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17.05.2018

Kombination nochmals überdenken

Der Werkstadtlauf am 6. Mai in der Unteren Vorstadt: Gitter und Absperrbänder schotteten Geschäfte und Gastronomie ab (im Bild der Sieger Johannes Bergdolt). Bild: Photo 5

zu: „Der Sommer kommt mit kräftigen Farben“ (SZ/BZ vom 7. Mai)

Was im Artikel zum verkaufsoffenen Sonntag in Sindelfingen mit dem simplen Satz „es war zu eng“ abgehandelt wurde, empfinde ich als Geschäftsführer in der Unteren Vorstadt als Untertreibung des Jahres. Dieser Spießrutenlauf für Kunden und Besucher des Wettbachplatzes war eine einzige Zumutung. Wir haben im Laufe der vielen Jahre, an denen es verkaufsoffene Sonntage gab, noch nie mit so vielen Beschwerden von Kunden zu tun gehabt. Besonders Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen mit Rollator oder Gehbehinderte hatten es sehr schwer, durch die schmalen Ein-Personen-Ösen durchzukommen.

Bei erhöhtem Andrang, zu Stoßzeiten, gab es durch die schlecht geplante Wegführung und die Abschottung durch die Metallgitter keine Ausweichmöglichkeiten. Manchen Kunden blieb nur das Umdrehen. Ein Seitenwechsel war natürlich während der Laufzeiten nicht möglich. Als diese nicht mehr da waren, war es ein besonderes Highlight, vor allem älteren Menschen am Gehstock dabei zuzusehen, wie sie hektisch und mit verkrampften Gesichtern versuchten, sich unter den Absperrbändern durchzukämpfen.

Die uneinsichtigen Streckenposten interessierte dies jedoch wenig. Auch auf die Bitte hin, die Gitter zu verstellen – da man mancherorts nur durchkam, indem man über eines der Gitterbeine steigen musste – ging man nicht ein.

Diese unfassbar schlecht durchdachte Kombination aus verkaufsoffenem Sonntag und Lauf, sowie der Absperrung der Geschäfte durch sogenannte Wellenbrecher hat wieder bewiesen, dass man die Händler, vor allem in der Unteren Vorstadt vollkommen alleine lässt. Bei unserer Einzäunung kann man dies sogar fast wörtlich nehmen. Ich habe bereits vor Wochen auf diese Risiken und Problemstellen hingewiesen – wie so oft wurde es unter den Teppich der Bedeutungslosigkeit gekehrt. Hier würde ich gerne sehen, wie die Artikel ausgefallen wären, wenn es in den engen Wegen zu einem Zwischenfall gekommen wäre.

Auch wenn wir Händler mit einem „besser als erwartet“ – blauen Auge davongekommen sind, reichen die Gründe aus, um diese Kombination nochmals zu überdenken – oder vernünftiger zu planen, um allen Besuchern gerecht zu werden. Sonst müssen wir uns für das nächste Mal sehr gut überlegen ob wir nicht einen anderen Weg einschlagen und unsere Türen geschlossen lassen.         Christopher Stangl,

Inhaber Schuh  Stangl, Sindelfingen