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28.03.2019

In der Wilhelma: Fenneks sind eingezogen

Mit ihren Riesenlauschern sind sie bestens für Wüste ausgestattet

  • Zwei junge Fenneks sind in das Giraffenhaus der Wilhelma eingezogen. Bilder: Wilhelma Stuttgart

Mit zwei Fenneks sind Anfang der Woche Tiere neu in der Wilhelma in Stuttgart angekommen, die wohl zu den Putzigsten von allen gehören, fragt man die Besucherinnen und Besucher des Zoologisch-Botanischen Gartens. Ihr kleiner runder Kopf mit spitzem Näschen und riesigen Lauschern verzückt: Doch Niedlichkeit spielt in der Natur keine Rolle, sondern allein Nützlichkeit.

So bringen die überproportionierten Ohren den Wüstenfüchsen gleich zwei Vorteile. Zum einen können sie mit den sensiblen Schalltrichtern in ihrem kargen Lebensraum Nordafrikas ihre Beute selbst noch hören, wenn sie sich unter dem Sand regt. Zum anderen dienen ihnen die Ohrmuscheln als Klimaanlage. Die Blutgefäße darin dehnen sich bei Hitze so aus, dass der Körper überschüssige Wärme abgeben kann. Das ist wichtig, weil ein Fennek über keine Schweißdrüsen verfügt.

Bei einer Schulterhöhe von nur gut 20 Zentimetern und einer Kopf-Rumpf-Länge um die 40 Zentimeter erreichen die Ohren des zierlichen Wesens eine stattliche Länge von 18 Zentimetern. Die größten Verwandten aus der Familie der Hundeartigen sind unter den Wildtieren die Wölfe. Sie sind vier Mal so groß und kommen bei einer Schulterhöhe von bis zu 80 Zentimetern auf eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 1,60 Metern. Ihre Ohren sind gleichwohl nicht länger als zwölf Zentimeter. Der gedrungene Wolfskörper mit eher kleinen Ohren ist typisch für ein Leben in kälteren Regionen.

Zu den Besonderheiten des Fenneks gehören, dass er im Gegensatz zu anderen Füchsen runde Pupillen hat und seine Fußsohlen behaart sind. Dank dem Fell unter den Pfoten sinkt er im Sand nicht ein und zieht sich auf dem heißen Wüstenboden keine Verbrennungen zu. Und seine Nieren schaffen es, hochkonzentrierten Urin zu filtern. Dadurch kommt das Tier mit wenig Wasser aus. Den Flüssigkeitsbedarf deckt es weitgehend über seine feste Nahrung ab. Dazu gehören für den Allesfresser neben Insekten, Mäusen und kleinen Echsen auch Früchte, Knollen und Wurzeln.

Um der ganz großen Hitze zu entgehen, werden Wüstenfüchse vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Über Tag entziehen sie sich der Sonne in ihren Höhlen, die sie sich einige
Meter weit flach ins Erdreich graben und mit Pflanzenfasern, Vogelfedern und Tierhaaren auspolstern. Die Neuankömmlinge der Wilhelma sind im Giraffenhaus nun beheimatet, was eigentlich Afrikahaus heißen könnte. Denn dort leben außer den Langhälsen auch weitere Tierarten desselben Kontinents: zum Beispiel die Okapis, die Kurzohrrüsselspringer sowie Vögel, wie die Kongopfaue und die Von-der-Decken-Tokos.

Die beiden Fenneks sind Brüder, die am 5. Mai 2018 im Zoo der tschechischen Stadt Jihlava bei einem Drillingswurf zur Welt kamen. Ihre Schwester ist in den Zoopark Erfurt umgezogen. Zu sehen sind die beiden ab sofort. Den Gästen ist zu empfehlen, sich vor dem Gehege leise zu verhalten, damit sich die geräuschempfindlichen Kleinen mit den großen Ohren nicht verstecken.

Unter www.wilhelma.de gibt es weitere Informationen.