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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 03.04.2017

Keine Toten seit der Rauchmelder-Pflicht

Renningen: Kreisfeuerwehr-Verbandsversammlung bildet den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Renninger Feuerwehr

Seit über einem Jahr sind die Rauchmelder in den Häusern und Wohnungen im Land Pflicht. Das hat auch im Kreis Böblingen zu mehr Einsätzen geführt, die nicht immer eine konkrete Hilfe zur Folge hatten. „Aber“, so Kreisbrandmeister Guido Plischek in einem Pressegespräch der Feuerwehrführungsspitze im Kreis bei der Feuerwehr in Renningen, „seit die Rauchmelder Pflicht sind, kam keiner mehr im Brandfall im Kreis ums Leben“.

Die Kreisfeuerwehr-Verbandsversammlung in Renningen bildete den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Renningen. Das Feuerwehrhaus in Renningen wird derzeit umgebaut und modernisiert. „Dann kommt auch Ordnung rein bei den Sozialräumen“, sagte Renningens Feuerwehrkommandant Erhard Mohr. Bislang gibt es keine getrennten Räume für Frauen und Männer.

Fürs Jubiläum kündigte Kommandant Mohr an, dass es am Sonntag, 2. Juli, ums Feuerwehrhaus eine große Blaulichtmeile geben wird, an der alle Hilfsorganisationen beteiligt sein werden. Am Samstag davor finden Feuerwehrwettkämpfe im Stadion und in der Rankbachhalle statt. Daran beteiligt ist auch die Jugendfeuerwehr. „Es wird keinen Kreisfeuerwehrtag im klassischen Sinne mit Festzelt geben“, kündigte Kommandant Mohr an.

Der Feuerwehrverband im Kreis Böblingen umfasst 26 Gemeindefeuerwehren mit 49 Abteilungen. „Die Tendenz geht dazu, die Abteilungen bestehen zu lassen“, betonte Verbandsvorsitzender Markus Priesching. Die beiden Grafenauer Ortsteile Döffingen und Dätzingen, die mit einem gemeinsamen Feuerwehrhaus eine Zusammenlegung anstreben, bezeichnete Vorsitzender Priesching eher als Ausnahme.

Als vierte Werksfeuerwehr kam nach Bosch in Rutesheim, Porsche und Daimler nun die Firma Bosch in Malmsheim dazu.

Von 2639 Feuerwehrangehörigen im Kreis sind 140 hauptberuflich tätig, die meisten bei den Werksfeuerwehren. 6326 Einsätze hatten die Feuerwehren im Kreis im vergangenen Jahr. In den Jugendfeuerwehren sind 584 Mädchen und Jungen organisiert. Seit die Jugendfeuerwehr auch Kinder ab sechs Jahren aufnehmen darf, konnte die Zahl wieder gesteigert werden.

Von den Feuerwehrleuten in der Einsatzabteilung sind nur 100 Frauen. 688 Senioren sind in 38 Altersabteilungen, und es gibt auch 66 Feuerwehrangehörige in drei Musik treibenden Zügen. 407 Menschen wurden durch die Feuerwehren im Kreis im vergangenen Jahr gerettet.

Verbandsvorsitzender Priesching berichtete davon, dass der Landesfeuerwehrverband eine einheitliche Empfehlung für die Entschädigung der Feuerwehrangehörigen im Ehrenamt für die Kommunen ausgearbeitet hat. Diese Entschädigung orientiert sich an der Einwohnerzahl.

Flüchtlinge in der Feuerwehr? Jürgen Stäbler, Kommandant in Magstadt und einer der Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden, hat seit diesem Jahr einen syrischen Flüchtling und einen jungen Türken in die Reihen der Wehr aufgenommen.

„Die Aufnahme ist schwierig, so lange die Flüchtlinge noch nicht anerkannt seien“, sagte Kommandant Mohr aus Renningen. Er denkt, dass in acht bis neun Jahren auch weitere Flüchtlinge kreisweit in den Feuerwehren sein werden.

„In allen Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, gibt es nur Berufsfeuerwehren. Die Leute kennen die freiwillige Feuerwehrtätigkeit meist nicht“, fügte Verbandsvorsitzender Priesching hinzu.

Auch für Kommandant Wolfgang Finkbeiner aus Sindelfingen macht die Aufnahme von Flüchtlingen in die Feuerwehr wenig Sinn, solange „sie noch auf Wanderschaft sind“.

Auch der Feuerwehrverband nutzt die modernen Medien. Es gibt sechs Mal im Jahr einen Newsletter, und die Feuerwehrfrauen haben ein eigenes Netzwerk aufgebaut.

Bedauert wird von den Feuerwehren, dass es immer wieder zu langen Wartezeiten für die Weiterbildung in der einzigen Feuerwehrschule im Land in Bruchsal kommt. Teilweise warten Führungskräfte auf ihren Lehrgang zwei oder drei Jahre. Neidisch sieht der Verbandsvorsitzende Priesching auf Bayern. Dort gibt es drei solcher Schulen.

Die Führungsspitze der Feuerwehr im Kreis Böblingen. Von links: Geschäftsführender Kreisjugendleiter Gianluca Biela, Verbands-Pressesprecher Gerd Zimmermann, Verbands-Stellvertreter Jürgen Stäbler, Verbands-Vorsitzender Markus Priesching, Kreisbrandmeister Guido Plischek, Renningens Feuerwehrkommandant Erhard Mohr und Verbands-Stellvertreter Wolfgang Finkbeiner. Bild: Richter