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07.11.2013

Kommentar: Der falsche Politikansatz

Regi

erung reagiert nur: An den Koalitionsverhandlungen in Berlin kann man wieder schön sehen, wie sich die Politik an den Symptomen, aber nicht an den Ursachen abarbeitet. Mit einer Mietpreisbremse zum Beispiel will die designierte Große Koalition dem Wohnungsmangel in den Städten begegnen. Unabhängig davon, ob dieses Instrument sinnvoll ist, zeigt es einmal mehr, dass Politik in vielen Fällen nur reagiert.

Dem Run in die Metropolen und Städte steht nämlich das systematische Ausbluten des ländlichen Raumes und kleinerer Orte entgegen. Selbst im Kreis Böblingen gibt es abseits der Großen Kreisstädte und den S-Bahn-fernen Gemeinden Leerstände. In Hamburg, klagen Makler, sind auch Mietwohnungen nur schwer an die Frau oder den Mann zu bringen, weil sie nicht in den bevorzugten Wohngegenden liegen.

Die Politik hat an dieser Entwicklung eine Mitschuld. Außerhalb der Ballungsräume hinkt die Infrastruktur hinterher, zum Beispiel beim schnellen Internet, und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in den meisten Fällen suboptimal. Außerdem schwächen die Regierungen das flache Land, wenn sie an der Zukunft von staatlichen Einrichtungen rütteln.

In Baden-Württemberg will die Regierung die Zahl der Musikhochschulen reduzieren. Auf der Kippe steht auch die Hochschule in Trossingen. Diese Bildungseinrichtung ist für die Region aber ein Standortfaktor. Die Schließung wäre eine deutliche Schwächung für diesen Raum.

juergen.haar@szbz.de

Von Chefredakteur Jürgen Haar