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Von unserem Redakteur Jürgen Wegner · 13.08.2009

Mehr Spuren für die Datenautobahn

Sindelfingen: Bei der Baustelle in der Maichinger Straße legen die Stadtwerke gleich Leerrohre für das Glasfasernetz ins Erdreich

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ong>Schnelles Internet, mehr Möglichkeiten beim Telefonieren und digitales Fernsehen: Die Anwohner der Maichinger Straße in Sindelfingen profitieren mittelfristig von der Dauerbaustelle - und zwar nicht nur, weil hier neue Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden.

 

Das Zauberwort heißt Glasfaserkabel. Wann immer die Stadtwerke eine Straße aufreißen, legen sie Leerrohre für die modernen Datenkabel ins Erdreich. So bekommt das Glasfasernetz dichtere Maschen und legt sich immer breiter aufs Stadtgebiet. Dieses Netz begannen die Sindelfinger und Böblinger Stadtwerke in Kooperation auf dem Flugfeld gemeinsam zu knüpfen (die SZ/BZ berichtete).

 

Zweiter Baustein der Netzerweiterung: Bei neuen Baugebieten in den beiden Städten gehören die Glasfaserleitungen zur Grundausstattung. So dürfen sich beispielsweise künftige Bewohner der Allmendäcker auf hochmoderne Zeiten freuen.

 

Dabei hoffen die Sindelfinger Stadtwerke mit ihrem Ausbau der innerstädtischen Datenautobahn keineswegs auf höheres Verständnis dafür, dass die Hauptader des Straßenverkehrs zwischen Domo und Hinterweil länger gesperrt ist. Das Problem: Zwischen Zimmerstraße und Rosenstraße ist die Maichinger Straße dicht. Wer von der Innenstadt ins Hinterweil will, muss entweder über die Obere Vorstadt und die Pfarrwiesenallee ausweichen, mitten durch das geschwindigkeitsbegrenzte Schleicher fahren, oder den Umweg über das Stadion in Kauf nehmen.

 

"Eine Zumutung"

 

Für die dortigen Anwohner ist das ein Graus. So schrieb Sabine Pflüger an die SZ/BZ: "Seit der Sperrung der Maichinger Straße quält sich fast der gesamte Verkehr durch die von vorn bis hinten zugeparkte Rosenstraße. Das ist eine Zumutung für uns Anwohner." An Tempo 30 halte man sich nur in Höhe der Stadiongaststätte, weil jeder wisse, dass dort gelegentlich kontrolliert wird. "Ansonsten fühlt man sich wie an der Autobahn, nur kann man hier nichts überdeckeln", so Sabine Pflüger.

 

Auch die Fahrradstraße in der Hirschstraße ist vom Verkehr eingenommen, wobei viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind (die SZ/BZ berichtete). Hier ließ die Stadt bereits die ersten mobilen Radarfallen aufstellen. Die ersten Fotos der Temposünder sind schon geschossen.

 

Noch zwei bis zweieinhalb Monate müssen die Sindelfinger mit der Baustelle klarkommen. Bis dahin wird die Straße zweimal aufgerissen: Erst kommt der Kanal dran, im zweiten Schritt werden Gas- und Wasserleitungen verlegt. Dadurch fallen die Gräben nicht ganz so breit aus, und die Anwohner kommen besser zu ihren Häusern.

 

Danach soll alles wieder seinen geregelten Gang nehmen. Vom neuen Datenkabel - Internet, Telefon, Fernsehen - profitieren die Anwohner der Maichinger Straße und nebenan in der Tulpenstraße, wo die Stadtwerke eine ähnliche Baustelle eingerichtet hatten, aber vermutlich erst in einem Jahr: "Bevor wir den schnellen Datentransfer anbieten, müssen flächendeckend die Grundlagen geschaffen werden", sagt Georg Wember, stellvertretender technischer Bereichsleiter bei den Stadtwerken Sindelfingen.

 

Schnelles Netz nicht vor 2010

 

Zum einen muss erst das Netz wachsen, bevor es wie in der Fachsprache "Fibre to home" heißt. Also, bis die Glasfaserkabel in den Kellern und bei mehrgeschossigen Häusern in den Wohnungen liegen. Erst dann steigen auch die Chancen darauf, dass sich neben VSE-Net, der sich als einziger Kunde bisher beim Netzbetreiber Stadtwerke eingekauft hat, noch weitere Anbieter für das Netz interessieren. So verlangt beispielsweise auch die Telekom nach potenziellen Kundenzahlen, bevor sie auf den Zug aufspringt.

 

"Das ist auch der Grund dafür, dass wir in der Innenstadt noch keine offensive Werbung für das Netz machen. Wir bauen es erst einmal still und heimlich aus", sagt Georg Wember. Außerdem sagt Georg Wember: "Glasfaser kostet zwar mehr als Kupfer, das teuerste ist aber der Tiefbau." Nach Schätzungen würde es zwischen 60 und 70 Milliarden Euro kosten, das Glasfasernetz über die gesamte Republik zu legen.

 

Genau hierin sehen die Stadtwerke ihre große Chance. Denn das Energieversorgungs-Unternehmen ist in Sachen Tiefbau ständig aktiv und nutzt jede unterirdische Sanierung, um Leerrohre für die Glasfasern einzulegen. Georg Wember: "Deshalb kann das keiner besser als wir."

 

Für den Durchgangsverkehr ist die Maichinger Straße zwischen der Zimmerstraße und der Rosenstraße noch mindestens zwei Monate lang dicht. Bild: Stampe

 

Die Glasfaser bietet zahlreiche Möglichkeiten für Internet, das Fernsehen und das Telefonieren Bild: Stadtwerke/z