbH und h4a Gessert + Randecker aus Düsseldorf/Stuttgart vergeben. Die Architekten rechnen mit einem Spatenstich im zweiten Halbjahr 2019.

„Es ist ein Tag der großen Freude und Ehre zugleich.“ Guido Meßthaler, Geschäftsführer der Düsseldorfer HDR GmbH, frohlockte, nachdem seine Firma in Bietergemeinschaft mit den Stuttgarter Städteplanern h4a Gessert + Randecker den Zuschlag für die Planung der neuen Flugfeld-Klinik erhalten haben. Die Düsseldorfer Architekten sind seit 30 Jahren Spezialisten in Sachen Krankenhäuser. Das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen steht ebenso auf ihrer Referenzliste wie beispielsweise ein 500 Millionen Euro teures Militärkrankenhaus für die US-Streitkräfte in Landstuhl. Ein 1000-Betten-Krankenhaus eines privaten Unternehmens in Wiesbaden ist derzeit in Planung.

Den städtebaulichen Part übernimmt das Stuttgarter Büro von Albrecht Randecker. „Das Büro ist für den städtebaulichen Blickwinkel zuständig und ist dabei sehr kreativ und hat schon viele Wettbewerbe gewonnen. Wir ergänzen uns ausgezeichnet“, sagt Guido Meßthaler. Die gemeinsame Planungsgruppe soll künftig in Stuttgart ihren Sitz haben. Die beiden Büros hatten bereits zum städtebaulichen Wettbewerb einen Entwurf eingereicht und waren auf dem fünften Platz gelandet.

Landrat Roland Bernhard setzt große Stücke und Hoffnungen auf die Architekten. „Wir wollen kein 08/15-Krankenhaus und keine Luxusklinik. Es muss funktionieren und die bestmögliche Behandlung für die Patienten gewährleisten, darauf kommt es an“, sagt er. Das ist Guido Meßthaler nicht genug. „Wir dürfen die Menschen, für die wir das machen, nicht aus den Augen verlieren“, sagt er und zählt dazu auch die Mitarbeiter und Ärzte, die dort zum Teil rund ein Drittel ihres Lebens verbringen werden.

Auch wenn es noch keine Skizzen gibt – die ersten „raumscharfen Umrisse“ werden Ende diesen, Anfang nächsten Jahres erwartet, die Entwurfsplanung soll im Dezember 2018 fertig sein, gibt es doch Grundsätze aus dem städtebaulichen Wettbewerb, an denen nicht gerüttelt werden soll: „Natürlich wird die Pflege nicht an die Calwer Straße kommen, sondern in Richtung grüne Mitte ausgerichtet“, sagt HDR-Projektleiter Ralf Landsberg.

Die Architekten sind sich sicher mit dem Platz – auf für mögliche Erweiterungen – klarzukommen. „Ein Krankenhaus ist nie am Ende. Ein Gelände muss Erweiterungsoptionen hergeben, und das gibt es hier her“, sagt Guido Meßthaler. Ein Krankenhaus sei wie ein Organismus, der mal wächst oder schrumpft. Dafür gelte es schon in der Planung den Rahmen zu schaffen. Dies gelte auch für die Parkplatzfrage. Hier heißt die Tendenz „oben bleiben“, also ein Parkhaus statt einer Tiefgarage zu bauen. Schon aus Kostengründen. Diese liegen für das Projekt unverändert bei rund 450 Millionen Euro.

Plangemäß soll mit dem Bau 2020 begonnen werden. Da dieser Termin allerdings parallel zum geplanten Ausbau der A 81 liegen würden, sollen zumindest die Aushubarbeiten rund ein halbes Jahr auf 2019 vorverlegt werden. Das Ende der Bauarbeiten ist auf das Jahresende 2023 geplant, der Umzug ab Anfang 2024. Guido Meßthaler ist zuversichtlich, Kosten und Termine einzuhalten. „Das können Sie von uns erwarten.“

Info

Die Internseite für die FlugfeldKlinik mit vielen Informationen rund um den Neubau ist freigeschaltet. www.flugfeldklinikum.de

Auch wenn sich an der Grundsatzidee nichts ändert: Die Grafik des Siegermodells im städtebaulichen Wettbewerb steht nur noch symbolisch für die neue Flugfeld-Klinik, die in Realität sicher anders aussehen wird. Skizze: z