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Von unserem Redakteur Jürgen Wegner · 07.08.2008

Lothar wird bei Honig schwach

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ong>Noch immer tierisch gut drauf sind Sindi und Lothar. Die scheue Bärendame und ihr stattlicher Bruder waren bei der Landesgartenschau 1990 die große Attraktion in Sindelfingen. Emma und Hartmut Necker aus Weil im Schönbuch haben die beiden Riesen im Bärenwald Müritz besucht.

 

Der Zufall führte Emma und Hartmut Necker zu den Spuren, die die großen Tatzen hinterließen. "Wir machten Urlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte. Bei einem Ausflug zum Tierpark Müritz trafen wir auf die alten Bekannten." Die Neckers waren beeindruckt: "Alles spricht von Flocke oder Knut. An Sindi und Lothar denkt dagegen kaum jemand. Das ist doch ungerecht. Die beiden Bären sind einfach toll."

 

Die Fellträger erblickten 1990 in Torgau das Licht der Welt. Im selben Jahr lockte die Landesgartenschau tausende Besucher nach Sindelfingen. Zu diesem Anlass schenkten die Sachsen ihrer Partnerstadt drei kleine Braunbären. Am Eröffnungstag taufte Ministerpräsident Lothar Späth die Bären auf die Namen Torgi für Torgau, Sindi für Sindelfingen und Lothar in Anlehnung an seinen eigenen Vornamen.

 

Die drei Bärchen lebten fortan in einem Käfig im Streichelzoo der Blumenschau. Während des ganzen Sommers waren sie die Lieblinge der Besucher. Aber eine Landesgartenschau dauert nur einen Sommer und wohin nun mit den jungen Bären?

 

Vier Pfoten machen es möglich

 

Der Schwarzwaldpark Löffingen nahm die drei Bären auf. Eine artgerechte Haltung war dort jedoch kaum möglich. Für Torgi endete die Zeit durch einen tragischen Zwischenfall. Er stand im Verdacht, einem Mädchen einen Finger gekappt zu haben und wurde im Alter von drei Jahren getötet.

 

Im Jahr 2005 wurde die österreichische und international tätige Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" auf Sindi und Lothar aufmerksam. Gleichzeitig suchten die Besitzer des Schwarzwaldparks Löffingen eine neue Unterbringung für die beiden Bären. Nach erfolgreichen Verhandlungen übergaben die Besitzer des Schwarzwaldparks Sindi und Lothar an den Bärenwald Müritz und sicherten gleichzeitig zu, in Zukunft keine Bären mehr zu halten.

 

Lothar und Sindi sind die beiden ersten Bären, die in Müritz ein Zuhause gefunden haben. Pünktlich zur Eröffnung des Bärenschutzzentrums am 13. Oktober 2006 zog Lothar ein. Nach nur einer Woche Trennung folgte Sindi. Der Umzug hat dem brummenden Geschwisterpaar gut getan.

 

Honig und Nüsse

 

Lothar ist der größte und schwerste Bär im Bärenwald Müritz. Wenn er sich aufrichtet, ist er über zwei Meter groß. Etwa 270 Kilogramm bringt er auf die Waage. Genau wie seine Schwester Sindi hat er an seiner rechten Halsseite einen weißen Fleck. Besonders auffällig an Lothar sind seine ausgeprägten Augenwulste und sein starker Nackenmuskel. Beides verleiht ihm einen finsteren Ausdruck.

 

Doch so finster Lothar auf den ersten Blick aussieht, ist er gar nicht. Schnell legte er seine anfängliche Scheu ab und ist aufgeschlossen, neugierig und voller Selbstbewusstsein. Baden und Fressen sind Lothars Lieblingsbeschäftigungen. Für Nüsse, Honig und Tomaten hat er eine besondere Vorliebe. Gerne gräbt er sich Sitzkuhlen und macht es sich darin bequem.

 

Sindi wiegt heute 150 Kilogramm und hat eine rundliche Figur. Wenn sie sich aufrichtet, ist sie etwa 1,60 Meter groß. Ihr fehlen die auffälligen Augenwulste und der ausgeprägte Nackenmuskel. Sindis Fell ist dunkelbraun, im Gesicht deutlich heller. In der Regel ist sie scheu. Manchmal wirkt ihr Verhalten auch ignorant. Auf Veränderungen reagiert sie sehr vorsichtig und zurückhaltend. Allerdings hat sie zu ihrem Tierpfleger sehr schnell Vertrauen aufgebaut.

 

Unter www.baerenwald-mueritz.de gibt es im Internet weitere Informationen zur neuen Heimat von Sindi und Lothar.

 

Lothar und Sindi: Die beiden Bären fühlen sich in Müritz pudelwohl. Bilder: z

 

Sindi gilt als etwas scheu und zieht sich deshalb gern zurück.

 

Lothar ist eine echte Naschkatze.