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Von unserem Mitarbeiter Georg Schramm · 31.10.2014

Mehr Hinweise im Wald

Kreis Böblingen: Umleitungen während der Holzernte / Gefährliche Arbeit / Rettungsübung

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ong>Sie sind wieder zu hören im Wald: die Motorsägen der Forstwirte und die Holzernte- und Rückemaschinen. Der Holzeinschlag hat auch in den Wäldern des Landkreises Böblingen begonnen. Vorübergehend gesperrte Waldbereiche und verschmutzte Wege sind die Folge.

Mancher Waldbesucher fragt sich, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung, warum in Wäldern im Ballungsraum mit ihrer Funktionenvielfalt überhaupt Holz geerntet werden muss. „Der Holzeinschlag dient immer auch der Waldpflege und der notwendigen Verjüngung der Wälder“,“ erklärt Reinhold Kratzer, Leiter des Amtes für Forsten. „Durch die Entnahme einzelner Bäume werden die verbleibenden Bäume gefördert. Unser Wald wird dadurch stabiler.“

In älteren Waldbereichen wiederum würden die erntereifen Bäume entnommen, bevor sie an Wert verlieren – und damit Raum für eine neue Waldgeneration geschaffen. Und mit heimischem Holz könne ein nachwachsender und klimaneutraler Rohstoff bereitgestellt werden, als Baumaterial und als Energieträger, mit kurzen Transportwegen zum Verbraucher. Da die Fällung von Bäumen eine extrem gefährliche Arbeit ist, muss der Wald vorübergehend gesperrt werden. Waldbesucher müssen die Absperrungen und Umleitungen beachten, denn wer Waldflächen betritt, in denen Holz eingeschlagen wird, begibt sich in Lebensgefahr. „Um Waldbesucher noch besser zu informieren, werden wir Förster im Landkreis Böblingen in diesem Winter die Anzahl an ausgeschilderten Umleitungen und die Hinweise vor Ort im Wald verstärken“, berichtet Kratzer.

Mit einer neuen Kampagne „Waldarbeit schafft Werte und bewahrt“ werde der Landesbetrieb ForstBW zusammen mit den Förstern, Forstwirten und Forstunternehmern über die pflegliche und fachgerechte Holzernte aufklären. Eine körperlich schwere Arbeit, die heutzutage zwingend durch Holzernte- und Rückemaschinen unterstützt werden muss, so Kratzer. Um eine Befahrung des Waldbodens strikt zu vermeiden, würden die Maschinen nur auf Waldwegen und sogenannten Rückegassen fahren. „Schäden an den Wegen werden nach Abschluss der Holzerntearbeiten und der Holzabfuhr beseitigt.“, versichert der Forstamtsleiter.

Die Sicherheit der Menschen, die im Wald arbeiten, habe beim Forst höchste Priorität. In den Forstrevieren Waldenbuch und Ehningen wurden deshalb zwei groß angelegte Rettungsübungen durchgeführt. Gemeinsam mit der Rettungsleitstelle, den Rettungskräften vor Ort und den Feuerwehren wurden beispielhaft zwei Ernstfälle simuliert: In Waldenbuch wurde ein Waldarbeiter von einem herabstürzenden Ast schwer verletzt, in Ehningen ein Pilzsucher bei der Fällung einer großen Buche von der Baumkrone zu Boden gedrückt.

Die realitätsnahen Übungen hätten gezeigt, dass besonders im Wald unter schwierigen Geländebedingungen für das Funktionieren der Rettungskette von allen Beteiligten etliche Details beachtet werden müssen. Um die Rettungskräfte sicher und schnell von einem Treffpunkt an der öffentlichen Straße an den Unfallort im Wald lotsen zu können, hat sich auch im Landkreis Böblingen das System der Rettungspunkte bewährt. Es ist geplant, dieses in Kürze auch für private Waldbesitzer, Brennholzselbsterwerber und Waldbesucher besser nutzbar zu machen.

Info

Sämtliche Kontaktadressen der 19 Forstrevierleiter sind auf der Internetseite unter www.lrabb.de/forsten zu finden.

Die Holzernte hat begonnen. Bild: Gebi/Fotolia