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Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden · 30.11.2016

Lernen aus der Frustration

Sindelfingen: Neuer Verein soll die Biennale-Kommunikation 2017 managen / Mitmacher werden gesucht

Die ehemalige Kommunikationsgruppe der Biennale Sindelfingen hat sich mit dem Verein „Biennale Co.“ eine neue Form gegeben. Mit Milenko Milojevic als Vorsitzendem rührt der Verein nun die Werbetrommel auf der Suche nach Mitgliedern.

Der Verein, der als seine Schwerpunktaufgabe die Kommunikation für die Biennale 2017 sieht, hat derzeit zwölf Mitglieder. Aber anders als bei der Erstauflage der von Frank Martin Widmaier konzipierten ersten Biennale 2015 hat die Gruppe schon jetzt eigene Räumlichkeiten. Hauptquartier ist ein großzügiger Raum im Erdgeschoss des Ernst-Schäfer-Hauses am Corbeil-Essonnes-Platz 10 gegenüber der Martinskirche.

Hier lud der Verein auch zu einem offiziellen Treffen mit dem Ziel der Mitgliederwerbung. Die Resonanz war verhalten. Aus Sicht von Ingo Sika, der bei der Biennale 2015 die Hauptrolle im Theaterstück „Der Sindelfinger Jedermann“ spielte, kein Beinbruch. „Heute ist keine Deadline“, sagt Ingo Sika, der sowohl dem Vorstand von „Biennale Co.“ als auch dem Biennale-Kuratorium angehört.

Die Stadt mit Kuratorium und technischem Rahmen sieht Milenko Milojevic als einen Akteur in der Biennale-Struktur 2017. Als zweiten Aktivposten nennt er die künstlerisch Aktiven. Dritter Akteur sei die Gruppe „Biennale Co.“, die sich in kleine Teams aufgliedert, die sich um die Themen Marketing, audiovisuelle Medien, Events und Kommunikation mit Texten für die Presse kümmert.

„Wir verabschieden uns aus dem redaktionellen Teil“, stellt allerdings Ingo Sika klar. Dies sei Aufgabe der Pressestelle der Stadt. So wird „Biennale Co.“ auch keine Pressemitteilungen schreiben. Damit zieht der neue Verein eine Konsequenz aus den Erfahrungen beim Kulturfestival 2015. Die damalige Kommunikationsgruppe war mit immerhin 14 Mitgliedern gestartet. Am Ende, als die Biennale lief, seien noch vier Aktive übrig gewesen, erzählt „Biennale Co.“-Vorstand Leonie Rothacker. Dahinter steckte wohl auch einige Frustration. Die damalige Kommunikationsgruppe habe unheimlich Vorarbeit beim Programmbuch 2015 geleistet, so Ingo Sika. Schließlich sei das Buch kurzfristig umgeworfen worden.

„Biennale Co.“ wird sich so auch aus den gedruckten Programmtexten heraushalten, dagegen einen Blog erstellen und ebenso betreuen wie die Social-Media-Kanäle, die Darsteller mit der Kamera begleiten und Reportagen für die Printmedien verfassen.

Der Verein biete die Möglichkeit, sich abseits künstlerischen Einsatzes aktiv an der Biennale zu beteiligen, betont Ingo Sika: „Für mich ist wichtig, dass es Zugang zur Biennale für Leute gibt, die nicht auf der Bühne stehen wollen.“ Wer mitmache, könne Medien-, Team- und Marketingerfahrung sammeln, listet Milenko Milojevic Vorteile einer Mitgliedschaft auf. „Man kann hier etwas lernen und gleichzeitig Gutes tun“, so der Vereinsvorsitzende.

Der Verein bietet eine Mitgliedschaft für passive Förder- und aktive Mitglieder. Aktive sollten mindestens 14 Jahre alt sein oder die zehnte Klasse besuchen und die Bereitschaft zur Teilnahme an regelmäßigen Meetings mitbringen. „Es geht um keine festgelegte Stundenzahl, sondern um die Bereitschaft, Zeit zu investieren“, sagt Leonie Rothacker. Für Aktive werde es auch interne Fortbildungsveranstaltungen geben, sagt Ingo Sika. „Biennale Co.“ will auch über das vom 24. Juni bis 23. Juli laufende Kulturfestival hinaus das Kulturmarketing ausbauen.

Die offenen Castings für das Biennale-Musical, bei dem Siegfried Barth Regie führt, laufen am 9. Dezember in der Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) ab 17 Uhr für Jugendliche, ab 19 Uhr für Erwachsene.

Info

Über die Internetseite www.biennale.co findet man Kontakt zum Verein.

Der Vorstand des „Biennale Co.“-Vereins in neuen Räumen. Vorne von links Leonie Rothacker, Milenko Milojevic und Marc Hugger. Darüber thront Ingo Sika. Bild: Heiden