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14.05.2019

Leere Rohre unerlaubt genutzt

Sindelfingen: Stadtwerke klagen über "Piraterie"

Nur durch Zufall bemerkten die Stadtwerke Sindelfingen eine unerlaubte
Nutzung von vorhandenen Leerrohren


Die Stadt Sindelfingen plante 2017 die Umgestaltung der
Eschenbrünnlestraße unter Einbeziehung aller Versorgungsträger.
Ziel solcher koordinierten Baustellen ist es, ein ständiges „Auf
und Zu“ von Baugruben zu vermeiden. Die Stadtwerke Sindelfingen
sind dieser Verpflichtung nachgekommen und haben im Zusammenhang der
Maßnahme nicht nur die zukunftssichere Zielnetzplanung für das
Mittel- und Niederspannungsnetz umgesetzt, sondern auch den für eine
Stadt und ihre Gewerbetreibenden so wichtigen Ausbau des
Glasfasernetzes realisiert. Diese koordinierte Maßnahme wurde im
Jahr 2018 umgesetzt.


Umso erstaunter waren die Stadtwerke, als Sie von verärgerten Anwohnern zu einer erneuten Baugrube in diesem Bereich gerufen wurden. Nach einer Prüfung der Situation vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um eine Baustelle der Telekom handelte. Deren beauftragtes Unternehmen, die Rhön-Montage, hat nicht nur ohne vorheriger Planauskunft im Bereich einer 20 kV Stromleitung gebaggert, sondern sie zerstörte zudem mehrere Leerrohrsysteme der Stadtwerke. Gegipfelt wurden die Vorkommnisse dadurch, dass unerlaubterweise die zuvor beschädigten Leerrohre kurzerhand für die neu zu verlegenden Leitungen angeeignet wurden. „Eine solche Arbeitsweise ist absolut unprofessionell, gefährlich und ist somit nicht akzeptabel“ so Uwe Malach, der Technische Leiter der Stadtwerke Sindelfingen. „Sowohl für die Arbeiter vor Ort, als auch für die Versorgungssicherheit bestand ein Risiko.“


Trotz der Sachbeschädigung und der unerlaubten Leitungspiraterie erklärten
sich die Stadtwerke am Ende zur temporären Nutzung der Leerrohre
durch die Telekom bereit, um für die betroffenen Gebäude die durch
Kabelschäden verursachten Versorgungstörungen schnellst möglichst
zu beheben. Was aber leider bleibt, ist der nun entstandene
Flickenteppich durch die erneuten Straßenaufrisse der erst im Jahr
2018 hergerichteten Oberfläche. Die Entscheidungsträger der Telekom
sollten zukünftig überlegen, ob sie sich bei koordinierten
Sanierungsmaßnahmen nicht wieder einfach beteiligt.