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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 20.09.2017

„Mit Herzblut auf die Beine gestellt“

Sindelfingen: Das zweitägige Festival „dit ist schade!“ hat rund 500 Besucher ins Jugendhaus „Das Süd“ gelockt / 20 Bands haben auf zwei Bühnen gespielt

Mit dickem Lob sowohl von den Besuchern als auch von den teilnehmenden Bands ist am Wochenende die vierte Auflage Auflage des zweitägigen Festivals „dit is schade!“ über zwei Bühnen des Sindelfinger „Zentrums für Jugendkultur das Süd“ gegangen. 20 Bands heizten den insgesamt rund 500 Besuchern mit Alternative, Indie-Pop und Hip-Hop ein.

Zur treibenden Gitarre von Martin Gundt, dem klagenden Gesang von Marius Vieth, dem wuchtigen Bass von Max Zdunek und zum Rhythmus von Schlagzeuger Michael Reihle geht am Samstagabend im großen Veranstaltungssaal des Jugendhauses Süd die Post ab: Die Paderborner Band „Kid Dad“ gibt bei ihrem Undergroundhit „Rehab“ kurz vor Ende ihres Auftritts noch einmal alles, das Publikum hüpft, schreit, feiert. Max Zdunek mischt sich mit seinem Instrument unters Volk, der Saal tobt, die Stimmung ist großartig.

Als Garage-Rock mit so unterschiedlichen Einflüssen wie Pixies oder Joy Division ordnen Kid Dad ihre Musik ein, mit der sie derzeit durchstarten: Neben Bands wie Leoniden oder Liedfett gehören Kid Dad zu den Formationen im Line-up des Festivals „dit is schade!“, die derzeit bei Fachpresse und Fans von sich reden machen und eine vielversprechende Karriere vor sich haben. „Das Line-up ist absolut hochkarätig“, bescheinigt Kid-Dad-Sänger Marius Vieth den Organisatoren des Festivals, Hannah Schmidbauer, Tim Vogrin und Tobias Bacherle.

Doch nicht nur das Line-up, das weit über dem üblichen Jugendhaus-Niveau liegt, sorgt dafür, dass sich nicht nur die Fans, sondern auch die Bands bei „dit is schade!“ wohlfühlen. „Es ist zwar ein kleines Festival“, sagt Gitarrist Martin Gundt, „aber man merkt bis in die Details, dass es mit Liebe und Herzblut auf die Beine gestellt wird.“ Deswegen habe sich das Sindelfinger Festival deutschlandweit in der Szene inzwischen einen Namen gemacht.

Diese Liebe geht auch über den Magen. „Manchen Festivalveranstaltern ist es egal, wie gut es den Bands geht“, sagt Marius Vieth, „oft bekommt man zehn Euro für einen Schnellimbiss in die Hand gedrückt.“ Nicht so bei „dit is schade!“: Das Küchenteam rund um Philine Schuster sorgt an beiden Tagen für frisch zubereitetes Essen. „Das ist super lecker und vor allem vegan“, schwärmt Marius Vieth.

Beim Küchenteam Philine Schuster, die ausgebildete Köchin ist, Cheyenne Scarinci, Anika Kienle, Yannick Patzolt und Lucas Diebold handelt es sich um Mitglieder des Vereins „dit is schade!“. „Wir kochen zum dritten Mal frisch für die Bands“, erzählt Philine Schuster, die wie der Rest des Küchenteams überzeugte Veganerin ist: „Mit unserem Essen können wir ein bisschen Werbung für einen veganen Lebensstil machen“, so Schuster, „und zeigen, wie lecker veganes Essen sein kann. Bei diesem Festival geht es um einen respektvollen und liebevollen Umgang miteinander. Für mich gehört dazu nicht nur der Mitmensch, sondern auch das Mittier.“

Eine weitere Besonderheit zeichnet die Bandverpflegung des Festivals „dit is schade!“ aus: Philine Schuster und ihr Team haben alle verwendeten Produkte nach dem Foodsharing-Prinzip besorgt. „Das sind gespendete Lebensmittel, die völlig in Ordnung sind, aber von Märkten oder Erzeugern weggeschmissen würden, weil sie nicht mehr verkäuflich sind“, erläutert Cheyenne Scarinci: „Ich engagiere mich auch sonst als Foodsaver, weil es mich stört, wie viel Nahrung weggeworfen wird.“ Dass ihr Engagement eine so positive Resonanz bei den auftretenden Bands erfährt, freut Philine Schuster: „Musiker leisten schwere Arbeit auf der Bühne. Deswegen sollten sie gesund und kein Fastfood essen.“

Mit insgesamt rund 500 Zuschauern gibt es in puncto Publikumszuspruch zwar noch Luft nach oben. Doch mit Ablauf und Atmos- phäre ihres Festivals zeigen sich Hannah Schmidbauer, Tim Vogrin und Tobias Bacherle zufrieden: „Wir haben durchweg positives Feedback bekommen“, so Hannah Schmidbauer.

Deutschsprachiger Hip-Hop mit Fabian Hellmuth und dem aus Schönaich stammenden Adrian Bornmann. Bilder: Staber

Beim Festival „dit is schade!“ sind die Bands Dank des Küchenteams bestens versorgt: Philine Schuster, Anika Kienle, Cheyenne Scarinci und Yannick Patzolt (von links).