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22.10.2013

Kommentar: Lieber verbessern als verändern

Politiker-Rhetorik: Der Bundesparteitag der Grünen, der SPD-Partiekonvent und die Reaktionen der CDU lieferten am Wochenende mal wieder Anschauungsunterricht darüber, wie Politiker schon mit ihrer Rhetorik an den Wählern vorbei reden. 75 Prozent der Menschen in Deutschland sind als Reaktion auf das Ergebnis der Bundestagswahl für eine Große Koalition, aber der linke Flügel der Genossen tut so, als sei eine Regierungsbeteiligung die größte Strafe in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie.

Schade, denn man sollte schon dazu sagen, dass man nur in der Regierung einen Teil seiner Ziele umsetzen kann.

Überhaupt, die Inhalte. Die sind Grünen-Chef Cem Özdemir besonders wichtig. „Es geht um die Inhalte“, das hat Özdemir gebetsmühlenartig in seine Rede eingebaut. Um was denn sonst geht es in der Politik? Um Personen etwa. Wer immer daran denken muss, dass Männlein und Weiblein, der rechte und der linke Flügel, Ossis und Wessis paritätisch in den Vorstand gewählt werden müssen, kann schon einmal die Inhalte vergessen.

„Wer bei den Grünen ist, will etwas verändern“, sagt Cem Özdemir. Vielleicht haben viele nicht nur mit dem Veggie-Day oder Tempo-Limits ein Problem, sondern auch mit den ständigen Veränderungsankündigungen. Schüler, Eltern und Lehrer in Baden-Württemberg zum Beispiel haben nichts gegen die Verbesserung des Schulsystems. Sie kapitulieren aber vor den permanenten Richtungsänderungen in der Bildungspolitik. Verlässlichkeit in der Politik ist eben wichtiger als die ständige Veränderung.

juergen.haar@szbz.de

Von Chefredakteur Jürgen Haar