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Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 23.04.2019

Lachen ist wichtiger als Geld

Sindelfingen: Musical an der Goldberg-Realschule nach dem Klassiker „Timm Thaler“

Dass Geld längst nicht alles ist, haben die meisten Menschen längst gemerkt. Und doch: Wer wünscht sich nicht manchmal, so viel Geld zu haben, dass er nicht darüber nachdenken muss, was er kaufen kann und was nicht? Gerade in Zeiten, in denen viel auf die „Work-Life-Balance“ geachtet wird, fragt man sich doch: Was ist so viel wert, dass ich es auf keinen Fall hergeben wollte?

Manni Münz gibt sein Lachen, Ausdruck seiner ungebrochenen Lebensfreude, dem Teufel, um dafür jede Wette zu gewinnen. Das neue Musical der Realschule am Goldberg „Manni Money“ startet mit ansteckendem Lachen. Ein Video zeigt Schüler und Lehrer beim Abfeiern, Prusten, sich Kringeln, Nasekräuseln, Tränenwischen.

Genau auf dieses Lachen hat es Baron Pierre Lefuet abgesehen. Frei nach dem Klassiker „Timm Thaler“ von James Krüss kauft Lefuet in der 19. Musical-Produktion dem naiven Manni sein Lachen ab. Manni, in Doppelbesetzung von Lenina Schmid und Noah Gadomski verkörpert, gewinnt von nun an jede Wette. Nach dem mysteriösen Tod von Mannis Vater versucht Mannis Freund Charly ihm aus der Misere zu helfen und wettet mit ihm, dass er nicht reicher sein könne, als der reichste Mann der Welt. Doch Lefuet hält sich an seinen Vertrag. Manni, unfassbar reich, bemerkt zu spät, wie viel sein Lachen ihm bedeutet.

Zum Glück gilt für Manni nicht ganz, was schon Max Herre rappte: „Man schätzt nicht wert, was man hat und bis man merkt, was man hat, kriegt man auch nicht mehr, was man mag.“ Mithilfe seiner Freunde Charly, Klara und Lola findet er einen Weg Lefuet zu überlisten und erhält am Ende sein kostbarstes Gut zurück.

Monatelange Arbeit trägt Früchte

Auch in diesem Jahr trägt die monatelange Arbeit Früchte: Mit zwei ausverkauften Vorstellungen wurde die Musical-AG unter Leitung von Daniel Schmolz belohnt. Es ist ein enormes Unterfangen 30 Schauspieler und ebenso viele mitwirkende Eltern und Lehrer in Regie und Technik oder beim Catering unter einen Hut zu bekommen. Dazu kommt die Schulband unter Führung von Florian Schröder, die weitere 13 Schüler umfasst. Das alles ist 2019 nur mithilfe ehemaliger Lehrer zu schaffen.

Die pensionierte Lehrerin Andrea Abendschein schrieb auch für „Manni Money“, wie für die Musicals der letzten Jahrzehnte, allen Darstellern ihren Text auf den Leib. Genauso handhabte sie es auch mit den Kostümen, die vor allem in den Rennbahn-Szenen glänzen konnten. So kommt es, dass Nebenfiguren wie die teuflisch vertrottelten Dämonen Omar Manneh und Lucas Bittner nicht nur Nebenfiguren bleiben. Verkleidet in hübschen Blümchenkleidern, um sich vor dem kleinen Manni zu tarnen, sind sie der Lachgarant im RSG-Musiktheater.

Dass es sich lohnte, die ebenfalls pensionierten Lehrer Gabriele Vorreiter (Stagehand) und Uli Mundt-Tichy (Bühnenbild) wieder ins Boot zurückzuholen, wochenlang zu casten, zu proben, zu loben, das sieht man nicht nur am Ergebnis. Wenn die Schulabgänger Lola Secker, Robin Zink, Sue Erlenmaier, Albina Müller, Ahura Aghabeigi, Lucas Bittner, Isaak Nguyen, Sami Gökpinar und Omar Manneh sich am Ende der Vorstellung bedanken, dass sie dieses Jahr wieder dabei sein durften, spürt man auch ein wenig Wehmut.

Bleibt zu hoffen, dass auch zum 20-jährigen Jubiläum das Musical Teil des Kulturprofils der RSG bleibt und vielen Schülern die Möglichkeit bietet, außerhalb des Unterrichts Wertschätzung und Anerkennung zu erfahren, und damit auch Dinge, die man sich durch Geld nicht kaufen kann.