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Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 19.03.2020

Keine Verdopplung der Deckungssumme für Häuserschäden

Böblingen: Gutachter bestätigt, dass das Hebungszentrum Süd ist nur ein Hebungsgebiet ist

Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau kam in seinem Sachstandsbericht zu dem Schluss, dass im südlichen Erdhebungsgebiet in Böblingen - Herdweg, Heinrich-Heine-Weg und Schliffkopfweg - zwei Hebungszentren vorliegen. Dadurch hätte sich nach Interpretation des Landratsamts die Deckungssumme für die entstandenen Schäden von fünf Millionen auf zehn Millionen Euro erhöht. Die Allianz Deutschland hat darauf Ergänzungsgutachten erstellen lassen, das zu einem zum Ergebnis, dass es sich bei dem Hebungsgebiet Süd um ein Hebungsgebiet handelt. Dies wurde nun in einem dritten Gutachten bestätigt.

Die Allianz Deutschland hat die beiden Sachverständigen, Prof. Dr. Ingo Sass (geologisches Gutachten) und Prof. Dr. Oliver Brand (versicherungsrechtliches Gutachten), gebeten, zu den Inhalten des Sachstandsberichts des Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGBR) Stellung zu nehmen.


Der Sachstandsbericht des LGRB kam zum Ergebnis, dass das Hebungsgebiet Süd aus zwei Hebungszentren, einem „südwestlichen“ und einem „zentralen“ bestünde. Das LGRB hat sich für die Beurteilung der Hebungszentren auf die Laserscan-Auswertungen bezogen, die für den Zeitraum 22. Oktober 2013 bis 25. Februar 2014 ein sichelförmiges, nach Norden konvexes Hebungsgebiet ausweist. Dabei sei die mit älteren Daten nachweisbare Hebung im südwestlichen Anschluss hierzu nicht nachweisbar. Aus diesen Messungen schließt das LGRB, dass diese südwestliche Hebung deutlich früher stattfand, was zutreffend ist. Demzufolge sei dem LGRB nach von zwei Hebungszentren auszugehen. Diese Aussage stützt sich vor allem auf die Auswertung von Messreihen kurz vor und nach der Sanierung der Erdwärmesonden. Der Zeitraum der Hebung, also ab Beginn der ersten Bohrung im Jahr 2006, wurde hierbei nicht betrachtet.


Prof. Dr. Ingo Sass hat für seine Beurteilung Satelliten-Inferometrie-Messungen von 2004, also vor Beginn der ersten Bohrung in 2006, bis 2010 herangezogen. Anhand dieser Bilder verdeutlichte er, dass die Hebung nach den Bohrungen im Herdweg (Oktober 2006) und im Schliffkopfweg (April 2007) begann und das Gebiet des Heinrich-Heine-Wegs bereits erreicht und überschritten hatte, bevor dort die Bohrungen im November/Dezember 2008 durchgeführt wurden. Dies zeige, dass sich die Gipskeuperquellen auch über größere Entfernungen in den gegebenen Untergrundverhältnissen ausbreiteten (Bild: fotoknobi/A). Die Bohrungen im Heinrich-Heine-Weg führten dazu, dass mehr Wasser in die Schichten trat und die bereits vorhandene Hebung verstärkte. Das versicherungsrechtliche Gutachten kommt somit zum Ergebnis, dass es sich bei den verschiedenen Bohrungen im Hebungsgebiet Süd um einen Versicherungsfall handelt.


Der komplette Artikel steht am Freitag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de