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Von unserer Mitarbeiterin Renate Lück · 06.12.2017

„Klare Haltung, aber zu Kompromissen bereit“

Sindelfingen: Herbert Rödling hört als Ortsvorsitzender der Grünen auf / Neue Doppelspitze

Das Urgestein bei den Grünen, Herbert Rödling, zieht sich aus dem Vorstand des Sindelfinger Ortsverbandes zurück. Neu ist eine Doppelspitze aus Martina Knop-Zeeb und Christoph Jahn.

Bei der Jahresmitgliederversammlung des Ortsverbands Sindelfingen und Magstadt standen turnusmäßig Vorstandswahlen an. Da Herbert Rödling nicht mehr kandidierte, legte er einen ausführlicheren Tätigkeitsbericht über das vergangene Jahr vor. Herausstechend war die Bundestagswahl mit Tobias Bacherle als Kandidat, der viele Veranstaltungen anbot und von Jörg Hamm organisatorisch unterstützt wurde. Für die Oberbürgermeisterwahl suchten Herbert Rödling und Uli Hensinger einen Kandidaten, was trotz vieler Gespräche scheiterte.

Rödling lobte Initiativen, wie die Maichinger Radbörse und die Grüne Runde, forderte aber auch Anstrengungen bei Projekten, wie dem Domo Novo. Er dankte den Kollegen, die während seiner Krankheit Verantwortung übernahmen, und allen, die die grünen Themen in Gremien und bei anderen Aktivitäten einbringen.

Der bisherige Vorstand wurde en bloc entlastet. Bevor nach der neuen Satzung eine Doppelspitze gewählt wurde, ließ Beisitzer Uli Hensinger Rödlings Engagement in der Partei Revue passieren: 1981 gründete er den Ortsverband Böblingen/Sindelfingen, ab 2013 war er der Vorsitzende des Ortsverbandes. Er kandidierte 1983 für den Bundestag, war 1984 im Gemeinderat, kandidierte zweimal für die Stelle des Oberbürgermeisters, machte aber 1993 die Wahl Joachim Rückers möglich. 2006 kandidierte er für den Landtag. 2004 bis 2006 war er im Kreistag und an allen wichtigen Aktivitäten, wie der Menschenkette nach Neu-Ulm 1983 und der Demo nach Tschernobyl, beteiligt.

Hans Grau ergänzte, dass für ihn zehn Jahre lang Herbert Rödling das Gesicht der Grünen war und im Gemeinderat sei er als „Elder Statesman“ betrachtet worden. Auf jeden Fall sei er immer der Ideengeber gewesen. Die Anwesenden dankten ihm für seine klare Haltung, mit der er trotzdem zu Kompromissen bereit war.

Für den neuen Vorstand kandidierten Sonderschullehrerin Martina Knop-Zeeb, die einstimmig gewählt wurde, sowie Jörg Hamm und Christoph Jahn. Während Hamm 35 Jahre zusammen mit Rödling Politik machte, engagierte sich Jahn in Stuttgart bei der Grünen Jugend und ist jetzt im Kreisvorstand und in der AG Bauen und Wohnen. Er arbeitet als Ingenieur bei der Firma Daimler und möchte emissionsfreies Fahren schon 2030 ermöglicht sehen. In geheimer Wahl erhielt er drei Stimmen mehr als Hamm. Kassiererin bleibt Uschi Zimmermann und auch die Beisitzer wurden wiedergewählt. Rödling dankte Jörg Hamm, der nun „in Rente geht“, für die viele geleistete Arbeit.

Zum Thema „Notwendigkeit und Möglichkeiten des Wohnungsbaus“ befürworteten Stadtrat Hans Grau und Architekt Karlheinz Huschka alle Möglichkeiten, zu bezahlbarem Wohnraum zu kommen, wie behutsames Nachverdichten, Geschosswohnungsbau und auch ein Hochhaus auf dem Gelände der Alten AOK. In der Mahdentalstraße gebe es noch freie Flächen und in der Innenstadt Baulücken. Selbst auf dem Marktplatz könnten marode Gebäude erneuert und eventuell mit einem halben oder einem Geschoss erhöht werden.

Das Gebiet Allmendäcker II sollte jedenfalls vernünftig gestaltet werden. Huschka erklärte, dass auch subventionierte Miniwohnungen mit 35 bis 45 Quadratmetern in Stuttgart für 400 Euro Kaltmiete stark nachgefragt sind. Wenn die Stadt Grundstücke dafür kauft, sei dies eine Win-win-Situation für alle.

Herbert Rödling bekommt zum Abschied eine Tasche mit Nahrhaftem aus ganz Europa (von links): Heiko Focken (Beisitzer), Uschi Zimmermann (Kassiererin), Herbert Rödling und Uli Hensinger (Beisitzer). Bild: Lück