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Karlheinz Reichert · 23.08.2013

Lückenschluss steht in den Sternen

Magstadt/Renningen: Die Finanzierung ist nicht gesichert und die Planung dauert länger / Fertigstellung der B 464 erst im Frühjahr 2014

Die provisorische Verkehrsführung zwischen Magstadt und Renningen wird noch eine Weile erhalten bleiben. Der dritte Bauabschnitt der B 464 sollte eigentlich schon fertig sein und wann mit dem Lückenschluss, dem Knoten zwischen B 464 und B 295 begonnen wird, ist inzwischen völlig offen. Eine Prognose dazu, heißt es nun im Regierungspräsidium, wäre unseriös.

Der dritte Bauabschnitt ist das kurze Stück vom seitherigen Ende der B 464 bei Magstadt bis zum künftigen Knoten mit der B 295 vor Renningen. Nach dem letzten Zeitplan des Regierungspräsidiums Stuttgart sollte dieser, nachdem es im Jahr 2012 nicht mehr reichte, in diesem Sommer fertig werden.
Jetzt geht die Behörde davon aus, dass es im Frühjahr 2014 so weit sein wird. Schuld an der voraussichtlich acht- bis neunmonatigen Verzögerung ist der Durchlass für den Ihinger Hof-Graben. Um das Rinnsal unter den Gleisen für die S 60 hindurch zu leiten, genügte der Bahn ein Betonrohr mit einem halben Meter Durchmesser.

Ein paar Schritte weiter bächleinabwärts sollte es unter der B 464 ein Durchlass aus Wellstahl werden. Die Ausführungsplanung lag Ende November 2012 vor. Bis zum Baubeginn im Februar/März 2013 kamen den Ingenieuren jedoch Bedenken. Wegen der zu erwartenden hohen Verkehrsbelastung der B 464 entschied sich das Regierungspräsidium für eine Ausführung in Stahlbeton. Dieser gilt als dauerhafter und formstabiler.
Theoretisch könnte der Durchlass mit dem Stahlbetonrahmen inzwischen gebaut werden. Dafür muss allerdings der Verkehr auf der jetzigen Landesstraße zwischen Magstadt und Renningen umgeleitet werden. Für die Umleitungsstrecke wird aber unter anderem die Südostrampe des Knotenpunktes B 464/Ihinger Straße (K 1006) benötigt.

Diese Abfahrt von der B 464 im Magstadter Westen schien im letzten Jahr schon fertig zu sein, wurde nun aber wieder aufgerissen. Unvorhergesehene Verbau- und Sicherungsarbeiten hätten dies notwendig gemacht. Außerdem werden dort Betonröhren verlegt. Ende September, also in fünf Wochen, soll nun die Rampe endgültig fertig sein.
Danach erst können die Arbeiten für den Durchlass des Ihinger Hof-Grabens beginnen. Allein das Herrichten der Baugrube dauere einen Monat. Für die Wellstahl-Ausführung hätte man das nicht gebraucht.

Statt Ende Mai wird der Durchlass nun allenfalls Ende 2013 fertig. Danach erst kann mit dem eigentlichen Straßenbau begonnen werden. „Damit verschiebt sich die Gesamtfertigstellung des dritten Bauabschnittes auf das Frühjahr 2014“, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart auf die Anfrage der SZ/BZ schriftlich mit. Wie viel die andere Ausführung mehr kostet, sei noch nicht bekannt.

Am Lückenschluss, dem erst vergessenen und nun vorgesehenen Knoten B 464/B 295, wird seit Monaten Erde aufgeschüttet. Dies geschieht im Vorgriff auf eine noch nicht vorhandene Baugenehmigung, um Kosten zu sparen (die SZ/BZ berichtete). Ein Hinweis auf eine zügige Herstellung ist dies nicht.
Im Gegenteil: Bisher ging das Regierungspräsidium davon aus, dass das Baurecht für den Knoten in den Jahren 2015/16 hergestellt werden könnte. „Weil immer wieder Alternativen geprüft wurden“, sagt Dr. Peter Zaar, „hoffen wir nun, dass wir das 2017 hinbekommen.“ Zu einem möglichen Baubeginn sagt der Pressesprecher der Behörde: „Der Zeitpunkt ist nicht absehbar. Da einen Termin zu nennen, wäre unseriös.“

Bisher gab es die Hoffnung, gleich nach dem für 2015/16 vorgesehenen Planfeststellungsverfahren mit dem Bau zu beginnen und das Geld dafür aus dem Topf für die Reparatur von Bundesfernstraßen zu entnehmen. Dann hätte man, wie Markus Kübler, Referent für Straßenplanung im Regierungspräsidium Stuttgart, noch im letzten November in einer öffentlichen Sitzung des Magstadter Gemeinderats sagte, 2017 mit dem Bau beginnen können. Magstadts Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Merz traute schon damals den Prognosen nicht und entgegnete dem Planungschef: „Die Finanzierung ist nicht gesichert“
Dies bestätigt nun Dr. Zaar im Gespräch mit der SZ/BZ: „Die Finanzierung ist offen.“ Die Alternative zum Reparaturkostentopf ist die Prioritätenliste des Bundesverkehrswegeplans. Auf diesem Weg kann es dann viele Jahre dauern, bis es Geld für den Lückenschluss gibt.