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Von unserer Mitarbeiterin Jasmin Pichler · 07.04.2016

Intelligente Produktion der Zukunft

Sindelfingen: Das „Discover Industry“-Mobil auf dem Marktplatz öffnete nicht nur für Schulklassen seine Pforten / Nachwuchsgewinnung

„Wir befinden uns gerade in einer industriellen Umbruchphase“, sagt Ingenieur Nikolaus Bauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Coach bei Discover Industry. Deshalb werden qualifizierte Nachwuchsfachkräfte im Ingenieurwesen immer wichtiger. Im Zuge der Sindelfinger Wissenstage stand das Discover Industry-Mobil auf dem Marktplatz bereit.

Das Projekt Discover Industry ist ein Teil des Programms „Coaching4Future“. Dieses wurde von der Baden-Württemberg Stiftung ins Leben gerufen und durch die Zusammenarbeit mit Südwestmetall und der Bundesagentur für Arbeit erweitert.

„Leider mangelt es in Baden-Württemberg an Fachkräften im Ingenieurwesen“, sagt Nikolaus Bauer. Ziel sei es deshalb, junge Menschen für die sogenannten MINT-Fächer, das heißt Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, zu begeistern. Schülern der Oberstufe versuche man, für ein Studium einer Ingenieurwissenschaft zu gewinnen. Den jüngeren Schülern sollen die Schulfächer Mathe oder Physik schmackhaft gemacht werden.

Im zweistöckigen Lastwagen gewannen die Schüler mithilfe von fünf Arbeitsstationen Einblicke in die Denk- und Arbeitswelt der Ingenieure. Die einzelnen Stationen zeigen die Entstehung eines Produkts, angefangen von der Idee bis zur Serienfertigung. „Das Lehrprogramm ist so konzipiert, dass die Schüler von einer Fachkraft durch die Arbeitsstationen geführt werden“, so Nikolaus Bauer.

Zur Einführung bekamen die Schüler einen Überblick über die historische Entwicklung von Industrie. Angefangen von der vorindustriellen Zeit über das Computerzeitalter bis hin zur sogenannten Industrie 4.0. Als Industrie 4.0 bezeichnet Nikolaus Bauer die Industrie der Zukunft, bei der beispielsweise das Produkt mithilfe eines Datenchips, dem sogenannten RFID-Chip, selbstständig Befehle an die Produktionsmaschine senden kann.

Nun beginnt die Produktentstehung, bei der es zunächst um Konstruktion und design geht. Mit einem 3D-Scanner konnten die Schüler ein digitales Modell erstellen.

Im Produktionsschritt Versuch und Optimierung bot sich den Besuchern unter anderem die Möglichkeit, anhand eines Windkanals die Windschnittigkeit verschiedener Automodelle zu testen.

Die Robotertechnik darf natürlich nicht fehlen. Die Schulklassen durften einen Roboter aus der Lebensmittelindustrie programmieren.

Station vier stellte ein kleines Highlight dar. Hier erfuhren die Schüler mehr über die sogenannte Industrie 4.0. Eine modellhafte Befüllungssmaschine von Perlen in unterschiedlichen Farben demonstriert einen neuen Produktionsweg. Der zu befüllende Behälter trägt den RFID-Datenchip mit den genauen Informationen. Per Scanvorgang werden die Befehle registriert und die richtige Farbe sowie die prozentgenaue Menge abgefüllt. „Ein Vorteil dieser neuen Produktionsweise ist zum Beispiel die individuelle Massenproduktion“, erklärt Nikolaus Bauer. Produkte in verschiedener Ausführung könnten so im selben Herstellungsvorgang mit gleichem Zeit- und Kostenaufwand hergestellt werden.

Der letzte Bereich befasste sich mit der Bedeutung des Lagers für Logistik und Materialfluss. „Der Mensch stößt hierbei schnell an seine Grenzen“, sagt Nikolaus Bauer. So sollen in Zukunft Waren per Roboter direkt zum Bestimmungsort gebracht werden.

Zum Schluss sahen die Besucher Profile von jungen Ingenieuren, und das erlernte Wissen konnte bei einem Quiz überprüft werden.

Nun ging es in den zweiten Stock. Dort befindet sich ein Seminarraum, in dem die Workshops stattfinden. Je nach Alter erhalten die Schüler Informationen wie man Ingenieur wird, beziehungsweise wieso es sich lohnt in Mathe und Physik gut aufzupassen. Zudem gibt es auch Veranstaltungen, die sich an die Eltern und Lehrer richten.

Info

Nähere Angaben und Buchungsmöglichkeiten zum Discover Industry-Mobil befinden sich unter www.coaching4future.de und www.discoverindustry.de

Das Discover Industry-Mobil zu Gast auf dem Sindelfinger Marktplatz. Bild: Pichler