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Von unserem Redakteur Jürgen Wegner · 14.12.2012

Kraft-Paket für die Allmendäcker

Maichingen: Stadtwerke setzen auf effiziente Energienutzung und bauen das Blockheizkraftwerk aus

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ong>„Wir sind keine Ernergiewendehälse“, sagt der Geschäftsführer der Sindelfinger Stadtwerke Dr. Karl Peter Hoffmann. Gestern hat er das neue Modul im Heizkraftwerk Grünäcker gestartet. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer bezeichnet es als „ökologische Weiterentwicklung der Energieversorgung in der Stadt“.

Dabei will der Rathaus-Chef auch die wirtschaftlichen Aspekte nicht aus dem Auge verlieren. „Ökologisch und ökonomisch wertvoll“, so Dr. Vöhringer, sei das Heizkraftwerk nicht erst seit gestern.

Gebaut wurde es 1995, mit Wärme hat es bisher nur das Wohngebiet Grünäcker, die Firma Solo in Maichingen und die Johann-Widmann-Schule versorgt. Das neue 1000-Kilowatt-Modul im Blockheizkraftwerk im Krötenäckerweg hilft jetzt beim Netzausbau, im Zuge dessen das Wohngebiet Allmendäcker und das Nahwärmenetz in der Schwenninger Straße angebunden wird. 650 000 Euro hat das neue Modul mit seinem Herzstück, einem 13,5 Tonnen schweren Motorblock, gekostet.

Die Stadtwerke nutzen die Abwärme der Maichinger Druckerei Körner, die im Endausbau der Wohngebiete etwa 35 Prozent des Heizwärmebedarfs deckt. Darüber hinaus werden rund 50 Prozent der benötigten Heizwärme mit den drei Blockheizkraftwerken in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Das Prinzip: Über den Betriebsstoff Gas entsteht Strom. Die dabei erzeugte Wärme geht nicht verloren, sondern wird ebenfalls genutzt. Und sie kann sogar gespeichert werden. Zwei erdgasbetriebene Heizkessel stehen bei Spitzenlasten bereit.

Durch die doppelte Nutzung des Brennstoffs Gas sind Wirkungsgrade von über 90 Prozent möglich. Zum Vergleich: Bei der herkömmlichen Stromerzeugung in Großkraftwerken werden nur 30 bis 40 Prozent der eingesetzten Energie in Strom umgewandelt. Der Rest geht als Abwärme ungenutzt in die Atmosphäre.

„Außerdem bietet uns die Fernwärme die Möglichkeit, den Brennstoff schnell zu wechseln. Wir sind also auch nicht auf das Gas angewiesen“, sagt der technische Prokurist Gebhard Gentner. Unterm Strich, so Gentner, „werden diese Anlagen in Zeiten, in denen wir Kernkraftwerke abschalten, immer interessanter“.

Auch Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer sieht „einen Schlüssel zur Energiewende bei den Kommunen. Wir wollen unseren Beitrag leisten.“ Dabei verweist er darauf, dass die Stadt seit 1994 Mitglied des Klimabündnisses europäischer Städte ist. Außerdem erstellt Sindelfingen derzeit zusammen mit dem Ifeu-Institut ein integriertes Klimaschutzkonzept. „Zukünftig wollen wir die energetische Gebäudesanierung, die Energieeffizienzsteigerung, sowie die Kraft-Wärme-Kopplung verstärkt in den Mittelpunkt rücken, um die Stadt als Technologie und Produktionsstandort fit für die Zukunft zu machen.“

Das 13,5 Tonnen schwere Herzstück des neuen Moduls schwebt ein. Bild: z