Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Redaktionsmitglied Rebekka Groß · 12.06.2018

„Ich finde, das ist eine Katastrophe“

Sindelfingen: Über drei Monate musste der Sindelfinger Franz Scholz auf einen neuen Rauchmelder warten

Bild: AdobeStock Michael Stifter

Seit 2016 sind Rauchmelder Pflicht. Dennoch musste SZ/BZ-Leser Franz Scholz aus Sindelfingen über drei Monate auf einen neuen Rauchmelder von der Firma Minol warten. So wie ihm ging es noch weiteren Haus-Bewohnern mit defekten Geräten.

Am SZ/BZ-Lesertelefon meldete sich der 87-jährige Franz Scholz. „Im Dezember ist mir ein Rauchmelder in meiner Wohnung kaputt gegangen. Auf Rückfrage bei der Firma Minol, die für den Service zuständig ist, hieß es, dass kein Termin mehr frei ist und ich erst in sechs Monaten mit einem neuen Rauchmelder rechnen kann. Er wurde dann zwar im März gewechselt, aber ich bin erschrocken, dass das so lange dauert. Ich finde, das ist eine Katastrophe“, sagt der Sindelfinger. So wie ihm würde es noch weiteren Eigentümern in dem Objekt gehen und auch die seien mit langen Wartezeiten konfrontiert worden.

„Wir möchten uns entschuldigen“

„Per DIN sind 30 Tage als Maximum für den Rauchmelderwechsel vorgegeben. Wir haben uns 14 Tage als Ziel gesetzt“, sagt Vianney de La Houplière, für Marketing und Kommunikation der Firma Minol verantwortlich. „Das ist uns in den letzten Monaten nicht gelungen. Da wo eine Verzögerung stattfand, möchten wir uns in aller Form entschuldigen.“ Eigentlich verspricht die Firma auf ihrer Homepage extra langlebige Rauchmelder mit mindestens zehn Jahren Laufzeit. Doch allein Franz Scholz berichtete, dass in dem Sindelfinger Objekt mit mehreren Wohnungen schon einige Rauchmelder ausgefallen sind. „Das ist auf einen Defekt zurückzuführen, den wir bei manchen Chargen hatten. Leider konnte der Hersteller die betroffenen Batterien nur vereinzelt nachvollziehen“, sagt Vianney de La Houplière. Mittlerweile produziere Minols Schwestern-Firma Zenner in Saarbrücken die Rauchmelder mit anderen Bauteilen. „Im Test und jetzt im Feld schneiden die Geräte besser ab“, sagt Vianney de La Houplière.

Zusätzlich zu der mangelhaften Charge hatten die Servicepartner der Firma Minol vor allem im letzten Jahr mit Überlastung zu kämpfen. „Wir haben nun weitere Servicepartner verpflichtet, damit wir diese Engpässe nicht mehr erfahren. Das ist uns wichtig, denn bei diesem Thema sind Service-Engpässe besonders kritisch“, sagt Vianney de La Houplière.

Seit 2016 sind Rauchwarnmelder in jedem Schlafzimmer sowie in Fluren, die zum Fluchtweg gehören, in Privathaushalten in ganz Deutschland Pflicht. Im Ernstfall kann das schrille Geräusch, das bei Rauchentwicklung warnt, Leben retten. „Rauchwarnmelder sind ein hoch wichtiges Thema. Sie geben den Menschen Sicherheit und verschaffen ihnen bei einem Brand die wichtigen drei bis vier Minuten Zeit, um die Wohnung zu verlassen“, sagt Vianney de La Houplière.