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Von unserem Redakteur Hansjörg Jung · 26.02.2015

Koch, Konditor und Botschafter

Genuss in der Region: Chocolatier Kevin Kugel in Nufringen wurde „Gründer des Jahres“ / Beste Zutaten

Die Marmorierung mal orange oder grün, weiß und glänzend die Oberfläche – die Sehgewohnheiten signalisieren ganz klar: Das ist eine Glasmurmel. Doch der erste Blick täuscht. Der erste Biss hingegen hätte gleich den richtigen Weg gewiesen: eindeutig eine Praline. Die glänzende Schale mit dem weichen Kern und dem zarten Schmelz stammt aus der Werkstatt von Kevin Kugel.

Obgleich mit 29 noch jung an Jahren, ist der Nufringer nicht irgendwer in der Welt der Chocolaterie. Als Deutscher Meister hatte sich der gelernte Koch und Konditor 2013 für die Weltmeisterschaften in Paris qualifiziert, wo er als Siebter mit zwei Torten, acht Desserts, Schnitt- und Formpralinen und einer knapp zwei Meter großen Skulptur aus Schokolade einen Top-Ten-Platz erreichte.

„Essen und Lebensmittel haben mich schon immer fasziniert“. Dem Schulpraktikum als Koch im Herrenberger Hotel-Restaurant Hasen folgte alsbald ein zweites an selber Stelle. Dieses mündete in einem Ausbildungsvertrag. Der Ausbildung zum Koch folgte die Konditorlehre im Stuttgarter Café Schurr. Als Patissier im Freiburger Colombi-Hotel, wo Sternekoch Alfred Klink das Küchenregiment schwingt, arbeitete der junge Nufringer bei den Desserts schon sehr viel mit Schokolade. Es sollte noch mehr werden, als er sich bei Chocolatier Lothar Buss in Mühlheim an der Ruhr ganz tief ins Metier der Schokoladenbereitung stürzte.

Vor knapp einem Jahr hat sich Kugel selbstständig gemacht. Sein Betrieb in Nufringen hat der Handwerkskammer Baden-Württemberg so gut gefallen, dass sie den Chocolatier zum „Gründer des Monats April“ ernannte. Dabei sollte es nicht bleiben. Nach einer Online-Abstimmung kam der Titel „Gründer des Jahres“ hinzu.

Dem Erfolg folgte die Ehrung. Wohl durch die Weltmeisterschaften wurde das ecuadorianische Handelsministerium auf Kugel aufmerksam und ernannte ihn zum Botschafter der ecuadorianischen Schokolade – der Andenstaat gilt nicht nur als größter Kakaoexporteur, sondern auch als Produzent der hochwertigsten Kakaosorten. Der Titel könnte für Kevin Kugel zur schicksalhaften Begegnung werden. Während einer Reise durch Ecuador knüpfte er Verbindungen zu Kakaobauern. In Kooperation mit einem Schokoladenproduzenten bei Mondovì im Piemont wird Kugel künftig auch seine eigene Schokolade herstellen können.

Bislang greift er auf über 50 Rohschokoladen von unterschiedlichen Herstellern und Herkünften zurück. Dabei gilt: Qualität steht an erster Stelle. Dies gilt auch für die Gewürze und Aromen. Kevin Kugels persönliche Favoriten sind dabei Chili, Tonkabohne oder auch Whisky und Zimt. Für die Herrenberger Whisky-Messe tüftelt er derzeit an einer Extra-Kreation. Für Ostern hat er neben individuell gestalteten Küken und Häschen auch aromatische Spezialitäten auf dem Plan. Unter anderem: Schokolade mit Ziegenkäse oder Waldmeister. Auch hier gilt nach dem ersten Biss: eindeutig eine Praline.

Der Name ist hier Programm: Als essbare Verpackung für edle Pralinen dienen dem Chocolatier Kevin Kugel appetitliche Kugeln aus Schokolade. Bild: z