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17.11.2016

Leer stehende Wohnungen nutzen

zu: „Zehn Punkte für 1000 Wohnungen“ (SZ/BZ vom 15. November)

Es dürfte kaum Gemeinden in den Ballungsräumen geben, die das Zuzugs- und Wohnungsproblem nicht hätten. Die Medien berichten immer wieder vom Trend zum Zuzug in die Ballungsräume. Die beste Lösung wäre, die Ballungsräume zu entflechten durch Umzug ganzer Stadtteile plus Firmen in nicht so dicht bewohnte Gebiete. Ist kaum machbar. Machbar wäre die Belegung von leer stehendem Wohnraum. Laut Statistischem Landesamt stehen im Kreis Böblingen rund 18 000 Wohnungen leer. Da ist es doch sinnvoll, erst diese zu nutzen, bevor viel teurer neu gebaut wird. Und es würde Planungszeiten überbrücken.

Den Gemeinden im Kreis liegt schon seit März 2015 der Vorschlag vor, eine Gesellschaft zu gründen, die diesen Wohnraum günstigst verwaltet mit Absicherung gegen Mietausfall und Schäden. Dies schrieb ich dem Landratsamt mit der Bitte um Absprache mit den Kreisgemeinden. Ich dachte, dass diese Verwaltungsart nicht nur der Unterbringung der Zuwanderer dienen soll, sondern auch eine Stütze sein soll für Wohnungssuchende und Vermietungswillige, die die Verwaltungsarbeit nicht mehr leisten können oder wollen.

Außerdem besteht nach dem Zweckentfremdungsverbotsgesetz die Möglichkeit, Wohnraum, der über sechs Monate ungenehmigt leer steht, mit einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro zu ahnden. Wohlverstanden nur ein Bußgeld, keine Zwangseinweisung und keine Zwangsverwaltung.

Solange Wohnungsnot herrscht und die Gesamtplanung für weiteren Wohnraum nicht fertig ist, wäre das Bußgeld zusätzlich zur Planung und dem Schnell-Neubau eine übergangsweise anzuwendende Maßnahme, die auch etwas Geld bringt. Matthias Reinke, Böblingen