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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 31.12.2018

Musik führt Menschen zusammen

Böblingen: Erstes „Singalong“ in der Stadtkirche lockt mehr als 250 Teilnehmer an

„Singalong“ in der Böblinger Stadtkirche mit Kantor Eckhart Böhm und mehr als 250 ambitionierten Laiensängern. Bild: Staber

Mit über 250 Teilnehmern hat sich das erste Böblinger „Singalong“ in der Stadtkirche als voller Erfolg präsentiert. Auf dem Programm der Mitsing-Veranstaltung unter der Leitung von Eckhart Böhm, Kantor der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, stand das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

In vielen Städten erfreuen sich sogenannte „Singalongs“, auf Deutsch „Veranstaltung zum Mitsingen“, wachsender Beliebtheit. Dabei kommen Chorwerke durch ambitionierte Laien-Sänger zur Aufführung, die in einer kurzen Probe mit einem professionellen Chorleiter einstudiert werden. So auch in Böblingen: Für den Import des erfolgreichen Formats zeichnet der Kantor der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Eckhart Böhm, verantwortlich: „Das ‚Singalong‘ ist so ein tolles Konzept, das musste ich einfach nach Böblingen bringen.“

Einen Klavierauszug muss mitbringen, wer bei der Böblinger „Singalong“-Variante des Chorwerks mitmischen will. Die Idee findet riesigen Anklang: Rund 250 Sänger finden sich ein, um sich auf die nach Stimmlage gekennzeichneten Plätze zu sortieren. Eine halbe Stunde Probe ist angesetzt, samt Erläuterung der Details der Aufführung durch Eckhart Böhm.

Dabei zeigt sich rasch, dass der Leiter eines solchen „Singalongs“ wesentlich mehr auf der Pfanne haben muss, als einfach nur ein guter Chorleiter zu sein: Mit Charisma und Humor widmet sich Eckhart Böhm seinem spontan zusammengewürfelten Chor, antizipiert Hemmschwellen, nimmt Ängste, muntert auf und begeistert für die Musik.

„Jetzt kommen die Hirten nach Bethlehem, und da wird es ein bisschen trickreich“, weist Böhm in eine besonders knifflige Passage des Weihnachtsoratoriums ein: „Aber keine Angst, wir warten, bis alle angekommen sind“, ermutigt der Kantor seine Sängerinnen und Sänger, als sich das gemeinsame Tempo als Herausforderung entpuppt: „Ich sehe das eine oder andere Stirnrunzeln. Aber das wird schon.“ Schnell weicht das eine oder andere Stirnrunzeln einem entspannten Lächeln und vergnügten Kichern hier und dort: Eckhart Böhm steckt seinen „Singalong“-Chor an mit seiner guten Laune und Begeisterung für die Musik.

Nach einer halben Stunde gibt es erst einmal eine Pause: Die Aufführung ist auf 18 Uhr angesetzt. Zusätzlich zum Chor strömen Zuhörer in die Stadtkirche. Unterm Strich erleben über 300 Menschen den Zauber dieser besonderen Aufführung, die von den Laiensängern gemeinsam mit den Solisten Eleonore Majer, Gabi Lesch, Götz Thumm und Matthias Baur vom „Ensemble Cantemus“ auf die Beine gestellt wird.

Die Veranstaltung zeigt, was Musik vermag: Jenseits aller ästhetischen Qualitäten kann Musik Menschen zusammenführen, Gemeinschaft stiften. Dies wird beim ersten Böblinger „Singalong“ deutlich, das bei Erfolg als Auftakt einer Reihe zu verstehen sei, wie Eckhart Böhm erklärt. Eine Fortsetzung steht also so gut wie fest.