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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 19.05.2017

Marathonfahrer halten Magstadter Fahne hoch

Radsport: Das komplette Bike-Team Centurion-Vaude ist für die WM der Langstrecken-Mountainbiker qualifiziert / Ondrej Cink wechselt vom Gelände auf die Straße / Serie (Teil 12)

In Magstadt gibt es in dieser Saison nur noch eine Mountainbike-Mannschaft, das Bike-Team Centurion-Vaude, das vor allem die Marathonstrecken unter die Räder nimmt. Aufgelöst wurde dagegen das Multivan-Merida-Biking-Team, das in der letzten Saison in der olympischen Cross-Country-Disziplin international noch zu den besten Teams zählte.

Die Verträge bei Multivan-Merida sind ausgelaufen. Dies nutzte der taiwanesische Fahrradhersteller, um sein sportliches Engagement neu aufzustellen. Merida konzentriert sich in diesem Jahr vor allem auf das Rennrad.

Dabei wurde die bisherige Partnerschaft mit Lampre beendet und mit dem im Golfstaat Bahrain ansässigen Bahrain-Merida-pro-Cycling-Team ein eigenes World-Tour-Team gegründet, eine Mannschaft also, die in der ersten Liga des internationalen Straßenradsports mitfährt.

Merida-Trikots werden auf den Mountainbike-Strecken aber dennoch weiterhin zu sehen sein. José Hermida (Spanien), in den letzten Jahren Rennfahrer und Markenbotschafter zugleich, wird noch Marathonrennen bestreiten und Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjå setzt ihre Karriere mit Unterstützung der norwegischen Merida-Gesellschaft fort. Der Schweizer Thomas Litscher hat ein neues Team gefunden und Ondrej Cink ist vom Gelände auf die Straße gewechselt. Der Tscheche startet für das Bahrain-Merida-pro-Cycling-Team und hat sich bei einigen Frühjahrsrennen bereits als Bergspezialist entpuppt.

Das Bike-Team Centurion-Vaude wurde auf die Saison 2017 hin verkleinert, doch sind von den Stammkräften der Deutsche Meister Markus Kaufmann, Jochen Käß, Daniel Geismayr und Hermann Pernsteiner geblieben. Gabi Stanger ist ins sogenannte A-Team aufgerückt.

Neu hinzu kamen Peter Hermann und Daniel Gathof. Der 28-jährige Hermann, ein gebürtiger Magdeburger, gilt als Spätberufener. Im letzten Jahr war er Dritter der deutschen Marathonmeisterschaft. Daniel Gathof kehrt nach mehreren Jahren, in denen er anderen Mannschaften angehörte, zu Centurion-Vaude zurück.

In der laufenden Saison hat das Team bereits beachtenswerte Erfolge eingefahren. Daniel Geismayr und Gastfahrer Nicola Rohrbach (Schweiz) wurden beim Cape-Epic Dritte. Das Rennen in Südafrika gilt als weltweit härtestes Etappenrennen für Mountainbiker. Für Geismayr war der dritte Platz der bisher größte Erfolg als Marathonfahrer: „Vor uns waren nur Weltmeister und Olympiasieger platziert.“

Hermann Pernsteiner gewann den Marathon beim Bike-Festival am Gardasee. Pernsteiner sollte ursprünglich auch in Südafrika fahren, wurde von Mannschaftsleiter Richard Dämpfle aber kurzfristig zurückgezogen. Der Rennfahrer musste einsehen: „Ich bin für so ein Rennen zu leicht. Ich fühle mich wohl, wenn’s ordentlich Berge gibt.“ Deshalb sind für ihn die Trans-Alp und die Europameisterschaft in der Slowakei (mit 5000 Höhenmetern) die wichtigsten Rennen in diesem Jahr.

Für Kaufmann, Käß und den Österreicher Geismayr sind das die nationalen Titelkämpfe und die Weltmeisterschaft in Singen. Dabei geben sich Kaufmann und Käß bedeckt, wenn es um die Frage geht, ob es zwischen den beiden bei den deutschen Meisterschaften nur einen Nichtangriffspakt geben oder der eine für den Erfolg des anderen seine eigenen Chancen opfern wird.

Markus Kaufmann: „Ich würde Jochen den Titel wünschen, würde ihn aber auch gerne verteidigen. Bei der deutschen Meisterschaft fährt erst einmal jeder für sich. Während des Rennens sieht man dann vielleicht, wer an diesem Tag stärker ist und kann dann immer noch eine Entscheidung treffen.“ Jochen Käß: „Die Strecke ist selektiv genug, um eine vorzeitige Entscheidung herbeizuführen.“

Das sei bei der WM anders. Deshalb, so Käß, werde er sich für das Rennen am 25. Juni kein Ziel setzen. Auch Kaufmann findet, der Rundkurs in Singen sei zu leicht: „Die Strecke ist nicht unbedingt unser Ding, aber wenn die Form stimmt, kann man überall gut fahren.“

Daniel Geismayr denkt dagegen, dass die Strecke für ihn ideal ist: „Sie liegt mir, denn ich bin ja nicht der Leichteste.“ Um sich an das erwartet hohe Tempo zu gewöhnen, will er zur Vorbereitung ein paar Straßenrennen fahren. Die komplette Mannschaft ist bereits für die WM qualifiziert.

Info

Auf team-centurion-vaude.de gibt es im Internet weitere Informationen, darunter die Renntermine, Links zu den Facebook- und Instagram-Seiten und Videos.