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Thomas Oberdorfer · 21.02.2020

Nacktbilder der Freundin verschickt

Böblingen: 19-Jähriger vom Jugendschöffengericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

Bild: Alexstar / Adobe Stock

Der Staatsanwalt und der Vorsitzende Richter Dr. Ralf Rose haben von einem „krassen Fall“ gesprochen: Der 19 Jahre alte Anklagte hatte im Oktober des vergangenen Jahres Nacktbilder und Nacktaufnahmen von seiner ehemaligen Freundin über das Internet an verschiedene Empfänger verschickt, darunter war auch ein Professor der jungen Frau. Wegen Verbreitung von jugendpornografischen Schriften und wegen eines Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs musste sich der Auszubildende vor dem Amtsgericht Böblingen verantworten.

Der 19-Jährige fühlte sich sichtlich unwohl auf der Anklagebank, er sprach leise und stockend, war aufgeregt, setzte in seinem längeren Vortrag immer wieder aus, um durchzuatmen. Ihm war wichtig, „die Geschichte von Anfang an“ zu erzählen. Über einen Schüleraustausch hatte der Angeklagte eine junge Frau aus Weißrussland kennengelernt. Sie freundeten sich an, er besuchte sie in den Weihnachtsferien von 2017 auf 2018, schenkte ihr ein Mobiltelefon, laut des Angeklagten haben sie sich geschworen, „für immer zusammenzubleiben. Wir hatten über Skype täglich mehrere Stunden Kontakt.“ Im Jahr 2018 unterstütze der Angeklagte seine Partnerin dabei, sich an einer deutschen Hochschule zu bewerben und einen Studienplatz zu finden. Sie wurde in Frankfurt / Oder angenommen. Der Angeklagte war einige Wochen bei ihr, ehe er im Rahmen eines freiwilligen sozialen nach Bayern ging. „Es war alles gut, dann aber hat sie einen Anruf von mir weggedrückt“, erzählte der 19-Jährige. Als sie wieder Kontakt hatten, habe sie gesagt, dass alles in Ordnung sei, sie eben viele Prüfungen zu leisten habe.


Dem Angeklagten genügten diese Aussagen nicht. „Ich habe mich mit ihren Daten in ihren Chat eingeloggt um zu erfahren, warum sie sich so verhält“, sagte der Angeklagte, diese Daten standen ihm noch zur Verfügung, da er für die junge Frau einiges an Korrespondenz im Rahmen der Bewerbung erledigte. „Ich war in der Situation einfach gezwungen, das zu tun. Ich habe alles für sie gemacht.“


Der komplette Artikel steht am Samstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de