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Von Matthias Staber · 19.02.2019

"Loserville" begeistert am Goldberg

Sindelfingen: Musical des Oberstufenchors am Goldberg-Gymnasium / Weitere Aufführungen ab Freitag

  • Leidenscahftliche Darsteller , turbulente Tanzszenen: Das Musical „Loserville“ am Sindelfinger Goldberg-Gymnasium. Bilder: Staber

Turbulente Tanzszenen, die von quirligen und leidenschaftlichen Darstellern in Szene gesetzt werden, flotte Dialoge und eine knuffige Liebesgeschichte fürs Herz: Das Musical „Loserville“ von Elliot Davis und James Bourne in der Inszenierung durch den Oberstufenchor des Sindelfinger Goldberg-Gymnasiums hat bei der Premiere in der ausverkauften Aula der Schule auf ganzer Linie überzeugt.

„Nerds, Penner, Geeks, Außenseiter“: Wir schreiben das Jahr 1971, die popkulturelle und ökonomische Deutungshoheit des Silicon Valley liegt noch in weiter Ferne, und wer sich wie Michael (Michael Weber), Lucas (Simon Fell), Francis (Abdul Celik) und Marvin (Rafael Hiller) eher für Computer, Wissenschaft, Comics und Star Trek interessiert, als für Sport und andere Männlichkeitsrituale, steht in der High School im sozialen Abseits.

Doch die Morgenröte des Internet-Zeitalters beginnt am Horizont zu dämmern, und nicht nur große Firmen, sondern vor allem individualistische Computerfreaks tüfteln an der großen technischen Revolution, die nicht nur wirtschaftliche, sondern immense soziale Veränderungen mit sich bringen wird. Unter anderem wird sich die Wahrnehmung dessen, was als „cool“ gilt, radikal ändern. Mitten in diesen Gründungsmythos des Internet-Zeitalters führt das Musical „Loserville“ die Zuschauer, dabei genüsslich spielend mit allen Klischees, die das Genre „High-School-Drama“ so hergibt.

Schritt eins bei der Umwertung aller Werte: Computern beibringen, miteinander zu kommunizieren. Genau daran arbeiten der Protagonist von „Loserville“, Michael, und die Computerfirma, die der Vater von Rivale Eddie (Leonard Hartenstein) leitet. Die Fronten sind klar gezeichnet: Auf der einen Seite sympathische, schüchterne Geeks der Sorte „Big Bang Theory“.

Auf der anderen Seite die Figur des vor ungerechtfertigten Selbstbewusstsein strotzenden High-School-Jocks, wie er in Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ zur Grundausstattung gehört. Bis Michael mit der ersten E-Mail das neue Zeitalter einläuten darf, gilt es, zahlreiche Irrungen und Wirrungen zu durchstehen – nicht immer haben diese mit Computern zu tun.

Nicht fehlen dürfen: Die naive Cheerleader-Riege (Felina Geiger, Sarah Schüle, Nele Remmert), die zwischen Nerd und Sexbombe oszillierende Traumfrau der Sorte „Manic Pixie Dream Girl“ (Sarah Knoth) und die verschlagenen Speichellecker des Sportler-Deppen (Bennet Weber, Frederik Permentier). Dass die Darsteller des Oberstufenchors (außerdem Leevke Schlüter, Lara Wörner, Nicola Wohlschlager, Pauline Dittrich, Anja Zhao und Janina Straub) jede Menge Lust haben, diese Klischees mit viel Liebe zum Detail gegen den Strich zu bürsten und dabei von einer Inszenierung mit haufenweise pfiffigen Ideen (Regie: Ingo Sika, Leitung: Monika Roos) unterstützt werden, ist in jeder Szene zu spüren.

Der komplette Artikel steht am Mittwoch in der SZ/BZ und auf www.szbz.de

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