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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 20.05.2020

Mehr Räume für das Schulzentrum

Weil der Stadt: Gemeinderat tagt in der Festhalle Merklingen

Gleich in zwei Tagesordnungspunkten befasste sich der Gemeinderat Weil der Stadt, der wegen dem Corona-Virus in der Festhalle in Merklingen mit großem Abstand zwischen den Räten tagte, mit dem Schulzentrum Jahnstraße in Weil der Stadt.

Zum einen geht es um eine genaue Bedarfsplanung, was überhaupt wo dort entstehen soll, zum anderen benötigen Realschule und Gemeinschaftsschule relativ schnell mehr Klassenzimmer. Schon jetzt kommen beide Schulen damit an ihre Grenzen. Es wurden schon Büroflächen als Klassenzimmer genutzt. Im neuen Schuljahr geht es ohne neue Klassenzimmer nicht mehr. Im Gemeinderat kam es zur Diskussion auch mit der Frage, warum nicht viel früher auf mehr Platz für beide Schulen reagiert worden ist. Klar ist auch, dass die Stadt nun vorübergehend Container aufstellen muss, was zusätzliche Kosten verursacht.


Bürgermeister Thilo Schreiber erklärte, dass die Verwaltung eigentlich die Bedarfsplanung für Neubauten Schulzentrum und Gymnasium im Umlaufverfahren klären wollte. Aber es zeigte sich, dass wegen der Vergabe des Untersuchungsauftrages Klärungsbedarf bestand.


Beigeordneter Katz sagte, dass bereits in der Februar-Sitzung des Gemeinderates erste Probeuntersuchungen des Geländes besprochen wurden. Es geht um die Frage ob auf diesem Gelände überhaupt ein neues Schulzentrum entstehen kann. Gibt es auch die Möglichkeit der Sanierung? Der Beigeordnete erklärte, dass es nun darum ginge, die Untersuchungen weiter zu führen, um festzustellen wie hoch der Flächenbedarf für die einzelnen Schulen dort ist, wie Synergieeffekte genutzt werden können und welche Bebauung auch mit Sicht auf Fördermittel geeignet ist. Auch das Thema Energie soll dabei nicht außer Acht gelassen werden. Letztendlich geht es auch um die Kosten, die möglichst optimal eingesetzt werden sollen. Auch das Gymnasium soll künftig ins Schulzentrum an der Jahnstraße integriert werden.


Der Gemeinderat beschloss einstimmig den Auftrag für eine Bedarfsplanung an eine Stuttgarter Firma für fast eine Viertel Million Euro zu vergeben.


Lange diskutierte der Gemeinderat über einen Anbau im Schulzentrum, der für Real- und Gemeinschaftsschule sechs Klassenräume und vier Vorbereitungsräume zwischen diesen beiden Schulen bringen soll. Die Klassenräume stehen dann zu gleichen Teilen den beiden Schulen zur Verfügung.


Die Gemeinschaftsschule hat im laufenden Schuljahr 216 Schüler gegenüber 172 im Schuljahr zuvor. In der Realschule stagniert die Schülerzahl bei knapp über 400.


Damit besonders schnell möglichst zum neuen Schuljahr im September die Klassenräume zur Verfügung stehen hat die Stadt bei 15 Herstellern von Modulbauten nachgefragt. Aber keiner gab bei einer Ausschreibung ein Angebot ab. Es gab dann lediglich ein Nebenangebot einer Firma, die herkömmlich mit industriell gefertigten Decken- und Wandbauteilen bauen würde. Der Fertigstellungstermin verlängert sich dann allerdings bis März 2021.


Um keine Zeit zu verlieren schlug die Verwaltung nun vor den Auftrag dieser Firma für 2,16 Millionen Euro zu übertragen. In der Diskussion im Gemeinderat zeigte sich aber, dass die Mehrheit im Gremium dazu nicht bereit ist.


„Schon jetzt wird im Raumtausch bei beiden Schulen, Real- und Gemeinschaftsschule, unterrichtet“, sagte Beigeordneter Jürgen Katz. Alle Klassenzimmer sind belegt. „Wir sind einfach auch spät dran“, begründete der Beigeordnete.


Weil derzeit auch der Gesamtkomplex Schulzentrum geprüft wird, bestätigte der Beigeordnete den Stadträten, dass der Anbau auf keinen Fall wieder abgerissen würde. Beim jetzt vorliegenden Angebot sei der Quadratmeterpreis wirklich gut und angemessen.


Michael Hofbauer (CDU) wollte wissen, warum nicht schon 2019 der Anbau beauftragt worden ist. Eine Frage war auch, ob die sechs Klassenräume ausreichend für den Bedarf seien.


Das sei das was die Schulleitungen als Raumbedarf für die nächsten Jahre mitgeteilt hätten, informierte Jürgen Katz. Man gehe davon aus, dass das reiche.


„In allen Räumen haben nur 24 Schüler Platz. Der Schülerteiler in den Realschulen liegt bei 30“, brachte Brigitte Benzinger-König (FDP) in die Diskussion.


Nach Ansicht von Alfred Kappler (Grüne) wird für den herkömmlichen Bau wesentlich mehr Zeit benötigt. An eine Fertigstellung im März nächsten Jahres glaubt auch David Götz (CDU) nicht. Das Provisorium mit Container sei günstiger, als jetzt schnell neu zu bauen.


„Bei uns kam dieses Projekt mit wahnsinniger Dringlichkeit auf den Tisch“, sagte Beigeordneter Katz.


Bürgermeister Thilo Schreiber erkannte, dass ein zustimmender Beschluss vermutlich nicht zustande kommt und schlug vor, diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen und nochmals mit den Schulleitern zu sprechen. Es soll auch eine erneute Ausschreibung in Modulbauweise geprüft werden. Zustimmung gab es dazu im Gemeinderat.