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10.08.2007

Lebensmittel haben ihren Preis

Preiskampf an der Ladentheke: "Traumhafte Billig-Preise" oder: "Zehn nehmen, sieben bezahlen" - wenn es um Lebensmittel geht, übertreffen sich die Handelskonzerne mit immer neuen Wortkreationen und Werbebotschaften. Hauptsache, die Wörter billig und Geiz kommen in irgendeiner Art und Weise vor. Mit besonders billiger Milch, billigem Mehl oder Zucker locken die Lebensmittel-Discounter die Kundschaft in ihre Supermärkte.

 

Das geht zu Lasten der Qualität und der Produzenten. Für einen Liter Milch bekamen die Bauern noch vor kurzem weniger als 40 Cent. Das kann nicht auskömmlich sein. Den Verbrauchern schien das egal zu sein, Hauptsache Mehl, Milch und Zucker sind billig, billig, billig.

 

Höhere Milch- und Brotpreise haben den einen oder anderen jetzt doch nachdenklich gemacht. Dass Milch aus Deutschland in Griechenland zu Joghurt verarbeitet und anschließend in Deutschland verkauft wird, ist ebenso so schizophren wie das Verarbeiten von Nordsee-Krabben in Marokko. Diese Politik der Lebensmittel-Industrie kann nur durch Druck der Verbraucher geändert werden.

 

Wer zum Beispiel direkt beim Bauern kauft, unterstützt die regionale Vermarktung von Lebensmitteln und damit die Nahversorgung. Viele Landwirte, auch im Kreis Böblingen, können dem Preisverfall nur noch durch zusätzliche Dienstleistungen wie der Direktvermarktung begegnen. Es wäre eine Katastrophe, wenn noch mehr Bauern ihre Höfe aufgeben müssen.

 

juergen.haar@szbz.de

 

Von Chefredakteur Jürgen Haar

 

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