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Von unserer Mitarbeiterin Renate Lück · 19.06.2017

Manegen-Luft und Zirkus-Zauber

Grafenau: 55 Kinder haben beim Zirkus Bambi mitgemacht und eine begeisternde Vorstellung geboten

Das muss eine schöne Ferienwoche gewesen sein. 55 Kinder aus Grafenau und Umgebung haben Zirkusluft geschnuppert und am Samstag ihren Eltern und Verwandten gezeigt, was sie gelernt haben.

Ein Zirkuszelt und Campingwagen neben der Wiesengrundhalle und ein Gewusel von Mädchen und Buben in Clown-Kostümen oder Akrobaten-Trikots. Schlag 14.30 Uhr ruft der Chef, Wollo Bannikov: „Die Türwächter an ihre Plätze!“

Da kommen die Großen aus der Zirkusschule in Dätzingen. Über 20 Schüler und Schülerinnen zwischen fünf und zwanzig Jahren besuchen dort freitags und samstags das ganze Jahr über Kurse. Dompteur Wollo Bannikov, der 1995 mit drei Braunbären aus Russland nach Deutschland kam, und seine Frau Rita Rempp-Bannikov, die den Zirkus Bambi gegründet hatte und den Mitmachzirkus aus der DDR kannte, boten Kinderzirkus das erste Mal in Magstadt an.

Es wurde so gut angenommen, dass sie seitdem den Sommer über mit diesem Programm durch Baden-Württemberg ziehen und schon Stammorte haben. „Wir bekommen den Platz meist kostenlos und die Gemeinden helfen uns bei der Werbung“, erzählt der Chef, der seit neun Jahren ohne seine Frau auskommen muss.

Die Bären gab Wollo Bannikov schon 2000 an den Park in Tripsdrill ab. „Die leben nicht mehr“, sagt er. Jetzt bringt er den Kindern Dressuren und Clownerien bei, wobei Tochter Carima sich ebenfalls mit Tieren beschäftigt und Samara für Luftakrobatik, Hula-Hoop und Feuer zuständig ist. Am Freitag hatten sie schon 100 Eintrittskarten verkauft. Um 14.45 Uhr ist das Zelt fast voll und die Kinder fragen alle paar Minuten, wann die Vorstellung beginnt.

Eine Matte wird in das Rund gelegt und ein Seil von oben heruntergelassen. In der ersten Nummer hält der Chef das Seil, während ein Mädchen daran hochklettert. Hat sie die Handschlaufen erreicht und macht ihre Übung, schwingt er es dazu. Als Nächstes wird ein kleines Mädchen angekündigt, das Hula-Hoop-Reifen kreisen lässt. Wenn die Musik spielt, klatschen alle mit.

Als die Plastikplane auf dem Boden an den Seiten hochgeklappt wird, ist klar: Jetzt kommen Pferde. Es ist zwar nur eins, aber fünf Kinder dürfen nacheinander darauf herumturnen. Dann sitzen fünf Clowns auf einer Bank und fragen hintereinander immer den äußersten, wann es so weit sei. Als er sagt: „Jetzt“, wechseln sie das übergeschlagene Bein. Zwei andere Clowns blödeln später mit unsichtbaren Flöhen.

Ganz ruhig wird es, als Fakir Simon über Glasscherben läuft und sich auf ein Nagelbrett legt. Er sieht aber auch sehr ernst aus. Lustiger ist die Dressur mit Ziege Lizzi. Sie gehorcht nur, wenn sie etwas zu fressen vor ihrer Nase weiß. Viele Mädchen und einige Buben zeigen in den beiden Dreiviertelstunden tolle Akrobatik, womit sie das Publikum begeistern.

Ziege Lizzi gehorcht – wenn sie etwas zu fressen bekommt. Bild: Lück